Amazon Produktanzeigen

Amazon Produktanzeigen sind eine Anzeigenform, die es Online-Händlern ermöglicht, Produkte auf der Amazon-Plattform zu präsentieren. Durch den Klick auf eine Produktanzeige gelangt der User auf die Website des Händlers, wo auch der Kauf abgewickelt wird.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Produktanzeigen bei Amazon sind ein noch relativ junges Werbeprogramm des Internetkonzerns aus den USA. Seit April 2014 sind Amazon Produktanzeigen auch in Deutschland eingerichtet worden.[1]. Hinter der Entwicklung dieser Anzeigenform stand vermutlich der große Druck, den Konkurrent Google mit seinen Shopping Ads ausübt.

Durch die Integration von Produktwerbung in das eigene Angebot erreicht Amazon zum einen eine größere Attraktivität des eigenen Portals und zum anderen entstehen dadurch neue Einkünfte. Für die Verkaufsplattform bieten Produktanzeigen zusätzlich die Möglichkeit, in Erfahrung zu bringen, welche Produkte der User attraktiv findet. Der Konzern könnte so theoretisch auch ausloten, für welche Artikel sich der Verkauf über Amazon lohnen könnte.

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Umsetzung[Bearbeiten]

Für die Buchung von Amazon Produktanzeigen benötigen Werbekunden ein eigenes Amazon-Konto, über welches sowohl die Abrechnung als auch die Verwaltung der eingestellten Produkte erfolgt. Das Einfügen von Artikel aus dem eigenen Online-Sortiment erfolgt entweder manuell Artikel für Artikel oder per FTP-Dateiupload.

Die Produktdaten müssen folgende Angaben enthalten:

  • Produkttyp: Dabei handelt es sich um eine Kategorisierung gemäß der Amazon-Kategorien.
  • Produkttitel: Hier stehen dem Kunden bis zu acht Wörter zur Verfügung, die das Produkt beschreiben. Abkürzungen dürfen nicht verwendet werden.
  • SKU: Dabei handelt es sich um eine eindeutige Lagerhaltungsnummer (engl. Stock Keeping Unit)
  • URL: Das ist das Linkziel im Online-Shop des Werbekunden für das jeweilige Produkt.
  • Produktbild: Die Größe des Produktbildes sollte mindestens 500 x 500 Pixel betragen. Empfehlenswert ist die Abbildung des Artikels auf einem weißen Hintergrund, wobei mehr als vier Fünftel vom Artikel bedeckt sein sollten.
  • Produktpreis mit Versandkosten
  • UPC/EAN
  • Produktbeschreibung: Hier haben Werbetreibende die Möglichkeit, den angebotenen Artikel genauer zu beschreiben.
  • Keywords: Optional können für jeden Artikel bis zu fünf Keywords im Datenfeed hinterlegt werden, um das Produkt noch besser zuzuordnen. Hierbei ist eine Beschränkung auf 50 Zeichen pro Keyword zu beachten. Markennamen dürfen nicht genutzt werden.

Nachdem der Datenfeed hochgeladen wurde, bleibt es Amazon überlassen, wo die Produkte letztlich angezeigt werden. Empfehlenswert ist es, Produkte anzubieten, die noch nicht auf der Amazon-Plattform zu finden sind.

Anzeigenplatzierungen[Bearbeiten]

Amazon Produktanzeigen können an verschiedenen Positionen auf der Plattform eingeblendet werden. Mögliche Positionen sind Suchresultate, Produktempfehlungen, Produktdetailseiten, Einkaufswagen oder Stöberresultate. Wie gut die Produkte platziert werden, hängt von der Höhe des Klickgebots und der Qualität der Daten ab.

Grundsätzlich behält sich Amazon das Recht vor, Anzeigenplatzierungen zu testen und die Position immer wieder zu verändern. Der Werbekunde kann nicht im Vorfeld bestimmen, wo die Anzeigen erscheinen, sondern nur durch die Höhe des Gebots und die Datenqualität für optimale Voraussetzungen sorgen.

Produktanzeigen können auf den Portalen amazon.de, amazon.co.uk, amazon.fr und amazon.com geschaltet werden.

