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Google Penalties – Wie man sie identifiziert, handhabt und korrigiert

Die manuellen Maßnahmen, die als Folge eines Verstoßes gegen die Google Webmaster-Richtlinien verhängt werden, gehören neben Google-Algorithmen wie Panda oder Pinguin zu den Hauptursachen für einen plötzlichen Verlust von Google-Traffic. Kaspar Szymanski bietet seltene Einblicke aus der Perspektive eines langjährigen ehemaligen Google Search-Mitarbeiters mit entsprechender Erfahrung in der Anwendung und Aufhebung von manuellen Maßnahmen bei Google.

Manuelle Maßnahmen werden ausnahmslos gegen Websites verhängt, bei denen festgestellt wird, dass sie gegen die Google Webmaster-Richtlinien verstoßen. Mit anderen Worten: manuelle Maßnahmen sind die unvermeidliche Folge von Black-Hat-Techniken, die angewendet werden, um im SEO-Spiel in diesem Augenblick vorwärts zu kommen. Ob das nun absichtlich im Rahmen einer riskanten Geschäftsstrategie geschieht oder, ob es sich lediglich um ein Versehen handelt, spielt hier letztlich keine Rolle. Wenn in der Google Search Console (GSC) die Meldung "Manuelle Maßnahme" erscheint, wurde die Entscheidung für eine Google Penalty bereits getroffen. Von diesem Zeitpunkt an sollten alle laufenden Entwicklungs- und Release-Pläne auf Eis gelegt werden, da jede geplante Weiterentwicklung der Website, die während der Google-Sanktion eingeführt wird, wahrscheinlich Zeitverschwendung ist. Ab jetzt ist nur noch eines wichtig - die Ursache der manuellen Maßnahme zu identifizieren, diese zu beseitigen und erfolgreich eine erneute Beurteilung zu beantragen! Ein Prozess, der je nach Ausmaß des Problems und der Zuverlässigkeit des verfügbaren SEO-Teams zwischen Tagen und Monaten dauern kann.

Schritt 1. Das Problem verstehen

Google ist ganz offen bei der Nennung seiner Gründe für die Abstrafung einer Website. In der Warnmeldung der GSC wird auf das Problem hingewiesen, das in den meisten Fällen entweder auf einen Verstoß auf der Seite oder auf einen Verstoß außerhalb der Seite zurückzuführen ist. In den letzten Jahren scheint es, dass ein großer Teil aller verhängten Strafen auf Verstöße außerhalb der Seite zurückzuführen ist, die hauptsächlich dadurch ausgelöst werden, dass PageRank (Google Algorithmus) den Linkaufbau bewertet. Offensichtlich birgt die Black-Hat-Methode mit der Absicht, den PageRank zu manipulieren, ein gewisses Potenzial für kurzlebige Erfolge, aber gleichzeitig ist Euch die Aufmerksamkeit von Google und damit einhergehend Überprüfung sicher. Die relevante GSC-Mitteilung verweist auf "Unnatürliche Links zur Website", d.h. Links, die von anderen Websites stammen. Meistens erlebt die betroffene Website einen starken Rückgang der Sichtbarkeit in Google Search, ohne dass sie vollständig aus den SERPs entfernt wird. Die Wiedergutmachung beginnt in diesem Fall mit einem gründlichen Backlink-Audit, der Entfernung von Links und/oder der Abweisung von Links, die zu einem Problem geworden sind.

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Abbildung 1: Unnatürliche Backlinks Maßnahmen führen oft zu einem starken Rückgang der Sichtbarkeit in der Google-Suche.

Bei Verstößen gegen die Inhalte auf der Website, auf die sich Google entweder durch den Hinweis auf "Spam Problems" oder "Major Spam Problems" (manchmal auch als “Pure Spam” bezeichnet) bezieht, gibt es eine Unterscheidung, die von der Schwere des Spam-Problems abhängt. Websites, die als “Major Spam” markiert sind, bestehen in der Regel aus “scraped content” oder automatisch generierten Inhalten und werden oft auf kostenlosen Hosts und/oder auf Wegwerf-Domains gehostet. Kurz gesagt: sie sind in ihrem derzeitigen Zustand nicht mehr weiterführbar. Die Google-Suche liefert für solche Websites in der Regel “0” Ergebnisse. Um eine solche Website sanktionsfrei zu machen, muss diese von Grund auf neu aufgebaut werden.

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Abbildung 2:“Major-Spam”- oder “Pure-Spam”-Sanktionen führen zu einer vollständigen Entfernung aus der Google-Suche.

Im Gegensatz zu diesen - aus Googles Sicht wirklich schlechten - Seiten deutet die Sanktion, die mit bloßen "Spam Problems" verbunden ist, auf ein gewisses Maß an relevanten Inhalten hin. Möglicherweise sogar auf eine echte Markenwebsite, die jedoch entweder sehr inhaltsarme Seiten oder Doorways enthalten kann. Oder beides. Folglich fällt das Ranking der betroffenen Website in der Google-Suche erheblich, sie verschwindet jedoch nicht vollständig. Normalerweise behält sie ihren markengebundenen Traffic bei, wird es aber bei markenungebundenen Suchen schwer haben, mit anderen Websites zu konkurrieren. In diesem Fall hilft ein detailliertes SEO-Audit, welches die Analyse technischer und inhaltlicher Signale umfasst, damit die die Website von unnötigem Inhaltsballast befreit werden kann.

