Virtueller Server

Ein virtueller Server (eng: Virtual Private Server, kurz: vServer) erzeugt ein virtuelles Abbild einer Servermaschine, wodurch sie in mehrere einzelne aufgeteilt werden kann. Jeder dieser virtuellen Server besitzt ein eigenes Betriebssystem, damit Server Administratoren auf den jeweiligen vServern unabhängig voneinander arbeiten können.

Virtuelle Server als Alternative

Grundsätzlich kann ein virtueller Server alles, was man von einem normalen Server auch erwarten kann. Es ist also möglich, alle vom Anwender gewünschten Programme auf dem vServer zu installieren und auch das System ist komplett konfigurierbar. Häufig genutzte Programme wie Webserver, Mail Server oder ein Programm, um administrative Rechte zu verwalten sind oft schon vorinstalliert. Wie bei einem gewöhnlichen Server kann man auch verschiedene Benutzerkonten anlegen und ihnen Zugriffsrechte zuteilen. Dadurch können Domains und E-Mail-Adressen separat voneinander verwaltet werden.

Aufbau der Basisstruktur

vServer.png

Beispielstruktur eines Visualisierungssytems mit vier virtuellen Servern

Das in der Grafik aufgeführte Virtualisierungssystem ist das Grundprinzip, auf dem ein virtueller Server aufbaut. Alle vServer eines Wirtsystems werden von diesem System verwaltet. Es läuft auf der Hardware eines Computers und übernimmt folgende Aufgaben:

  • Es weist den virtuellen Servern Ressourcen wie RAM, CPU-Zeit oder Speichermedien zu.
  • Die Isolation zwischen den einzelnen virtuellen Servern findet durch das Virtualisierungssystem statt. Die vServer dürfen keine Ressourcen ändern, die für einen anderen vServer bestimmt sind.
  • Das Virtualisierungssystem ist für die Verwaltung der vServer zuständig. Das inkludiert Aktionen wie das Starten oder Stoppen des Servers.

Vorteile

Grundsätzlich kann man einen virtuellen Server mit Webhosting-Angeboten vergleichen, jedoch ist der virtuelle Server deutlich leistungsstärker, da er keine physische Begrenzung besitzt wie zum Beispiel ein Datenspeicher. Die wichtigsten Vorteile eines virtuellen Servers sind außerdem die Kosten, die wesentlich niedriger sind als bei einem normalen Server und die Unabhängigkeit. Unabhängigkeit bedeutet, dass der Server, während er benutzt wird, von keinem anderen User gestört werden kann.

Nachteile

Virtuelle Server bzw. Maschinen sind immer abhängig vom Wirtsystem. Das Wirtsystem ist der Hauptserver über den der vServer geschalten wird. Wird das Wirtsystem neu gestartet, müssen alle darüber laufenden vServer ebenfalls neu gestartet werden. Ein weiterer Nachteil sind kleine Leistungseinbrüche des Gastsystems, wenn mehrere vServer gleichzeitig versuchen, auf die Ressourcen des Wirtsystems zuzugreifen.

Worauf muss bei der Auswahl eines virtuellen Servers geachtet werden

Häufig findet man im Internet Angebote, die zu teuer sind und eingeschränkte Service-Leistungen mit sich bringen. Es kann auch passieren, dass der virtuelle Server ausfällt und der Nutzer nicht arbeiten kann. Bei einem guten vServer sollte also das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen und sowohl die Hardware als auch der Service-Support müssen zuverlässig und erreichbar sein. Angaben über mögliche Ausfälle des Servers von ungefähr einem Prozent sind akzeptabel, denn dieses eine Prozent sind Wartungsarbeiten.

Für unerfahrene User empfiehlt es sich zunächst ein kleines Paket mit einem möglichen Traffic von zehn Gigabyte zu kaufen. Dieses kann zu einem späteren Zeitpunkt durch einen Upgrade erhöht werden.

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung

Ist eine Domain auf einem virtuellen Server gehostet, bedeutet das, dass die Domain sich einen Server mit anderen Domain-Inhabern teilt. Für SEO-Experten können virtuelle Server gefährlich werden, wenn eine andere Webseite, die auf dem selben Server genutzt wird, durch schwerwiegende Spam-Maßnahmen auffällt. Dann kann es passieren, dass eine Suchmaschine wie Google die IP-Adresse des Servers sperrt, wodurch alle anderen Webseitenbetreiber, die den selben vServer nutzen, in Mitleidenschafft gezogen werden.

Fazit

Möchte man neben dem Bereitstellen von Dateien und Informationen noch weitere Dienste anbieten oder den eigenen E-Mail-Server oder Webserver einer Domain selbst konfigurieren, so bietet sich ein virtueller Server an. Der Nutzer kann den vServer also zur klassischen Veröffentlichung von Webseiten nutzen, oder von unterschiedlichen Orten auf die dort abgelegten Dateien zugreifen.

Ein virtueller Server bringt viele Vorteile mit sich. Entscheidet man sich dafür, sollte man allerdings zuerst verschiedene Angebote miteinander vergleichen und zudem nicht auf Niedrigpreis-Angebote eingehen. Auch hier hat Qualität seinen Preis.

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