Als mögliche Produktgruppen stehen Baby, Baumarkt, Beauty, Körperpflege, Parfümerie und Kosmetik, Bekleidung, Bürobedarf & Schreibwaren, Computer & Zubehör, Elektronik & Foto, Haus & Garten, Haustier, Koffer, Rucksäcke & Taschen, Lebensmittel & Getränke, Musikinstrumente, Schmuck, Schuhe & Handtaschen, Spielzeug, Sport & Freizeit und Uhren zur Auswahl. Jede Kategorie verfügt über besondere Anforderungen, die Händler zuvor beachten müssen, damit die Listung erfolgen kann.

Preismodell[Bearbeiten]

Amazon Produktanzeigen werden nach dem CPC-Modell abgerechnet. Der Preis pro Klick wird durch die Kategorie des angebotenen Produkts bestimmt. Für jede Kategorie gibt es ein Mindestgebot. Die Gebote aller Werbetreibenden treten um die bestmöglichen Positionen auf der Amazon-Plattform gegeneinander an.

Feste monatliche Grundgebühren oder Mindestumsätze gibt es nicht. Die Abrechnung erfolgt nur nach tatsächlich erfolgten Klicks. Um die Schaltung der Anzeigen auszulösen sollte der Werbekunde einen maximalen Klickpreis sowie ein Tagesbudget angeben.

Werbekunden müssen für das Bezahlen der Anzeigen ein eigenes Konto für diese Werbeform anlegen. Beglichen werden die Kosten über eine dort hinterlegte Kreditkarte. Die Abbuchungen erfolgen immer dann, wenn durch Klicks ein zuvor bestimmter Betrag entstanden ist. In der Grundeinstellung erfolgt die Abrechnung, wenn Klicks im Wert von 50 EUR entstanden sind. Je nach Tagesbudget des Kunden kann der Saldo bis zu 500 EUR betragen, bis eine Abbuchung erfolgt.

Amazon Produktanzeigen vs. Google Shopping Ads[Bearbeiten]

Google Shopping Ads Details[Bearbeiten]

  • CPC- oder CPO-Modell
  • integriert in Google-Suchergebnisseite und eigenen Preisvergleich
  • nur Dateiupload
  • Datenmanagement über Merchant Center und Google AdWords
  • Einstellung zur gewünschten Anzeigenposition möglich
  • keine Kosten für Impressions
  • Kunde bezahlt im Shop
  • freie Wahl der Gebotshöhe
  • keine Anzeigenschaltung mehr, wenn Budget erschöpft ist

Amazon Produktanzeigen Details[Bearbeiten]

  • CPC-Modell
  • integriert in eigene Verkaufsplattform
  • Dateiupload per csv oder manuelles Anlegen möglich
  • Datenverwaltung über eine Plattform
  • keine Optionen auf Anzeigenpositionen
  • keine Kosten für Impressions
  • Kunde bezahlt im Shop
  • arbeitet mit automatisch generierten Minimalgeboten
  • keine Anzeigenschaltung mehr, wenn Budget erschöpft ist

Nutzen für das Online Marketing[Bearbeiten]

Wer Produktanzeigen von Amazon nutzt, kann auf eine sehr große Reichweite vertrauen, denn die Verkaufsplattform ist mit über 22 Millionen monatlichen Besuchern eine der am häufigsten aufgerufenen Shoppingseiten in Deutschland.[2] Zugleich sorgt die hohe Markenbekanntheit von Amazon dafür, dass in die dort gelisteten Produkte ein höheres Vertrauen seitens des Verbrauchers gesetzt wird. Von diesem Vertrauen in eine solide Logistik können auch Werbekunden profitieren.

Wenn Produkte in beliebte Kategorien eingestellt werden, kann dadurch sehr viel Traffic erzielt werden. Allerdings ist dabei zu bedenken, dass dieser Traffic schnell sehr teuer werden kann. Es empfiehlt sich deshalb, den ROI genau auszuwerten. Zugleich müssen sich Händler bewusst sein, dass beim Klick auf eine Amazon Produktanzeige ein Wechsel der Website stattfindet. Dies kann viele Nutzer verwirren und zu hohen Absprungraten führen. Da es sich bei dieser Werbeform noch um eine relativ junge Möglichkeit handelt, kann es möglicherweise besser sein, noch abzuwarten, wie sich die Nutzer von Amazon daran gewöhnen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amazon Produktanzeigen etailment.de Abgerufen am 08.12.2014
  2. Statistiken zu Amazon de.statista.com Abgerufen am 08.12.2014

Weblinks[Bearbeiten]