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Abbildung 3: Sanktionen für Inhaltsspam führen zu einem kontinuierlichen Rückgang der Sichtbarkeit in der Google-Suche.

Probleme mit Inhaltsspam, die eine manuelle Maßnahme verursachen, können jedoch auch aus anderen Gründen entstehen. Dies geschieht z.B. dann, wenn entweder gehackte Inhalte (Meldung: “Gehackte Website”) oder “Benutzergenerierter Spam” erkannt werden. Ersteres führt in der Regel nicht direkt zu einem Rückgang der Sichtbarkeit in der Google-Suche, da zunächst die Website in den Google SERPs mit einer Warnung versehen wird. Dies stellt dann sicher, dass ein Großteil der User nach einem alternativen, weniger riskanten Ergebnis suchen wird. Kurz nach dieser Umsetzung werden die Rankings der Website jedoch stark zurückgehen - alleine schon aufgrund der Annahme, dass die Site nicht den Erwartungen der User entspricht. Wenn diese Situation vom Webmaster ignoriert wird, kann es lange Zeit dauern, bis sowohl das Vertrauen von Google als auch das der Benutzer wiederhergestellt ist.

Websites, die von Benutzern aufgrund unzureichender Kontrolle für ihre Zwecke missbraucht wurden, werden mit der manuellen Maßnahme "Benutzergenerierter Spam" belegt. Irrelevante "Viagra hier kaufen"-Kommentare oder -Links ( auch im Falle von nofollow), sind nur ein Beispiel für die Art von Verstößen, die Google veranlassen, die beschriebenen Maßnahmen zu ergreifen. Foren, Webseiten vom Typ Wikipedia sowie Websites, die unkontrollierte Kommentare ermöglichen, sind hier deutlich anfälliger für benutzergenerierten Spam. Die jeweilige manuelle Maßnahme betrifft fast immer nur eine begrenzte Anzahl von URLs, die am Ende schlecht oder gar nicht platziert sind - sie betrifft selten die gesamte Seite. Wenn eine Website jedoch gerade so stark von Spam überrannt wird, dass es schwierig ist, einen verbleibenden Mehrwert zu identifizieren, sind konsequente Aktionen - einschließlich einer vollständigen Entfernung aus dem Index - keine Seltenheit. Um dies zu verhindern, bedarf es einer grundlegenden Säuberungsaktion und einer zukünftigen kontinuierlichen und rigorosen Überwachung.

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**Abbildung 4:**Betrügerische Websites sind mit einer Warnung gekennzeichnet.

Eine weitere, häufig angewandte Maßnahme hat keinen direkten Einfluss auf das Ranking. Wo immer Google auf "Markup mit Spamstrukturen” hinweist, gehen aber die “rich snippets” verloren. Infolgedessen dürften die CTR und damit die Conversions kurz darauf ebenfalls zurückgehen. Was kann passiert sein? Nun, die Implementierung strukturierter Daten kann fehlerhaft sein, nicht den Google-Standards entsprechen oder es wurden in betrügerischer Absicht Snippets bewusst mit falschen Angaben versehen. In der Folge werden in den Google-Suchergebnissen keine Sterne, Bewertungen usw. mehr angezeigt. Wie alle anderen manuellen Maßnahmen kann auch diese aufgehoben werden, sobald das Problem behoben und eine "Bedenkzeit" vergangen ist, die oft mehrere Monate dauern kann. Im Gegensatz zu den anderen manuellen Strafen ist hier eine schnelle Rückkehr in Top-Rankings überhaupt nicht sicher.

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Abbildung 5: Sobald Google festgestellt hat, dass die strukturierten Daten falsch sind, gehen “rich snippet” Inhalte verloren.

Nur einige wenige manuelle Maßnahmen scheinen sich auf die Rankings einer Webseite zeitverzögert auszuwirken, wie z.B. ein Verstoß gegen die Webmaster-Richtlinien durch den Kauf oder Verkauf von Links die PageRank weitergeben. Was auch eine Erklärung für die gute Sichtbarkeit der meisten Verlagsmedien-Websites weltweit bei Google Search ist, obwohl sie offensichtlich Links verkaufen, die jede Art von kommerziellem Ankertext enthalten, den sich der Käufer wünscht. Es ist eine berechtigte Annahme, dass viele dieser Medien mit einer "Unnatürliche Outbound-Links"-Warnung in ihrer jeweiligen Google Search Console gekennzeichnet sind. Dass dies eine riskante Strategie ist, da sie die Aufmerksamkeit von Google auf die offensichtliche Bereitschaft Regeln zu brechen lenkt, bedarf keiner Erklärung. Keine manuelle Maßnahme von Google darf ignoriert werden, nur weil sie noch keine Auswirkungen auf das Kerngeschäft hatte. Schließlich können die Sanktionen sehr lange dauern und auch nach Ablauf erneuert werden. Auch Google steht es frei, seine Richtlinien jederzeit zu ändern, einschließlich der Änderung des Umfangs und der Auswirkungen von Sanktionen, die sich auf bereits bestrafte Websites auswirken können.

