Jira

Bei Jira handelt es sich um eine Webanwendung, die der Problembehandlung, der Fehlerverwaltung und dem operativen Projektmanagement dient. Sie kommt aber auch in nicht-technischen Bereichen wie etwa dem Aufgabenmanagement zum Einsatz.

Vom Unternehmen Atlassian entwickelt, ist der vorrangige Bereich für die Anwendung von Jira in erster Linie die Softwareentwicklung. Hier liegen die Schwerpunkte von Jira beim Anforderungsmanagement, der Statusverfolgung und beim Beheben von Fehlern. Der Name Jira kommt aus dem Japanischen und ist ein Wortspiel aus „Godzilla“ und „Bugzilla“. Das vollständige Wort dafür lautet „Gojira“, ausgesprochen wird es jedoch als „Jira“[1].

Allgemeine Informationen zum Thema[Bearbeiten]

Jira wendet sich an Projekte und Teams jeder Größe. Es ermöglicht einen Überblick für alle Teammitglieder über den Stand des Projektes und bietet umfangreiche Planungen während laufender Projekte. Zu den Aufgaben, die Jira bewerkstelligt, gehören die Planungen von Storys und Vorgängen sowie die gezielte Realisierung von Sprints. Auch bei oft notwendigen Schätzungen oder der Verteilung von Aufgaben unterstützt Jira Projektteams.

Jira enthält zudem eine Berichtsfunktion, die den Teams in agilen Prozessen wichtige Informationen bereithält. Zu diesen gehören Vorgangstypen, Workflows und Felder, die sich ändern oder hinzufügen lassen, wenn sich das Team weiterentwickelt. Zur Verfügung stehen vorgefertigte Workflows, aber auch eigene können verwendet werden. User Stories, Vorgänge und Bugs im Product Backlog lassen sich mit Jira durch Drag-and-Drop-Priorisierungen ordnen, zudem werden Echtzeitdaten visuell dargestellt, sodass eine gute Übersicht über Projekte sichergestellt werden kann[2].

Problemstellung beim Projektmanagement[Bearbeiten]

Im traditionellen Projektmanagement, das auf die Verwendung von Kollaborationssoftware verzichtet, sind Teammeetings unverzichtbar. Unter Kollaborationssoftware (auch Groupware oder Gruppen-Software genannt) wird eine Software verstanden, die Gruppen bei der Zusammenarbeit unterstützen soll. Sie regelt und unterstützt die Arbeit auch über räumliche oder zeitliche Distanzen hinweg[3].

Die Teammeetings beinhalten nicht nur die Start- und die Endphase, sondern auch Zwischenergebnisse und das Besprechen weiterer, entstandener Aufgaben. Diese Meetings gestalten sich jedoch nicht immer reibungslos, insbesondere, wenn räumliche Distanzen bestehen. Zwar können mittels Skype oder anderen technischen Hilfsmitteln alle Beteiligten zwischenzeitlich „an einen Tisch“ geholt und mittels Blackboard, Whiteboard, Beamer, Projektor oder Magnettafel auf den aktuellen Stand gebracht werden. Teamchefs haben jedoch nur eingeschränkt die Möglichkeit, sich einen Überblick über alle Prozesse zu verschaffen oder einzuschätzen, ob Teammitglieder ausgelastet ist oder nicht. Je breiter gestreut die Teams arbeiten, desto schwieriger wird es, die Übersicht zu behalten.

Mit Jira lassen sich Projekte leichter organisieren, die Projektressourcen können optimal eingesetzt und die Ziele in Sichtweite behalten werden.

