Hilltop Algorithmus

Beim Hilltop Algorithmus handelt es sich um eine Methode, um Websites hinsichtlich bestimmter Suchbegriffe (Keywords) zu analysieren. Wenn eine untersuchte Website mindestens zwei Verweise von Expertenseiten erhält, wird sie von Google als „Autoritätsseite“ eingestuft[1].

Allgemeine Informationen zum Thema

Im Jahr 1999 wurde der Hilltop Algorithmus von Bharat und Mihaila an der Universität Toronto entwickelt. Im Jahr 2003 erwarb Google das Patent für diesen Algorithmus. Hintergrund ist eine entsprechende Position der besten Websites mit dem Prädikat Autoritätsseite bzw. Experten-Seiten. Darunter werden Websites verstanden, die zu einem bestimmten Thema zu unabhängigen Seiten Links erhalten. Die Entwickler sahen ursprünglich mindestens fünf solcher Seiten vor, Google legte sich auf zwei fest.

Auch diese unabhängigen Seiten werden genau geprüft. So dürfen sie nicht zum gleichen sogenannten Class-C-Netz gehören. Das bedeutet, dass die ersten drei Blöcke der IP-Adresse nicht übereinstimmen dürfen und keine gleichlautenden Domainnamen haben dürfen (denkbare nicht zulässige Variationen sind beispielsweise gleiche URLs mit unterschiedlichen Endungen wie „com“ oder „de“). Auch direkte oder indirekten Verbindungen der unabhängigen Seiten sind nicht zulässig. Dem Algorithmus folgend handelt es sich um eine Abhängigkeit, wenn die geprüfte Seite A in Kontakt mit Seite B steht, die ihrerseits Kontakt zur Seite C hat. Damit wird auch den Seiten A und C Kontakt zueinander unterstellt. Je mehr eingehende Links auf einer Website zu finden sind, desto besser werden sie gerankt, weil sie als Experten-Seiten gelten[2].

Abgrenzung vom Hilltop Algorithmus zum PageRank Algorithmus

Der PageRank Algorithmus gab die Zahl und die Stärke eingehender Links auf einer Website an. Damit gehörte er zu den wichtigsten Instrumenten, um Websites auf Relevanz zu prüfen. Doch der PageRank Algorithmus vermittelte ein unvollständiges Bild, da er zwar Aussagen über Stärke und Zahl eingebundener Websites machte, jedoch nichts über deren Qualität aussagt. Doch genau diese Qualität ist bedeutsam, wenn man die Relevanz einer Website beurteilen will.

Aus diesem Grund ist der Hilltop Algorithmus eine sinnvolle Ergänzung zum PageRank Algorithmus. Er untersucht bestimmte Suchbegriffe von Websites und legt fest, ob sie zum Kreis der Autoritätsseiten gezählt werden können. Wurde der Status der Expertenseite festgelegt, erkennt der Nutzer dies daran, dass sie in den Suchergebnissen an den oberen Stellen zu finden ist und neben der allgemein üblichen Seitenbeschreibung zusätzliche Informationen enthält. Das können zum Beispiel Links zu relevanten Unterseiten sein[3].

Das Hub and Authorities Verfahren und der Trustrank sind zwei weitere Algorithmen, die der Überprüfbarkeit von Websites dienen. Bei Hubs and Authorities (kurz: HITS) wird die Wertigkeit einer Seite mittels Autoritätseigenschaften und Hubs untersucht. Während die Hubeigenschaft die Anzahl und Qualität der ausgehenden Links einer Seite bewertet, wird die Autorität einer Webseite durch deren externe Links festgelegt.

Die wesentliche Aufgabe des Trustrank ist das Aufspüren von Spamseiten. Der Trustrank definiert dafür zunächst einige Autoritätsseiten (zum Beispiel Wikipedia) und verfolgt alsdann alle ausgehenden Links. Weil Spamseiten in aller Regel so gut wie gar nicht verlinkt werden, lassen sie sich durch den Trustrank relativ leicht orten und zuordnen[4].

SEO und der Hilltop Algorithmus

Auch für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist der Hilltop Algorithmus von Bedeutung. Um besser zu ranken, sammelt man möglichst viele Links von Experten-Seiten. Dafür ist es nötig, mit seiner eigenen Website in möglichst viele Verzeichnisse eingetragen zu werden. Um gezielt nach Experten-Seiten zu suchen, ist es sinnvoll, nach Websites Ausschau zu halten, die ihrerseits auf zahlreiche gut gerankte Seiten verweisen. Doch man kann das Ranking auch selbst aktiv beeinflussen. Dazu ist empfehlenswert, eigene Verzeichnisse zu bestimmten Themen zu schaffen, in die dann in der Folge in die zu optimierende Website eingebaut wird[5].

Durch Ungenauigkeiten bei der Berechnung (nicht alle Experten- bzw. Autoritätsseiten werden immer erfasst) eignet sich der Hilltop Algorithmus allerdings nur bedingt, um ein besseres Ranking zu erzielen. In Zusammenarbeit mit den bereits genannten anderen Algorithmen kann aber der Rechenaufwand reduziert werden, der zu Beginn der Suche über den Suchindex entsteht. Zudem ist der Hilltop Algorithmus ein wertvolles Instrument geworden, um Spam zu entdecken. Durch die durch den Algorithmus festgelegten Qualitätskriterien haben Websites, die als Spam einzuordnen sind, faktisch keine Chance, den Status einer Autoritätsseite zu erlangen[6].

Bedeutung für das Online Marketing

Der Hilltop Algorithmus alleine bringt Websitebetreiber noch nicht nach vorne. Er ist Bestandteil einer größeren Gruppe von Algorithmen, die möglichst miteinander kombiniert genutzt werden sollten. Der Stellenwert des Hilltop Algorithmus ist jedoch nicht zu unterschätzen, denn offenkundig verfolgte Google bereits seit spätestens 2003 den Plan, hochwertige Websites zu belohnen[7]. Das mag auch damit zusammenhängen, dass damals Websites, die an sich wertlos waren, mit hoher Keyworddichte und grenzwertigen Linksammlungen in der Suchmaschine nach vorne rücken konnten. Eine Entwicklung, die es zu stoppen galt. Um mit der eigenen Website gut zu ranken, ist die Beschäftigung mit den unterschiedlichen Algorithmen unverzichtbar.

Einzelnachweise

  1. Hilltop Algorithmus seo2b.de. Abgerufen am 28.08.2017
  2. Diplom Aleksander Bazalukov theo.cs.ovgu.de. Abgerufen am 28.08.2017
  3. Alte Inhalte Google Index mobilenetsolution.org. Abgerufen am 28.08.2017
  4. SEO Guide wengenroth-und-partner.de. Abgerufen am 28.08.2017
  5. Hilltop Algorithmus suchmaschinendoktor.de. Abgerufen am 28.08.2017
  6. Hilltop Algorithmus Definition seo-analyse.com.de. Abgerufen am 28.08.2017
  7. Hilltop Algorithmus E-Book books.google.de. Abgerufen am 28.08.2017

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