Schritt 2. Beheben Sie das Problem

Die Behebung einer manuellen Google Maßnahme erfordert in der Regel zwei Schritte: die Konzentration auf das in der Meldung von Google Search Console genannte Problem und das Sammeln ausreichender Daten, um genau dieses Problem zu beheben. In solch einer Situation bieten die von GSC zur Verfügung gestellten Beispiele nie ein vollständiges Bild, weshalb die Unterstützung von ergänzenden Softwareangeboten, wie z. B. Ryte, Sinn macht.

Sicherheitsschwachstellen auf Servern und/oder im CMS, die die Website ungeschützt lassen, sind relativ einfach zu korrigieren. Die gründliche Bereinigung einer gefährdeten Website erfordert im Gegensatz dazu auch eine vollständige Entfernung aller nicht autorisierten Spam-Inhalte.

Sanktionen für Qualitätsprobleme bei Inhalten, einschließlich nutzergenerierter Spam-Inhalte, können schnell gelöst werden, aber auch hier führt kein Weg an einem Testen der Website vorbei - einschließlich des Crawls eines repräsentativen Teils der Site.

Schließlich ist es möglich, dass eine Website mit zwei oder mehr manuellen Maßnahmen belegt ist - für verschiedene Teile der Website, die jeweils gegen die Google Webmaster-Richtlinie verstoßen. In diesem Fall muss jede Sanktion individuell behandelt werden.

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Abbildung 6: Eine Website kann von mehreren manuellen Maßnahmen betroffen sein.

Schritt 3. Beantragung einer Neubewertung.

Fast jede manuelle Maßnahmen kann innerhalb von ein bis zwei Versuchen aufgehoben werden. Neben der zuvor beschriebenen Bereinigung, ist die Begründung, die über das Formular für den Antrag auf Neubewertung an Google übermittelt werden muss, der letzte entscheidende Schritt. Es ist wichtig, sich der Tatsache bewusst zu sein, dass der Prozess auf Google-Ebene ein manueller Prozess ist. Erfahrene Google-Mitarbeiter lesen, überprüfen und untersuchen die bereitgestellten Informationen. Daher ist es ratsam, einfache Richtlinien zu befolgen, wie z. B. die Verwendung einer freundlichen, kurz gehaltenen Sprache. Nachprüfbare Fakten wie z. B. das Volumen der verweigerten Backlinks oder die Anzahl der entfernten Doorway-Pages helfen Google, schneller zu einer Bewertung zu kommen. Schließlich kann die Zusicherung, dass die Google Webmaster-Richtlinien in Zukunft nachhaltig eingehalten werden ein Vorteil in Grenzfällen sein.

Jede Information oder Kommunikation, die sich auf andere Themen bezieht, wie z. B. die Prüfung von rechtlichen Schritten im Falle einer Ablehnung oder die Bitte, ein Auge zuzudrücken, ist nicht sinnvoll und unterstützt auch nicht die Neubewertung.

Sobald der Antrag auf Neubewertung eingereicht wurde, kann nichts mehr getan werden, um das Verfahren zu beschleunigen. Eine erneute Antragstellung hat keine Wirkung. Darüber hinaus nennt Google keine Bearbeitungszeit. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass sie zwischen mehreren Stunden und einigen Wochen dauern kann.

Checkliste

  • Die Website fiel in den Rankings. Zeigt die Google Search Console eine manuelle Maßnahme (auch bekannt als Google Penalty) an? Wenn ja, lesen Sie die Nachricht, bevor Sie weitere Untersuchungen durchführen. Wenn nicht, ist die Ursache wahrscheinlich nicht mit einer Sanktion verbunden.

  • Konzentrieren Sie sich auf das in der Google Search Console beschriebene Problem und sammeln Sie relevante Daten.

  • Dokumentieren Sie die Schritte, die im Rahmen des Analyseprozesses und in Vorbereitung auf einen Neubewertungsantrag durchgeführt wurden.

  • Lösen Sie das von Google aufgezeigte Problem vollständig und nachhaltig.

  • Beantragen Sie eine Neubewertung mit einer kurzen, punktgenauen Begründung. Geben Sie nachprüfbare Zahlen an.

  • Warten Sie auf eine Antwort von Google nach der Übermittlung des Neubewertungsantrags.

  • Wenn der erste Neubewertungsantrag abgelehnt wurde, suchen Sie die Hilfe eines Experten auf.

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Veröffentlicht am Sep 18, 2018 von Kaspar Szymanski