Folgende Eigenschaften von Jira wirken sich positiv auf das Projektmanagement aus:

  • Die Projektfortschritte werden in Echtzeit angezeigt
  • Die Aufgabenzuordnung ist zuverlässig
  • Jira enthält Projekt- und Zeitpläne
  • Zu Jira gehört eine offene Kollaboration
  • Die Arbeitspakete erhalten die Teammitglieder über eine gezielte Zuteilung
  • Mit enthalten ist eine aktuelle Berichtsfunktion
  • Die Zusammenarbeit ist auch über räumliche Grenzen hinweg möglich
  • Jira ist auch über mobile Geräte nutzbar
  • Über zum Beispiel Add-ons ist die individuelle Gestaltung möglich

Konkrete Vorteile, die sich durch Jira erzielen lassen:

  • Zeitersparnis durch den Verzicht auf Reisestunden bei Präsenzmeetings
  • Die Nutzung von Zeitverschiebungs-Effekten, sodass Aufgaben auch über Nacht fertiggestellt werden können
  • Die Priorisierung von Aufgaben nach Notwendigkeit
  • Optimale Auslastung der Mitarbeiter durch Tracking und die Umverteilung bzw. Zuordnung von Aufgabenstellungen
  • Bessere Zeitplanung durch die Verwendung von Meilensteinen
  • Kurze Kommunikationswege und Berichte und Statistiken in Echtzeit
  • Durch umfangreiche Datensicherungen geht weniger verloren (wie beispielsweise versehentlich gelöschte E-Mails)
  • Schnelle und einfache Hilfe für die Teammitglieder
  • Erweiterungsmöglichkeiten durch diverse Add-ons wie etwa Fisheye, Bitbucket, Bamboo, Confluence oder Hipchat[4].

Alternativen zu Jira[Bearbeiten]

Ohne Zweifel ist Jira die Software, die im Projektmanagement den höchsten Bekanntheitsgrad hat. Doch die Anwendung ist auch sehr komplex, und insbesondere kleinere Teams schrecken oft vor den relativ hohen Kosten zurück. Es gibt kostenpflichtige und kostenlose Alternativen, die teilweise ebenfalls ihren Zweck erfüllen. Alternativen zu Jira können unter anderem Redmine, Stackfield, Target Process, Sprintly, Trello und Jixee sein. Die Kosten variieren je nach Projektart und -größe, die Funktionen sind teilweise mit Jira vergleichbar, wenn auch meist weniger umfangreich.

Da keine Alternative funktional an Jira heranreichen kann, muss man bei der Auswahl der passenden Software Einschränkungen in Kauf nehmen. Es gilt daher, besonders darauf zu achten, ob die Alternative zu den eigenen Ansprüchen passt. Denkbar ist auch die Kombination unterschiedlicher Alternativen, wobei dabei nicht immer der gewünschte Effekt erzielt wird. Zudem ist nicht jedes Tool für Projektmanagement auch geeignet, um die Fehlerverwaltung von Entwickler-Teams sicherzustellen. Umso wichtiger ist der genaue Blick auf die Funktionen der Software im Vorfeld[5].

Bedeutung für das Development[Bearbeiten]

Jira eignet sich nicht für einzelne Szenarien, sondern kann als Generalist verstanden werden, der den gesamten Prozessverlauf begleitet. Dabei beginnt die Arbeit mit Jira bereits bei der Planung und Ideensammlung und verläuft über die Konzeption und Umsetzung bis hin zum Fehlermanagement. In erster Linie ist Jira bedeutsam, weil es vielseitig einsetzbar ist, also Anforderungen, Aufgaben, Support-Tickets, Fehlerbehebung und vieles mehr abdeckt. Ob Jira die einzige Wahl sein muss oder andere Programme die Aufgabe ebenfalls erfüllen können, hängt von den individuellen Anforderungen ab, die das jeweilige Projekt mit sich bringt[6].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jira Definition de.wikipedia.org. Abgerufen am 28.02.2018
  2. Jira Use Cases inos.seibert-media.net. Abgerufen am 28.02.2018
  3. Groupware Definition de.wikipedia.org. Abgerufen am 28.02.2018
  4. Vorteile von Projektmanagement mit Atlassian Jira pixsoftware.de. Abgerufen am 28.02.2018
  5. Jira Alternativen t3n.de. Abgerufen am 28.02.2018
  6. Warum Jira nutzen? sebastian-hoehne.de. Abgerufen am 28.02.2018

Weblinks[Bearbeiten]