Google X

Mit dem Namen Google X wird eine Forschungsabteilung von Google in Verbindung gebracht, die weit über die Arbeit eines Suchmaschinenproviders hinausgeht. In den teils geheimen Laboren des Konzerns wird vermutlich an vielfältigen Projekten gearbeitet, welche u.a. die Bereiche Robotik und künstliche Intelligenz betreffen. Für die Einrichtung selbst gibt es jedoch weder eine offizielle Adresse noch eine offizielle Website. Ein berühmtes Ergebnis aus den Laboren von Google X ist z.B. Google Glass. In den nächsten Jahren soll das Forschungslabor noch weitere technologische Meilensteine verantworten.

Entwicklung und Hintergrund

Spätestens seit die New York Times im November 2013 darüber berichtete, ist bekannt, dass Google eine eigene Forschungseinrichtung betreibt und dabei mehr als 100 Projekte durchführen soll.[1] Der verwendete Name Google X spielt mit dem X als unbekanntem Faktor. Die Einrichtung wurde folglich geschaffen, um nach bisher unbekannten Möglichkeiten zu suchen. Hauptverantwortlicher soll Googles Mitfirmengründer Sergey Brin sein.

Einer der entscheidenden Mitarbeiter aus der Führungsriege von Google X ist der deutsche Robotikexperte Sebastian Thrun. Darüber hinaus wirbt Google seit seiner Gründung immer wieder hochspezialisierte Experten ab und verstärkt damit sein Forschungsteam. Ziele von Google X sind u.a. die Entwicklung von zukunftsträchtigen Technologien und Produkten, die wie eine Art „Moonshot“ wirken, also ähnlich spektakulär und zukunftsweisend sein sollen, wie der erste Mensch auf dem Mond.

Die Laborgebäude von Google X sollen sich auf dem Firmengelände von Google in Mountain View befinden, sind aber von außen nicht entsprechend gekennzeichnet.

Auch wenn es vordergründig um den Fortschritt geht, ist Google immer noch ein Konzern, der Geld verdienen möchte. So ist der Hintergrund für viele Projekte auch der, Marktführer in bisher noch unerschlossenen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Gebieten zu werden. Das Projekt „Google Loon“ ist hierfür ein sehr gutes Beispiel. Denn wenn es Google schafft, Entwicklungsländer flächendeckend mit günstigen Internetverbindungen zu versorgen, schafft der Konzern dadurch neue Absatzmärkte für seine Werbeprogramme wie Google AdWords. Durch die enormen Umsätze mit Suchmaschinenwerbung hat der Konzern die nötigen finanziellen Mittel, um auch außergewöhnliche Forschungsabteilungen zu unterstützen. Wie hoch das Budget von Google X letztlich ist, bleibt unbekannt.

Projekte

Im Rahmen von Google X werden viele verschiedene Projekte realisiert. Die bereits bekannt gewordenen und öffentlich diskutierten Bereiche werden hier kurz skizziert.

Google Glass

Mit der Datenbrille Google Glass haben die Ingenieure und Wissenschaftler von Google ein erstes Arbeitszeugnis abgeliefert, das mittlerweile auch auf dem US-Markt erhältlich ist. Mit Hilfe von Google Glass wird die virtuelle Welt mit der realen Welt direkt verknüpft. Die Markteinführung in den USA wurde u.a. aber auch von heftiger Kritik begleitet.[2]

Google Loon

Dieses Projekt beschäftigt sich damit, die Ausbreitung des Internets auch in Entwicklungsländern ohne starke Infrastruktur zu fördern. Die Idee besteht darin, Internetverbindungen über Ballons herzustellen, die in großer Höhe über den jeweiligen Ländern schweben. Zusätzlich können diese auch durch unbemannte Drohnen unterstützt werden. Google hat hierfür Anfang 2014 den Drohnenhersteller Titan Aerospace übernommen.[3] Ähnliche Interessen bezüglich der Ausweitung des Internets in Entwicklungsländern verfolgt auch Facebook.[4]

Google Kontaktlinsen

Im Jahr 2014 hat Google erstmals eine Kontaktlinse vorgestellt, die nicht nur die fehlende Sehschärfe des Trägers ausgleichen, sondern außerdem Diabetikern helfen soll. Denn diese spezielle Kontaktlinse misst den Zuckergehalt im Blut und könnte so langfristig die schmerzhafte Messmethode über das Blut ersetzen.[5]

Fahrerlose Fahrzeuge

Schon seit 2010 testet Google in den USA Systeme, die Autos ohne Fahrer bewegen können und schickt immer wieder fahrerlose PKW in Abstimmung mit den jeweiligen Behörden in den Straßenverkehr. Dabei arbeitet das Unternehmen mit verschiedenen PKW-Herstellern zusammen.

Ausblick

Mit Google X zeigt der Suchmaschinenkonzern, wie die Technik in Zukunft aussehen könnte und treibt den technischen Fortschritt voran. Selbst fahrende Autos oder intelligente Kontaktlinsen sind hierbei nur der Anfang. Wenn man sieht, wie schnell sich allein die Technik der Suchmaschine weiterentwickelt, wird man gespannt sein dürfen, welche Ideen Google langfristig noch umsetzen wird. In einer immer stärker vernetzten Welt spielt das Unternehmen aus Mountain View eine noch weitaus gewichtigere Rolle als heute und ist nicht mehr nur allein ein Suchmaschinenriese, sondern ein globaler Technikriese. Zählt man die bisherigen Entwicklungen und Aneignungen zusammen (eigenes Betriebssystem, weltweit führende Suchmaschine, eigene Smartphone, Google Chromecast usw.), wird deutlich, welches Potential noch in Google stecken mag.

Einzelnachweise

  1. At Google X a top secret lab dreaming up the future nytimes.com Abgerufen am 26.04.2014
  2. Datenbrille Google Glass im Kreuzfeuer der Kritik – Brille sei Waffe gegen Persönlichkeitsrecht t-online.de Abgerufen am 26.04.2014
  3. Google-kauft-Drohnenhersteller-fuer-WLAN-Ballons.html Google kauft Drohnenhersteller für Wlan-Ballons welt.de Abgerufen am 26.04.2014
  4. Facebook plant angeblich Internet-Drohnen für arme Länder deutsche-mittelstands-nachrichten.de Abgerufen am 17.09.2014
  5. Google shows off smart contact lens that lets diabetics measure their glucose levels techcrunch.com Abgerufen am 26.04.2014

Weblinks

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