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URL-Redirects: Weiterleitungen korrekt einsetzen

Weiterleitungen sind in der täglichen SEO-Praxis unverzichtbare Werkzeuge, um URLs auf andere oder neue URLs umzuleiten. Wenn Du weißt, wie Weiterleitungen funktionieren und worauf dabei zu achten ist, bist Du beispielsweise beim Relaunch oder Domainumzug klar im Vorteil. Diese Anleitung zeigt Dir alles Wichtige rund um SEO-Redirects und deren korrekten Einsatz.

Was sind URL-Redirects?

Als Weiterleitung oder Redirect wird der Prozess bezeichnet, bei dem eine von einem Client (Browser) aufgerufene URL zu einer anderen URL umgeleitet wird. Diese Weiterleitungen können auf unterschiedliche Weise realisiert und temporär oder permanent eingesetzt werden. Eine Weiterleitung ist abgeschlossen, wenn der Client erfolgreich zur Ziel-URL des Redirects geführt wurde.

Wann ist der Einsatz von Weiterleitungen sinnvoll?

Es gibt verschiedene Anwendungsszenarien für Weiterleitungen. Google selbst empfiehlt 301-Weiterleitungen zum Beispiel explizit für den nahtlosen Übergang von einer alten Domain auf eine neue Domain bei einem Domainumzug. Google hat hierfür eigene Richtlinien aufgestellt.

Weitere Fälle, in denen URL-Redirects zum Einsatz kommen:

  • Deine Startseite ist über verschiedene URLs erreichbar, zum Beispiel https://startseite.de, https://www.startseite.de und https://www.startseite.de/startseite. In diesem Fall kannst Du eine URL als zu indexierende URL auswählen und die anderen URLs mit Hilfe einer Weiterleitung darauf umleiten, um Duplicate Content zu vermeiden

  • Du möchtest zwei Deiner Webprojekte auf unterschiedlichen Domains zusammenführen. In diesem Fall kannst Du mit Weiterleitungen dafür sorgen, dass die „alten“ URLs auf die neuen URLs umgeleitet werden.

  • Du hast Deine Webseiten-Struktur überarbeitet, wodurch sich URLs verändert haben. In diesem Fall können zum Beispiel neue Verzeichnisse entstanden sein oder Du verwendest alte Verzeichnisse nicht mehr. Werden keine Weiterleitungen eingerichtet, gibt der Server 404-Fehlercodes beim Abruf der alten URLs zurück. Weiterleitungen sorgen dafür, dass Traffic und Linkjuice auf die neuen URLs weitergegeben werden und die Usability erhalten bleibt.

  • Du verwendest Geotargeting und möchtest Deinen Besuchern automatisch die passende Sprach- und Länderversion auf der Basis des Nutzerstandorts präsentieren. Hierfür können permanente Weiterleitungen eingerichtet werden.

  • Du betreibst Affiliate-Marketing und Links zu Deiner Webseite werden über ein Affiliate-System getrackt. Dabei wird ein Nutzer beim Klick auf den Link nahezu unbemerkt auf die Trackingseite des Affiliate-Anbieters geführt und danach auf Deine Domain weitergeleitet.

  • Du möchtest Nutzer auf eine URL umleiten, die auf ein bestimmtes Endgerät ausgerichtet ist. Die Weiterleitungen sind dabei temporär und es muss ein Vary Header verwendet werden.

  • Du möchtest von http auf Deine Websitevariante mit SSL-Zertifikat (https) umleiten, um Duplicate Content zu vermeiden.

  • Du möchtest von Deiner Webseiten-URL ohne www auf die Version mit www umleiten, um Duplicate Content zu verhindern.

Welche Arten von URL-Redirects gibt es?

Grundsätzlich werden serverseitige und clientseitige Weiterleitungen voneinander unterschieden. Zu den gängigsten serverseitigen Redirects gehören die 301- und 302-Weiterleitungen. Die am häufigsten verwendete clientseitige Weiterleitung ist der Meta-Refresh.

Was sind serverseitige Weiterleitungen?

Ein serverseitiger Redirect vollzieht sich, wenn ein http-request erfolgt. Das passiert, wenn ein Client, also ein Browser oder ein Bot, eine URL abruft und damit eine Anfrage an einen Webserver stellt. Der Webserver liefert dann einen Statuscode aus. Im Falle einer serverseitigen Weiterleitung zeigt der Server an, dass das angefragte Dokument zu einer anderen URL umgeleitet wurde. Der Client ruft dann diese neue URL auf und der Nutzer oder der Bot wird auf diese weitergeleitet.

