Hypertext

Entstehung

Das Medium “Text” wurde vor den Zeiten des World Wide Webs hauptsächlich linear in Präsentationsmedien aufgereiht. Diese Linearität bedeutet, dass Text wie auf einer Papyrus-Rolle oder in einem Buch “Seite für Seite” der Reihe nach gelesen werden musste. Bei umfangreichen Texten, die über mehrere hundert Seiten gingen, wurde diese Linearität jedoch kritisiert. Denn ein solcher Text besteht aus vielen zusammenhängenden Teilen, die quer durch den Text verstreut sind. Diese sind im normalen Text kaum verknüpft, sondern lassen sich erst erkennen, wenn man ihn von vorne bis hinten durchliest. Bereits 1965 entstand durch Ted Nelson die Idee, eine nicht-lineare Wissensdatenbank von unbegrenzter Größe einzurichten. Seine Visionen sind das Fundament heutiger Hypertext-Forschung. Als schließlich der Wunsch aufkam, einzelne Hypertext-Projekte weltweit zu vernetzen, entstand Anfang der neunziger Jahre das World Wide Web. Heutzutage wird Hypertext ausschließlich auf Computern realisiert, da sie die Anforderungen hervorragend unterstützen. Oftmals wird zur Erstellung eines Hypertexts heutzutage HTML verwendet, die Hypertext Markup Language.

Struktur

Im Prinzip enthalten stark strukturierte Bücher alle Merkmale, die auch beim Hypertext zu finden sind: hierarchische Strukturen (Kapitel & Unterkapitel), verknüpfende Elemente (Querverweise), und unterschiedliche Zugänge zu den Informationen (Inhaltsverzeichnis, Stichwortverzeichnis). Der Unterschied liegt aber in der Präsentation. Das Buch “empfiehlt” sich trotz der Hypertext-Eigenschaften rein äußerlich, linear durchgearbeitet zu werden, also Seite für Seite. Der Hypertext, der am Bildschirm präsentiert wird, bricht diese Linearität und ermöglicht die Navigation durch kleinere, verknüpfte “Happen” von Information. Er legt daher nahe, dass man ihn nicht von vorne bis hinten durchlesen muss. Hypertext ist so organisiert, dass Informationen in einzelne Einheiten fragmentiert werden, welche anschließend untereinander wieder intelligent vernetzt werden.

Hypertext, Hypermedia und Multimedia

Neben den reinen Informationen wird beim Hypertext auch Unterhaltung vermittelt. Dies drückt sich meist in visuellen Medien aus, wie zum Beispiel durch Bilder und Videos. Daher folgt die Weiterentwicklung von Hypertext zu “Hypermedia”. Hypermedia ist allerdings von Multimedia zu unterscheiden, denn Multimedia bedeutet nur “viele Medien gleichzeitig”. Hypermedia bedeutet dagegen “viele Medien, die aber in einer Art strukturiert sind, wie man es von Hypertext kennt”. Die Vorsilbe “Hyper-” steht also für die bestimmte Art und Weise, Informationen aufzuteilen und sinnvoll zu verbinden. Hierdurch wird versucht, die von Multimedia erzeugte Reizüberflutung zu vermeiden.

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