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Google & HTTPS: Was Du jetzt wissen musst

Am 17.08.2017 hat Google mit einer über die GSC verschickten Warn-Mail für anhaltende Aufregung gesorgt. Was Du jetzt wissen musst, wenn Du diese Mail erhalten hast, erfährst Du in diesem Beitrag.

Hintergrund und Fakten

Schon seit mehreren Jahren treibt Google die Verwendung von HTTPS im World Wide Web immer weiter voran. Der Grund hierfür: Google möchte das Web sicherer machen. Wie wichtig Google der großflächige Einsatz von HTTPS ist, zeigte sich unter anderem im August 2014. Damals gab Google bekannt, dass HTTPS ein Rankingfaktor ist. Im Dezember 2015 wurde im Google Webmaster Zentrale-Blog bekannt gegeben, dass standardmäßig die HTTPS-Variante einer Website bevorzugt indexiert wird.

Die per Mail angekündigte Änderung in Chrome ist somit nur ein weiterer Schritt auf Googles Weg zum komplett verschlüsselten WWW.

Abbildung 1: Screenshot der E-Mail-Warnung

Was jetzt zu tun ist

Das Wichtigste ist jetzt: Ruhe bewahren. Die angekündigten Änderungen werden erst im Oktober wirksam. Dennoch ist es von Vorteil, bereits jetzt die Umstellung auf HTTPS vorzunehmen. Bis die Umstellung einer Website von HTTP auf HTTPS komplett in Googles Index angekommen ist, kann nämlich einige Zeit vergehen. Und da aktuell viele Websites im alljährlichen Traffic-Sommerloch sind, ist jetzt der beste Zeitpunkt für solche “Umbauten”.

Verzichten Website-Betreiber auf die Umstellung, so wird in Googles Browser Chrome ab Oktober der in Abbildung 2 dargestellte Hinweis angezeigt werden, wenn auf einer Unterseite Daten über ein Formular eingegeben werden können oder wenn eine nicht verschlüsselte Website im Incognito-Modus aufgerufen wird.

Abbildung 2: Der Not-Secure-Warnhinweis in Google Chrome

Dies ist schon heute teilweise der Fall, beispielsweise auf Login-Seiten. Dort zeigt Chrome schon seit einiger Zeit den Not-Secure-Hinweis.

Wie stelle ich meine Website auf HTTPS um?

Der erste Schritt ist, ein SSL-Zertifikat für Deine Website zu erwerben. Es gibt verschiedene Arten von Zertifikaten, das CA Security Council gibt in dieser Infografik eine anschauliche Übersicht. Um den Warnhinweis in Chrome zu vermeiden, reicht schon ein “Basic”-Zertifikat. Bei diesem Zertifikatstyp wird, neben der Verschlüsselung der Daten, lediglich die Inhaberschaft der Domain bestätigt. Man nennt dieses Zertifikat auch DV (Domain-Validierung)-Zertifikat. Ein DV-Zertifikat erhältst Du kostenlos auf https://letsencrypt.org. Dort findest Du auch eine ausführliche Anleitung zur Implementierung. Wenn Du WordPress nutzt, kannst Du beispielsweise das von zahlreichen SEOs empfohlene Really Simple SSL-Plugin zur Installation des Zertifikats verwenden.

Nachdem Du das Zertifikat auf Deinem Server installiert hast, solltest Du als nächstes testen, ob alle URLs Deiner Seite in der HTTPS-Version abrufbar sind. Ist dies der Fall, dann ist der nächste Schritt die Weiterleitung der HTTP-URLs auf HTTPS. Durch die Weiterleitung sorgst Du dafür, dass Nutzer und Suchmaschinen nur noch die HTTPS-Variante Deiner Website aufrufen können und sendest zugleich ein deutliches Signal an Google, dass Deine Inhalte nur noch unter HTTPS erreichbar sind. Hierfür musst Du lediglich eine kleine Ergänzung in der .htaccess-Datei auf Deinem Webserver vornehmen:

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTPS} off
RewriteRule (.*) https://%{HTTP_HOST}%{REQUEST_URI} [R=301, L]

Am Besten ist es, wenn Du vor der Umstellung alle HTTP-URLs Deiner Website auflistest, so dass Du nach der Umstellung prüfen kannst, ob alle URLs korrekt weiterleiten. Hierfür kannst Du zum Beispiel die Ryte Software verwenden, die Du im FREE Account kostenlos testen kannst. In unserem Artikel im Product Insights Blog haben wir außerdem für Dich zusammengefasst, wie Du HTTP-Seiten in wenigen Schritten mit Ryte identifizieren kannst.

Als nächstes solltest Du die internen Links Deiner Website prüfen. Falls du relative Links verwendest, sollte es keine Probleme geben. Verwendest Du jedoch absolute Links, so musst Du nun jeden einzelnen internen Link auf HTTPS umstellen, um interne Weiterleitungen zu vermeiden. Achte auch auf Verweise, die nicht direkt auf den Seiten sichtbar sind, wie zum Beispiel Canonical Tags. Sollten die Canonical Tags Deiner HTTPS-URLs nämlich noch auf die HTTP-Variante verweisen, kann es passieren, dass Google die neuen URLs nicht indexiert. Falls Dein CMS nicht automatisch die Sitemap.xml aktualisiert, solltest Du dafür sorgen, dass hier auch die HTTP-URLs durch die HTTPS-Variante ersetzt werden.

Vergiss auch nicht, externe Links auf Deine Website, beispielsweise in Facebook oder Google AdWords, auf die neuen URLs umzustellen. Links von anderen Websites auf Deine Website kannst Du zwar nicht selbst umstellen, es lohnt sich aber, die Betreiber der linkgebenden Websites um eine Anpassung der Links zu bitten.

Da für Google die verschlüsselte und die unverschlüsselte Variante einer Website zwei verschiedene Websites darstellen, musst Du in der Google Search Console auch die HTTPS-Variante Deiner Website anlegen und verifizieren. Hinterlege bei dieser Gelegenheit auch gleich Deine neue Sitemap in der GSC. Wichtig: Es mag verlockend sein, für die Umstellung von HTTP auf HTTPS eine Adressänderung in der Google Search Console zu beauftragen - diese Funktion ist aber nicht dafür gedacht, verwende sie also besser nicht.

Neben der Umstellung der GSC solltest Du auch prüfen, ob Deine Google-Analytics-Implementierung auch auf der HTTPS-Version Deiner Website problemlos funktioniert.

Eine umfangreiche Checkliste zur Umstellung von HTTP auf HTTPS findest Du zum Beispiel bei Aleyda Solis. Mehr Informationen zur Umstellung findest Du auch in diesem Artikel zum Thema SSL und SEO.

Fazit

HTTPS wird für Website-Betreiber durch Googles SSL-Promotion immer wichtiger. Die jüngste Ankündigung über die Google Search Console ist letztlich nur ein weiterer Schritt in einer Entwicklung, die Google schon vor einigen Jahren begonnen hat. Um wettbewerbsfähig und suchmaschinenkonform zu bleiben, sollten Website-Betreiber spätestens jetzt auf HTTPS umstellen. Da es hierbei jedoch technisch einiges zu beachten gibt, sollte die Umstellung gut vorbereitet und geprüft werden, um keine Schäden an Rankings oder Erreichbarkeit zu verursachen.

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Veröffentlicht am Aug 18, 2017 von Editorial Team