Server können gemäß der Spezifikation RFC 7231 verschiedene Status Codes ausgeben. Jede der dort hinterlegten Weiterleitungen erfüllt eine eigene Aufgabe. Der gesamte Vorgang einer serverseitigen Weiterleitung dauert nur wenige Sekundenbruchteile und wird je nach Art der Umleitung kaum vom Nutzer wahrgenommen. Suchmaschinen müssen jede Weiterleitung interpretieren und entscheiden, wie sie damit umgehen. Für SEOs und Webmaster besteht deshalb beim Einsatz von serverseitigen Weiterleitungen immer die Frage, ob der gewünschte Redirect Linkjuice und Rankingsignale weitergeben kann.
Eine Anleitung zu allen wichtigen Status Codes und ihren Folgen findest Du hier.

Serverseitige SEO Redirects:

HTTP Status Code Temporär oder permanent
301 Permanent
302 Temporär
303 Temporär
307 Temporär
308 Permanent

Was sind clientseitige Weiterleitungen?

Clientseitige Weiterleitungen werden nicht durch einen Server, sondern direkt von einem Client ausgeführt, zum Beispiel von einem Browser. Üblicherweise sind serverseitige Weiterleitungen besser geeignet. Doch in der Praxis gibt es Fälle, in welchen clientseitige Redirects genutzt werden können.

Google selbst gibt einen Hinweis in seinen Quality Guidelines dazu. Demnach sind zum Beispiel Weiterleitungen per JavaScript durchaus möglich:

„Die Verwendung von JavaScript zur Weiterleitung von Nutzern kann durchaus legitim sein. Wenn Sie Nutzer beispielsweise zu einer internen Seite weiterleiten, sobald sie angemeldet sind, können Sie dazu JavaScript verwenden.“

Theoretisch können neben JavaScript Weiterleitungen auch Redirects per Meta Content Refresh durchgeführt werden. Dabei wird ein Meta-Tag gesetzt, durch welches der Browser die URL nach einer voreingestellten Zeit auf eine angegebene Webseite umleitet. Doch wurden diese Weiterleitungen lange Zeit für sogenannte "Sneaky Redirects" zum Manipulieren von Webseiten genutzt. Suchmaschinen betrachten diese Form der Weiterleitung deshalb sehr kritisch.

301-Weiterleitung – „Moved Permanently“

Für SEO-Zwecke ist die 301-Weiterleitung von großer Bedeutung. Diese Weiterleitung überträgt Linkkraft und übergibt alle relevanten Rankingsignale an die neue Ziel-URL.

Eine 301-Weiterleitung ist eine sinnvolle Lösung, um verwaiste Seiten zu verhindern oder eingehende Links zu bündeln. Du solltest eine 301-Weiterleitungen verwenden, wenn:

  • Du eine Domain permanent umziehst.

  • Du ein Dokument permanent umziehst.

  • Du das Seitenprotokoll änderst (http zu https).

  • Du die URL-Struktur Deiner Webseite dauerhaft änderst.

Ein 301-Redirect ist für eine dauerhafte Umleitung von URLs gedacht. Somit eignet sich diese Weiterleitung nicht, wenn Du zum Beispiel auf saisonale Produkte in Deinem Online-Shop weiterleiten möchtest oder eine Umleitung zu einer temporär genutzten Aktionsseite benötigst.

Wie lange soll eine 301-Weiterleitung bestehen bleiben?

Hierfür gibt es kein Patentrezept. Google selbst benötigt einige Zeit, um festzustellen, dass die alten URLs auf neue umgezogen wurden. Diese neuen URLs müssen dann zunächst indexiert und anstelle der alten URLs ausgegeben werden. Während dieser Vorgang bei kleinen Webseiten mit wenigen Unterseiten innerhalb weniger Tage erledigt sein kann, wird das bei größeren Projekten mit mehreren tausend URLs deutlich länger dauern. Selbst Matt Cutts hat diese Frage 2011 sehr ausweichend beantwortet und keine konkrete Antwort darauf gegeben.

