Growth Hacking

Beim sogenannten „Growth Hacking“ handelt es sich um eine besondere Vorgehensweise im Online-Marketing, die das Wachstum und den Umsatz durch die Verbreitung des Produkts selbst fördert. Diese Marketingdisziplin basiert dabei in besonderem Maße auf der Kombination von Kreativität und analytischem, datengestützten Vorgehen. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden im Online Marketing versucht Growth Marketing ähnlich wie das Guerilla-Marketing mit minimalen finanziellen Mitteln eine maximale Wirkung zu erzielen. Growth Hacking wird deshalb häufig von Startups genutzt. Eine bedeutende Rolle bei der Umsetzung derartiger Maßnahmen spielen soziale Netzwerke und virale Netzkampagnen.

Hintergrund und Entwicklung[Bearbeiten]

Um reichweitenstark zu werben, benötigen Unternehmen ein komfortables Werbebudget. Denn je stärker Werbung auf Reichweite ausgelegt ist, desto höher sind dabei die Streuverluste. Vor allem junge Startups stehen deshalb zu Beginn vor dem Dilemma, eine möglichst große Reichweite zu erzielen, ohne dafür mit großen Mediabudgets arbeiten zu können. Hatten junge Unternehmen vor dem Web 2.0 online nur beschränkte Möglichkeiten, um Aufmerksamkeit zu erzielen, so können Startups heutzutage dank Social Media auf zahlreiche Werkzeuge zurückgreifen, um mit geringem finanziellen Aufwand viele Interessenten anzusprechen. Dabei nutzen Marketingverantwortliche die Möglichkeiten der Webanalyse, um Besucherverhalten und Erfolg zu messen und daraus neue Vorgehensweisen zu planen. Zugleich kommen Ansätze aus dem Content Marketing wie Storytelling zum Einsatz, um die User zum Verbreiten der ansprechend verpackten Werbebotschaft zu bringen. Bei allen Aktivitäten der Growth Hacker steht das Wachstum (engl. growth) der Website, der Marke oder der Community im Vordergrund. Dieses Wachstum wird durch die besondere Affinität zu computergestützten Verfahren gefördert. Hierher rührt auch der Begriff „Hacking“, der in seiner ursprünglichen Bedeutung in etwa „Tüftler“ bedeutet, also jemand, der verspielt mit moderner Technik umgeht. Demnach ist ein Growth Hacker eine Person, die spielerisch und kreativ vorhandene technische Systeme nutzt, um das Wachstum eines Webprojekts zu fördern. Der finanzielle Input wird beim Growth Hacking durch Idealismus, Engagement und Einfallsreichtum ersetzt. Große Webunternehmen wie Facebook oder auch Airbnb sind beispielsweise durch Growth Hacking groß geworden. Der Begriff des Growth Hackers tauchte erstmalig in einem Blogeitrag von Sean Ellis im Jahr 2010 auf.[1]

Methodik[Bearbeiten]

Kern des Growth Hacking ist es, den finanziellen Aufwand dabei gering zu halten. Neukundenakquise, das Erzielen von Conversions, sowie der Branding Aufbau erfolgen in der Regel über das Produkt selbst. Indem begeisterte User Inhalte des Produkts selbst mit anderen teilen, entsteht eine Art Kettenreaktion, die zu schnellem Wachstum führt. Das beworbene Produkt wird somit selbst zum Marketinginstrument.

Schon in den späten 1990er-Jahren setzte der Mail-Anbieter hotmail auf eine Form des Growth Hackings. In jeder über diesen Mailprovider versendeten E-Mail erhielt der Empfänger eine Grafik mit dem Text „PS: I Love You. Get Your Free Email At Hotmail”, die zum Anmelden bei hotmail aufforderte.[2] Der Erfolg blieb nicht aus, denn innerhalb eines Jahres konnte hotmail über 12 Millionen Nutzer hinzugewinnen. Ob sich dieses Wachstum allein auf die beschriebene Aktion zurückführen ließ, ist nicht belegt. Dass der Growth Hack in diesem Fall jedoch großen Einfluss auf das Wachstum hatte, bleibt bis heute unbestritten.

Nutzen für das Online-Marketing[Bearbeiten]

Growth Hacking ist im Rahmen von Online-Marketing-Aktivitäten längst nicht mehr nur ein Phänomen, das beim Aufbau von Startups genutzt wird. Das große Potential, mit geringem finanziellen Aufwand große Effekte zu erzielen, ist selbstverständlich auch für große Unternehmen attraktiv, ähnlich wie virale Kampagnen. Im Gegensatz zu rein viralen Marketingstrategien hat das Growth Marketing jedoch den Vorteil, dass sich der Erfolg durch vorangegangene Analysen besser antizipieren lässt. Auch die Auswertung von Growth Hacks wird dadurch einfacher. Letztlich kann jedoch keine Analyse präzise den Erfolg von Marketingkampagnen voraussagen, denn der User muss die kreative Idee, mit der das Produkt geteilt werden soll, überhaupt erst annehmen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Where are all the growth hackers startup-marketing.com Abgerufen am 16.01.2015
  2. 10 content marketing growth hacks unbounce.com Abgerufen am 16.01.2015

Weblinks[Bearbeiten]