Rich Media

Mit Rich Media (deutsch: reiche, angereicherte Medieninhalte) werden Werbemittel im Internet bezeichnet, die nicht nur Text und Bilder, sondern auch Videoelemente oder Audiodaten enthalten können. Das Ziel von Rich Media ist es, zum einen eine gesteigerte Aufmerksamkeit und zum anderen eine erhöhte Interaktionsbereitschaft des Nutzers zu erreichen.

Allgemeine Informationen

Werbung im Internet ist ständigen Entwicklungen unterworfen. Werbende kämpfen um die Aufmerksamkeit des Nutzers und loten dabei stets alle technischen Möglichkeiten aus. Rich Media ist ein sich stetig wandelndes Ergebnis dieses Prozesses. Durch die Einbindung von Videos, Spielen und weiteren Formaten wird der Nutzer interaktiv in die Werbung eingebunden. Auf diese Weise werden nicht nur Klicks auf Angebote generiert, sondern es wird zugleich das Branding gestärkt – im Nachgang kann diese steigende Markenbekanntheit zu erhöhten Seitenaufrufen führen.

Dank der technischen Möglichkeiten von Rich Media bietet sich dieses Werbeformat gerade für langfristig angelegte Werbekampagnen an.[1]

Technische Voraussetzungen

Voraussetzungen für Rich Media sind eine Internet-Breitbandverbindung und Programme wie Flash oder JavaScript, um Rich Media Anzeigen auf dem Rechner des Nutzers überhaupt darstellen zu können. Der Standard HTML5 ist in besonderem Maße für Rich Media ausgelegt, da die Inhalte plattform- und geräteübergreifend über einen Browser ohne zusätzliche Plugins geladen werden können.

Im Zuge der zunehmenden mobilen Internetnutzung sollte Rich Media im Sinne einer „Mobile first“-Strategie zunächst für mobile Endgeräte entwickelt werden. Laut einer statistischen Erhebung nutzten 2015 mehr als die Hälfte der Deutschen das Internet mobil.[2]

Funktionen

Rich Media bietet grundsätzlich sehr umfangreiche Möglichkeiten der Internetwerbung. Rich Media Anzeigen sind meist größer als 40 KB und enthalten Video-Dateien und Features wie Empfehlungen oder eine Galerieansicht von Bildern. Es können Videos eingebunden werden, die erscheinen, wenn eine Webseite aufgerufen wird. Eigens programmierte Flash-Anwendungen können Nutzer dazu anregen, auf eines der Angebote zu klicken. Selbst mehrere Inhaltsebenen sind möglich: Durch die Kombination von HTML5 und Flash können Microseiten programmiert werden, die als Pop-Up auf anderen Webseiten erscheinen und Klicks generieren können.

Einige Beispiele für Rich-Media-Anzeigen in der Werbung:

  • ein Werbebanner mit integrierter Möglichkeit, einem Unternehmen in einem sozialen Netzwerk zu folgen
  • eine Werbeanzeige, die sich beim Mouseover vergrößert und ein YouTube-Video des werbenden Unternehmens sowie weitere Informationen anzeigt
  • Werbeanzeigen, welche einen Kalender enthalten, der nach dem Daraufklicken einen Termin im eigenen Smartphone-Kalender vormerkt

Beispiele für die Verwendung im E-Commerce:

  • Produktdarstellungen in 360-Grad-Ansicht
  • Produktvideos mit Inhalten, die der User selbst verändern kann
  • virtuelle „Ankleiden“ für Mode-Online-Shops
  • Interaktive Videoformate, in welchen der Nutzer verschiedene Auswahloptionen hat

Das Ziel von Rich Media ist immer die Interaktion mit dem Nutzer: Er soll nicht einfach nur eine Werbeanzeige anschauen, sondern aktiv in die Werbung eingebunden werden. Auf diese Weise wird eine Identifizierung zwischen Nutzer und Marke ermöglicht. Wie bei anderen Werbemitteln im Internet auch stehen den Werbenden verschiedene Möglichkeiten zum Targeting und Tracking zur Verfügung, um die Effektivität zu steigern und den Werbeerfolg zu messen.

Bedeutung für die SEO

Suchmaschinen können keine Videos oder Flash Animationen auslesen. Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, die Daten, die von den Suchmaschinen nicht gecrawlt werden können, so auszuzeichnen, dass die Suchmaschinen wenigstens Hinweise auf den Inhalt haben. Prägnante Titel und Untertitel helfen nicht nur den Suchmaschinen, sondern auch den Nutzern. Text, der von den Suchmaschinen ausgelesen werden soll, wird vorzugsweise in HTML dargestellt oder ausgegeben.[3] Für moderne Rich-Media-Inhalte sollte insgesamt auf Flash verzichtet werden. Stattdessen wird HTML5 empfohlen.

Der Einsatz von Rich Media ist eng mit der Nutzerfreundlichkeit einer Webseite verknüpft. Rich Media sollte den Nutzer nicht von einer Seite weglocken, sondern vielmehr Interesse und Aufmerksamkeit wecken. So wird die Verweildauer erhöht, was einen positiven Effekt auf das Ranking haben kann. Zudem sollten Rich Media Ads sparsam eingesetzt werden, damit eine Website nicht mit Werbung überladen ist. Die Suchmaschinen können das Verhältnis von eigentlichem Inhalt und Werbeanzeigen mittlerweile gut einschätzen. Zur Usability gehört auch die Barrierefreiheit: Hier haben Webmaster und Werbende verschiedene Möglichkeiten, Rich Media Ads so zu gestalten und auszuzeichnen, dass sie barrierefrei sind. Zum Beispiel durch Vorleseprogramme (Audiodeskription) oder Synchronisation von Untertiteln.

Einzelnachweise

  1. Was ist mit Rich Media gemeint?. Google Support. Abgerufen am 02. Dezember 2013.
  2. 54 Prozent der Deutschen surfen mobil de.statista.com Abgerufen am 09.02.2016
  3. 7 Ways Video & Rich Media Sites Can Improve Their SEO. Seogadget.com. Abgerufen am 02. Dezember 2013.

Weblinks

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