Grundsätzlich solltest Du die Weiterleitungen so lange wie nötig aufrechterhalten. Empfehlenswert sind Stichproben über die Site-Abfrage bei Google. Damit lässt sich zum Beispiel prüfen, ob die neue URLs bereits indexiert wurde und im Cache abgelegt ist.

Wie richte ich eine 301-Weiterleitung ein?

Die 301-Weiterleitung kann über die .htaccess-Datei eines Apache-Servers oder mit PHP umgesetzt werden.

1. .htaccess-Weiterleitung: Bei dieser Datei handelt es sich um Anweisungen für den Server, die dieser bei einem http-request ausführen soll. Für die Implementierung der 301-Weiterleitung benötigst Du das Apache Modul "mod rewrite". In der Datei wird angegeben, auf welche URL der Client umgeleitet werden soll.

Eine .htaccess-Weiterleitung kann dann so aussehen:

RewriteEngine On
RewriteBase /
RewriteRule seitealt.html seiteneu.html [R=301]

In diesem Fall soll die seitealt auf seiteneu umgeleitet werden.

2. PHP- Weiterleitung: Du kannst eine Weiterleitung auch über PHP einrichten. Dafür wird ein Codesnippet im Header des HTML-Dokuments eingefügt. Ruft der Client die Seite auf, wird der Nutzer auf die neue URL weitergeleitet. Bei dieser Weiterleitung handelt es sich nicht um eine serverseitige Weiterleitung. Sie ist dennoch der Vollständigkeit halber hier aufgeführt!

Weitere Möglichkeiten zur Umsetzung eines 301-Redirects findest Du hier.

URL-Redirects bei Duplicate Content: Canonical Tag oder Weiterleitung?

Um Duplicate Content zu vermeiden, stehen Dir zwei gängige technische Möglichkeiten zur Verfügung, der Canonical Tag und die 301-Weiterleitung. Während es sich beim Canonical-Tag um ein HTML-Meta-Element handelt, das in den Quellcode der Seite implementiert wird, kann die 301-Weiterleitung zum Beispiel über den Server gelöst werden.

Darüber hinaus wird die URL bei einem Canonical Tag nicht aktiv auf die kanonische URL weitergeleitet. Vielmehr handelt es sich dabei um einen Hinweis für Suchmaschinen, dass eine "Original"-URL vorhanden ist, auf die sich das vorhandene Dokument bezieht oder dessen Kopie das vorliegende Dokument ist. Im Idealfall ignorieren Suchmaschinen dann die Duplikate und indexieren nur die kanonische URL. Allerdings handelt es sich bei einem Canonical Tag nur um eine Handlungsempfehlung, die der Bot nicht zwingend umsetzen muss.

Ein 301-Redirect hingegen ist eine eindeutige Vorgabe, die der Server oder der Client befolgen muss. Auch bei einem 301-Redirect kann die ursprüngliche URL noch indexiert sein. Sie wird aber nach einiger Zeit im Index durch die neue Ziel-URL des Redirects ersetzt.

Grundsätzlich sind 301-Weiterleitungen die bessere Lösung, wenn es um die saubere Konsolidierung oder Umleitung von URLs geht, und wenn es keine Gründe gibt, die dafür sprechen, dass Inhalte unter verschiedenen URLs erreichbar sind. Klassische Gründe hierfür sind etwa Druckversionen von News-Artikeln. Hier ist ein Canonical Tag die bessere Option zur Vermeidung von Duplicate Content, da die Druckversions-URL ja zwingend für den Nutzer gebraucht wird.

302 Redirect – „Found“ / „Moved Temporarily“

Mit dieser Weiterleitung zeigst Du einem Client, dass das angefragte Dokument temporär über eine andere URL erreichbar ist. Die 302-Weiterleitung übergibt ebenso wie alle 3xx-Weiterleitungen PageRank oder relevante SEO-Signale an die Ziel-URL.

Ein 302-Redirect ist empfehlenswert, wenn Du eine vorübergehende Weiterleitung benötigst, die keine Auswirkungen auf Deine Rankings haben und nicht gecacht werden soll. Du kannst eine 302-Weiterleitung zum Beispiel verwenden, wenn Du eine URL auf eine Aktionsseite oder eine Produktseite mit saisonaler Ware umleiten möchtest. Ebenso eignet sich diese Weiterleitung für Tracking oder Webseiten-Tests.

Wie richte ich eine 302-Weiterleitung ein?

