Direct-to-Consumer

Direct-to-Consumer (kurz: D2C) ist ein Marketingansatz, bei dem Marken sich ohne Zwischenhändler oder Plattformen direkt an den Kunden wenden. Durch Direct-to-Consumer-Marketing können Unternehmen aber nicht nur Kosten sparen, sondern erhalten gleichzeitig direkte Einblicke in das Konsumentenverhalten sowie direktes Kundenfeedback. Diese Insights können wiederum für die Verbesserung der Produkte und der Marke eingesetzt werden.


Hintergrund[Bearbeiten]

Im B2C-Bereich gab es bis zum zunehmenden Erfolg des E-Commerce seit Beginn der 2000er-Jahre eine feste Vorgehensweise. Der Hersteller produzierte Produkte, verkaufte diese an einen Zwischen- oder Großhändler, der die Artikel wiederum an die Händler vor Ort lieferte. Mit der zunehmenden Bedeutung des Online-Handels hatte sich an diesen Vertriebswegen kaum etwas geändert. Doch bei steigendem Wettbewerb und zunehmender Globalisierung haben sich immer mehr Hersteller dazu entschlossen, nicht mehr allein auf den Vertrieb durch Dritte zu setzen, sondern Herstellung und Vertrieb selbst zu übernehmen. Die Idee des „Direct-to-Consumer“ war entstanden.

Der Direktvertrieb selbst ist jedoch keine neue Idee. So gab es bereits in vielen Bereichen Hersteller, die den Vertrieb ihrer Produkte ohne Zwischenhändler selbst übernommen hatten. Beispiel sind der Staubsaugerhersteller Vorwerk oder die berühmte „Tupperware“.

Im Gegensatz zum analogen Direktvertrieb über Handelsvertreter bietet Direct-to-Consumer-Marketing im E-Commerce noch weitere Möglichkeiten. So können auch kleine Unternehmen ihre Produkte über das Web weltweit verkaufen und vermarkten, ohne dafür eine aufwändige Vertriebsstruktur aufbauen zu müssen.

Große Marken, vor allem im Retail-Bereich setzen verstärkt auf eigene Online-Shops, in welchen die selbst hergestellten Produkte ohne Zwischenhändler verkauft werden.


Eigenschaften[Bearbeiten]

Direct-to-Consumer Marketing zeichnet sich dadurch aus, dass der Hersteller alles aus einer Hand anbietet. Er übernimmt die Produktion, das Marketing, den Vertrieb sowie das Customer-Relationship-Management für seine Produkte.


Vorteile und Nachteile von Direct-to-Consumer[Bearbeiten]

Vorteile[Bearbeiten]

  • Kosteneinsparung: Durch den Verzicht auf Zwischenhändler und Großhändler können Unternehmen Vertriebskosten sparen. Die Einsparungen lassen sich direkt an die Käufer weitergeben, sodass die Produkte insgesamt günstiger angeboten werden können.
  • mehr Kontrolle: Der Direct-to-Consumer-Ansatz ermöglicht Unternehmen, die Vertriebswege der eigenen Produkte genau nachzuverfolgen. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich direkt in die Produktion überführen.
  • direktes Kundenfeedback: Kunden haben die Möglichkeit den Hersteller selbst mit Feedback zu versorgen. Auf diese Weise lassen sich Produkte nachhaltig und kundenspezifisch optimieren.
  • Chancen für Startups: Durch den D2C-Ansatz haben auch Startups die Möglichkeit, bereits etablierte Geschäftsfelder neu zu belegen.
  • Auswertung von Kundendaten: Indem Unternehmen ihre Produkte direkt vermarkten, haben Sie die Möglichkeit, Kundendaten ungefiltert durch andere Plattformen auszuwerten.[1]

Nachteile[Bearbeiten]

  • Markenbekanntheit: Kleine Unternehmen müssen großen Aufwand betreiben, um als Marke bekannt zu werden und um dadurch die benötigte Reichweite für den gewünschten Absatz zu erzielen.
  • geringe Reichweite: Durch Zwischen- und Großhändler sowie Handelsplattformen können Unternehmen schnell viel Reichweite erzielen. Ohne diese Plattformen sind sie erst einmal „Nonames“.
  • Technologie: Um die erhobenen Daten zu nutzen, ist Know-how im Bereich Webanalyse und Datenverarbeitung notwendig. Dieses Know-how müssen Firmen erst aufbauen.


Direct-to-Consumer Brands[Bearbeiten]

Mittlerweile gibt es viele sogenannte „Direct-to-Consumer-Brands“. Dabei handelt es sich um Marken, die bereits beim Start als Direktverkäufer agieren. Bekannte Beispiele für Direct-to-Consumer-Brands sind zum Beispiel Betten-Startups für bett1.de, Casper oder Emma, aber auch der Dollar-Shave-Club aus den USA.

Etablierte Marken im Retail-Bereich wie Esprit oder Adidas fahren heute meist eine Doppelstrategie mit eigenem Online-Shop sowie dem Verkauf der eigenen Produkte über Plattformen wie Amazon oder über Zwischenhändler. Häufig nutzen diese Marken Direct-to-Consumer-Marketing, um einige Produkte exklusiv über den eigenen Online-Shop zu verkaufen.


Nutzen für Online-Marketing[Bearbeiten]

Direct-to-Consumer-Marketing bietet Startups ebenso wie etablierten Brands die Möglichkeit, beim Vertrieb der eigenen Produkte Kosten zu sparen und somit konkurrenzfähiger zu werden. Gleichzeitig erhalten die Hersteller die Hoheit über alle erhobenen Daten zum Kaufverhalten ihrer Zielgruppe.

Direct-to-Consumer-Brands kombinieren diesen Marketing-Ansatz in der Regel mit weiteren Marketing-Disziplinen wie Guerilla-Marketing, Viral Marketing oder Content Marketing, um Erfolg zu haben. Zusätzlich werden alle Marketing-Aktivitäten durch Social Media, Affiliate Marketing sowie Suchmaschinenmarketing unterstützt, um Reichweite zu erzielen.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Direct-to-Consumer kurzer Prozess sueddeutsche.de Abgerufen am 25.07.2019

Weblinks[Bearbeiten]