Enhanced Messaging Service (EMS)

Der Enhanced Messaging Service, abgekürzt EMS, (deutsch: Erweiterter Nachrichtendienst) kann als Kreuzung zwischen SMS und MMS verstanden werden. Eine EMS ist, wie eine SMS, ein Kommunikationsmittel zwischen zwei Mobiltelefonen, kann aber nicht nur Text, sondern, wie eine MMS, auch Multimedia-Dateien übertragen.


Entwicklung und Technologie[Bearbeiten]

Die Entwicklung von EMS wurde von einem Konglomerat unterschiedlicher Mobiltelefonhersteller, wie Samsung, Siemens, Motorola, Ericsson und Alcatel, initiiert. EMS sind als Erweiterung der SMS zu verstehen und nutzen die gleiche Infrastruktur und das gleiche Parameterfeld, etwa den User Data Header. Dadurch ist es möglich, dass das mobile Endgerät binärverschlüsselte oder zusammenhängende Nachrichten verschicken und empfangen kann. Beim Versand einer EMS wird der Nachrichteninhalt aber in anderer Form interpretiert, als beim SMS-Versand.

Die Übertragung von EMS erfolgt über den 1990 etablierten Mobilfunkstandard GSM, aber auch via Multiplexverfahren, etwa das Zeitmultiplexverfahren TDMA oder das Codemultiplexverfahren CDMA. Somit besteht für das Telefonnetz zwischen EMS und SMS kein Unterschied. Technisch betrachtet können alle Mobiltelefone, die SMS empfangen und verschicken können, auch EMS erhalten und versenden.

Allerdings sind nicht alle Handys in der Lage, Inhalte von EMS korrekt darzustellen.[1] Dazu bedarf es eines Thin Clients auf dem Mobiltelefon, der es möglich macht, Rich Content (Ton, Video, Bild, Animationen, Textformatierungen) vollständig abzubilden und wiederzugeben.

Handelt es sich beim Empfängertelefon um ein Gerät, das EMS nicht entschlüsseln kann, wird der Nachrichteninhalt als reines Textformat ausgegeben. Diese Texte sind für den User oftmals nicht lesbar, weil EMS zusätzliche Daten beinhaltet, die vom inkompatiblen Empfängergerät mitunter nicht ausgelesen oder dechiffriert werden können.

Vielerorts kommt es darüber hinaus zu Inkompatibilitäten beim Versand von EMS an Teilnehmer abweichender Mobilfunkanbieter. Obwohl die technische Übermittlung zwischen verschiedenen Geräteherstellern funktioniert, ist die übergreifende Funktionsfähigkeit unter den unterschiedlichen Netzbetreibern nicht überall gegeben.[2]


Abgrenzung zu SMS[Bearbeiten]

Zwar verwenden SMS und EMS die gleiche Infrastruktur, werden etwa in einem Messaging Center zwischengespeichert, wenn der Empfänger der Kurznachricht nicht im Telefonnetz eingewählt ist, dennoch unterscheiden sich die beiden Dienste erheblich.

Mit SMS können ausschließlich reine Textnachrichten versandt werden, auch unter der Verwendung vereinzelter Sonderzeichen. Die zu Rich Content fähigen EMS bilden hingegen Sonderzeichen und auch Emojis in der gerätetypischen Darstellung ab. Außerdem können mit EMS Bilder von bis zu 1024 x 1024 Pixeln und Animationen wie GIFs, die aus bis zu sechs Einzelbildern mit je 32 x 32 Pixeln bestehen, übermittelt werden.

EMS sind auch zur Übertragung von Tönen geeignet, die sich innerhalb eines Rahmens von drei Oktaven bewegen, aus bis zu 80 Einzelnoten bestehen und zwischen 150 und 450 Millisekunden andauern.[3]

Anders als in SMS können per EMS versandte Textteile formatiert werden, etwa gefettet, kursiv verfasst oder links- bzw. rechtsbündig positioniert werden.


Abgrenzung zur MMS[Bearbeiten]

Die MMS war die Weiterentwicklung der EMS, übermittelt Daten aber – anders als SMS oder EMS – per WAP (Wireless Application Protocol). Dadurch ist eine geräteübergreifende Übermittlung von multimedialen Inhalten möglich — etwa, ein Versand einer MMS von einem Mobiltelefon an eine Mailadresse.

Im Gegensatz zu einer MMS sind EMS nur zum Versand von Dateien und Inhalten geeignet, die ein bestimmtes Pixelmaß oder Byteanzahl nicht überschreiten. Hierdurch ist es möglich, via MMS Texte noch stärker zu formatieren, Grafiken, Bild- oder Videoanhänge und Musiktöne von mehreren Kilobyte zu schicken sowie zu streamen.

Seit der Einführung der MMS und aufgrund ihrer Hersteller-, Mobilfunkanbieter- und Endgeräte übergreifenden Eigenschaften hat die EMS an Bedeutung verloren.[4]


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] twigby.zendesk.com. Abgerufen am 01. August 2019.
  2. [2] crowdsupport.telstra.com.au. Abgerufen am 01. August 2019.
  3. [3] elektronik-kompendium.de. Abgerufen am 01. August 2019.
  4. [4] techopedia.com. Abgerufen am 01. August 2019.

Weblinks[Bearbeiten]