Um einen 302-Redirect einzurichten, kannst Du wie bei der 301-Weiterleitung die .htaccess-Datei nutzen oder PHP verwenden.

Der Eintrag kann bei der vorübergehenden .htaccess-Weiterleitung so aussehen:

RewriteEngine On
RewriteBase /
RewriteRule seitealt.html seiteneu.html [R=302]

Ein 302-Redirect ist immer temporär angelegt. Aus diesem Grund solltest Du diese Weiterleitungen nicht für sämtliche dauerhaften URL-Redirects verwenden.

307 Redirect – „Moved Temporarily“

Diesen temporären Redirect kannst Du einsetzen, wenn eine URL nur kurzfristig umgeleitet werden muss. Das ist zum Beispiel bei einer Serverwartung der Fall. Wie die 302-Weiterleitung sollte auch diese Weiterleitung nicht für dauerhafte Redirects eingesetzt werden.

JavaScript Weiterleitungen

Diese Form des clientseitigen URL-Redirects erfordert Clients, die mit JavaScript umgehen können. Sie werden überwiegend für Weiterleitungen genutzt, die durch Nutzereingaben erfolgen oder die sich auf Redirects zwischen verschiedenen Browsern beziehen. Darüber hinaus können diese Weiterleitungen auch eingesetzt werden, um die Zielseite sofort an das Ausgabegerät anzupassen.

Ein großer Nachteil des JavaScript Redirects ist wie bei allen clientseitigen Redirects die Abhängigkeit vom jeweiligen Client, zum Beispiel einem Browser. Kann er JavaScript nicht interpretieren, funktioniert die Weiterleitung nicht. Aus diesem Grund solltest Du immer serverseitige Redirects bevorzugen.

Ein JS-Redirect wird im Quellcode der Seite als Script eingefügt.

<script type="text/javascript">
<!--
window.location = "http://www.neueseite.com/";
//–>
</script>

In diesem Fall wird der Nutzer auf die "neueseite.com" geleitet, wenn die vorhandene URL aufgerufen wird. Solltest Du mehr über JavaScript-Weiterleitungen lesen wollen, findest Du hier noch weiteren Input.

Können Weiterleitungen PageRank weitergeben?

Lange Zeit wurden 301-Redirects mit einem Verlust an PageRank oder Linkjuice in Verbindung gebracht. Doch heute gibt es zahlreiche Äußerungen von Google Mitarbeitern, die zeigen, dass Weiterleitungen PageRank weitergeben.

  • Im Februar 2016 hat sich John Müller in einem Hangout zum Thema geäußert und mitgeteilt, dass kein PageRank-Verlust bei 301- oder 302-Redirects von http auf https erfolgt.

  • Auch Gary Illyes kann gleich mit zwei Statements zum Thema „Weiterleitungen und PageRank“ aufgeführt werden. So hat er in einem Blogbeitrag bestätigt, dass PageRank weitergegeben wird, unabhängig vom verwendeten Redirect (301, 302 oder 307). Diese Aussage hat er im Juli 2016 auf Twitter nochmals bestärkt: „30x redirects don’t lose PageRank anymore.“ — Gary Illyes (@methode)

Auch wenn damit bestätigt zu sein scheint, dass Weiterleitungen PageRank weitergeben, sollten Webmaster auch an weitere SEO-Faktoren denken. Schließlich gibt es noch viele weitere Rankingfaktoren, auf die Du achten solltest, wenn Du auf neue URLs umleitest.

Google Tool zur Adressänderung

Wenn Du Deine URLs mit einem Redirect umgeleitet hast, kannst Du die Adressänderung mit einem Google-Tool einrichten. Dafür musst Du Deine Property in der Google Search Console hinterlegt haben. Dort müssen beide URLs, die neue und die alte, eingerichtet werden. Beachte, dass Du dieses Tool zur Überwachung des weitergeleiteten Traffics nur dann nutzen kannst, wenn es sich um eine Domainänderung handelt! Lese hier mehr darüber: https://support.google.com/webmasters/answer/83106?hl=de.

Checkliste URL-Redirects: Wann kann ich welche Weiterleitung einsetzen?

