Tor


Mit dem Namen Tor wird ein Netzwerk bezeichnet, über welches Daten anonymisiert im Internet übertragen werden können. Über das Tor-Netzwerk können User E-Mails versenden, im Internet surfen oder Instant Messenger verwenden, ohne dass der Datenverkehr von Dritten ausgelesen werden kann.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Tor-Netzwerk hat seinen Ursprung im Jahr 2000 als ein Forscher an der Universität Cambridge mit der Arbeit an einem abhörsicheren Netzwerk begann. Geplant war dessen Einsatz u.a. für US-Behörden oder auch das Militär. Doch im Jahr 2002 wurde schließlich eine erste Alpha-Version der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Name des Netzwerks leitet sich von dem Projekt „The Onion Routing“ ab.

In der Anfangsphase zwischen 2002 und 2004 arbeiteten drei US-Institutionen an der Weiterentwicklung von Tor mit. Danach wurde das Netzwerk durch die Electronic Frontier Foundation unterstützt.

Heute wird das Projekt zu fast zwei Dritteln mit Geldern der US-Regierung und zu einem Drittel von privaten Geldgebern finanziert. Weltweit nutzen fast 40 Millionen Menschen das Netzwerk Tor, um Daten verschlüsselt und anonym zu übertragen.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Um Tor zu verwenden, muss ein User zunächst den Tor-Client installieren, mit welchem er sich mit dem Netzwerk verbinden kann. Kurz nach der Installation lädt das Programm sich eine digital signierte Auflistung mit allen verfügbaren Servern herunter. Sogenannte „directory server“ bewahren diese Liste auf. Wenn nun der Client gestartet wird, wählt das Programm eine zufällige Route über drei Server aus der Liste. Die Verbindung zwischen den Servern ist dabei verschlüsselt. In Intervallen von 10 Minuten wechselt die Verbindung und es werden drei neue Server gewählt und der Client stellt über diese Server einen neuen „Tunnel“ her. Sobald das Routing aufgebaut ist, können schließlich Dateien über diese Verbindung verschickt werden.

Manche Browser, wie z.B: DuckDuckGo, bieten eine Vorsteinstellung zur Nutzung von Tor.

Die Verschlüsselung der Daten über das Tor-Netzwerk soll sogar Geheimdienste wie die NSA vor eine unlösbare Aufgabe stellen.[1]

Kritik[Bearbeiten]

Während die Befürworter und Unterstützer von Tor damit argumentieren, dass das Netzwerk vielen Menschen in Diktaturen und totalitären Systemen dabei helfe, zu kommunizieren, gibt es auch kritische Stimmen, die gerade die Anonymität des Netzwerks hinterfragen. Denn es steht fest, dass Tor auch von Kriminellen genutzt wird, um damit der Strafverfolgung zu entgehen. So sollen u.a. Bot-Netze über Tor gesteuert werden.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neues von der NSA: Tor stinkt heise.de Abgerufen am 14.04.2014
  2. 900 kriminelle Dienste im Tor-Netz-Darknet pcwelt.de Abgerufen am 14.04.2014

Weblinks[Bearbeiten]