Anwendungsfall temporär oder permanent cachebar Mögliche Statuscodes
Website Relaunch permanent ja 301
Änderungen an der URL-Struktur permanent ja 301
Geotargetingtemporärnein 302, 307
Affiliate-Kampagne temporär hängt von der Absicht ab 302
URL-Bündelung permanent ja 301

Häufige SEO-Fehler bei Redirects: Weiterleitungsketten

Wenn Du Weiterleitungen, vor allem 301-Redirects, einsetzt, solltest Du Weiterleitungsketten vermeiden. Solche Ketten entstehen, wenn eine URL auf eine andere URL weitergeleitet wird, für die bereits eine Weiterleitung eingerichtet ist. Im Extremfall kann der Browser oder Bot die Ursprungs-Anfrage nicht mehr auflösen und warnt durch "too many redirects". Zugleich werden durch mehrfache Weiterleitungen die Ladezeit und die Serverlast erhöht. Weitere negative Folgen von Weiterleitungsketten sind die Verschwendung von Crawl Budget sowie die Verschwendung von SEO-Potential. John Müller von Google hat auf Nachfrage von seoundtable.com 2016 bestätigt, dass Webmaster Weiterleitungsketten vor allem beim Domainumzug vermeiden und beheben sollten.

Mach Dir bei einem Domainwechsel am besten eine Übersicht mit allen eingerichteten Weiterleitungen. So kannst Du vermeiden, dass zukünftig Weiterleitungsketten entstehen.

Welche Auswirkungen haben Weiterleitungen auf das Crawl Budget?

Suchmaschinen durchsuchen das Web kontinuierlich nach neuen Inhalten. Dabei folgen die Bots Links, crawlen Webseiten und indexieren den Content sowie weitere Elemente. Für diesen Vorgang steht jedoch nur ein begrenztes Crawl Budget zur Verfügung. Webmaster haben auf verschiedene Weise Einfluss darauf, wie zum Beispiel der Googlebot sein Crawlbudget optimal nutzen kann. Ein wichtiger Faktor beim Crawling ist die Zahl an Requests, die der Bot an den Server stellen kann.

Wird eine URL nun weitergeleitet, muss der Googlebot einen zusätzlichen Request ausführen. Gibt es auf einer Webseite viele Redirects, erhöht sich dadurch auch die Zahl der Requests. Gleichzeitig reduziert sich das Crawl Budget des Bots. Deshalb solltest Du allgemein mit Weiterleitungen sparsam umgehen. Denn wenn das Crawl Budget durch Redirects schneller erschöpft ist, bleibt dem Googlebot weniger Zeit, um weitere Seiten zu crawlen und indexieren. So kann es passieren, dass Deine indexierten Seiten nicht mehr aktuell sind.

Kann ich durch URL-Redirects Traffic verlieren?

Grundsätzlich birgt jede Weiterleitung das Risiko eines Trafficverlusts. Zwar bestraft Google Webseiten nicht mehr durch einen Verlust an Linkjuice, wenn diese zum Beispiel mit einem 301-Redirect weitergeleitet werden. Doch letztlich können überflüssige, falsch gesetzte oder überflüssige Weiterleitungen zum Nachteil für eine Webseite werden. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Du Weiterleitungen bewusst einsetzt, um Traffic auf eine Verkaufsseite zu bringen, die thematisch nichts mit der weitergeleiteten Seite zu tun hat. Ein solcher irrelevanter URL-Redirect wäre es, wenn Du von einer trafficstarken Infoseite zu Brillengläsern per 301 auf eine reine Affiliate-Seite umleitest. In einer Studie aus 2016 konnte sogar belegt werden, dass Google irrelevante Weiterleitungen als Soft 404-Fehler interpretiert.

Tatsächlich ist der Linkjuice nur einer von vielen Rankingfaktoren, die bei einem Redirect weitergegeben werden. Sollten zum Beispiel auf der neuen Zielseite die Title nicht gepflegt oder der Content nur minderwertig sein, kann eine Weiterleitung auch negative Folgen für das Ranking haben.

Fazit

Wenn Du URL-Redirects korrekt einsetzt, kannst Du SEO-Probleme beheben und alte Domains sicher und ohne große Nachteile auf neue umleiten. Überlege bei jeder Weiterleitung, ob diese wirklich sinnvoll ist und setze zum Beispiel den 301-Redirect mit Bedacht ein, um die Latenzzeit des Servers nicht unnötig zu erhöhen oder das Crawl Budget des Googlebots unnötig aufzubrauchen.

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Veröffentlicht am Sep 24, 2020 von Charlène Groß