Add-on

Ein Add-on ist ein Zusatzprogramm oder Zusatzmodul, das Browser, Mailprogramme und andere Soft- und Hardwareanwendungen ergänzt und Funktionen hinzufügt, die das Basissystem nicht besitzt. Als Erweiterung für Software und Hardware verändert das Add-on verschiedene Eigenschaften des System, in das es implementiert wird, und vergrößert dadurch den Funktionsumfang. Add-ons können beispielsweise die Sicherheit erhöhen, Analysefunktionen zur Verfügung stellen, Daten verwalten oder die Ausführung von Skripten unterbinden. Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig.

Allgemeine Informationen zum Thema

Im Unterschied zum Plug-in ist ein Add-on nicht eigenständig in seinem Funktionsumfang. Das Add-on erweitert die Basisfunktionen und rüstet das System ( Client, Browser, Anwendung) mit einer speziellen Funktion nach. Der Programmcode des Basissystems bildet die Grundlage für das Add-on, das logisch mit dem Code über Schnittstellen (APIs) und Software-Bibliotheken verknüpft ist. Zusatzprogramme greifen auf diese Ressourcen zu, während Plug-ins eigene Ressourcen bereitstellen und unabhängig sind.

Add-ons werden mithilfe von SDKs (Software Development Kit) für das jeweilige System angepasst, sodass sie nachträglich per Download hinzugefügt werden können.[1] Die meisten Add-ons stammen von dem Hersteller des Basissystems, wie das Browser-Add-on zur Deaktivierung von Google Analytics oder verschiedene Theme Add-ons für den Browser Mozilla Firefox, die die Optik des Browsers verändern. Zusatzprogramme können ebenfalls von Drittanbietern, unabhängigen Entwicklern oder Agenturen angeboten werden, teilweise handelt es sich dabei um offene Systeme und quelloffene Software. Sie sollen häufig spezielle Probleme oder Aufgaben im Workflow (deutsch: Arbeitsablauf) erledigen.[2]

Funktionsweise

Die meisten Add-ons sind für Anwendungen, Browser und Spiele erhältlich. Im Rahmen der Software, die sie ergänzen soll, werden Add-ons zum Download angeboten und können mit wenigen Klicks meist kostenlos installiert werden. Add-ons können grob in zwei Kategorien eingeteilt werden:[3]

  • Erweiterungen: Es werden einzelne oder mehrere Funktionen zu einem bestehenden Programm hinzugefügt. Diese Add-ons werden häufig als Browser Extensions (Browser Erweiterungen) bezeichnet.
  • Individualisierungen: Themes, Vorlagen und Personas verändern das Erscheinungsbild und das Design des Browsers, indem die grafische Benutzeroberfläche optisch angepasst wird.

Bei beiden Varianten fügt das Add-on lediglich Funktionen hinzu. Es ist stets auf das Basisprogramm angewiesen, um dieses zu ergänzen. Aus diesem Grund wird oft auch die Performance des System beeinträchtigt, da die Zusatzsoftware an unterschiedlichen Stellen mit dem System verknüpft ist. Jedes Add-on verlangsamt das Basisprogramm bei einem Neustart bis zu einem gewissen Grad (bis zu 10%), weil Schnittstellen aufgerufen und Systemfunktionen genutzt werden.[4] Umfangreiche Individualisierungen von Browsern sind mitunter mit einem deutlichen Leistungsverlust verbunden.

Hinzu kommt, dass einige Add-ons private Daten übertragen oder die Basissoftware an der Übertragung von Daten hindern können. Privatsphäre und Datenschutz lassen sich einerseits mit Add-ons herstellen und vergrößern (beispielsweise durch Blocken von Scripten, Werbung und IP-Adressen), andererseits könen Add-ons auch Daten übertragen, ohne dass der Benutzer dies merkt. Prinzipiell besteht bei jedem Download die Gefahr, Schadsoftware herunterzuladen – insbesondere bei sogenannten Software-Bundles.[5][6]

Vor dem Hinzufügen eines Add-ons kann die Seriosität des Anbieters und die Vertrauenswürdigkeit der Quelle sowie des Zusatzprogramms beurteilt werden, um Sicherheitslücken und eventuelle Angriffe durch boshafte Software auszuschließen. Auch wenn derartige Fälle selten sind, ist es sinnvoll, Add-ons gezielt auszuwählen und auf diese Weise potenzielle Gefahren zu minimieren. Die Hersteller bieten zudem auch Mechanismen zur Verifizierung von Software, Digital Rights Management sowie Verschlüsselungsmethoden bei der Datenübertragung an. Beim Download eines Add-on ist es ratsam, genau zu prüfen, woher die Zusatzsoftware stammt, was sie macht und welche Daten sie auf welche Weise überträgt.

Bedeutung für das Online Marketing

Für die Bereiche Online Marketing, Suchmaschinenoptimierung oder Webanalyse werden zahlreiche Add-ons und Browser Extensions angeboten. Sie vereinfachen die Arbeitsabläufe und erledigen spezielle Aufgaben. Eines der bekanntesten Add-ons ist Firebug: Das Entwickler-Tool kann verschiedene Elemente einer Website und den darunterliegenden Quellcode untersuchen. Auch Layouts, CSS-Auszeichnungen sowie Weiterleitungen und Ladezeiten lassen sich analysieren und auswerten. Zur Analyse von Backlinks, Domain Authority oder weiteren KPIs werden unterschiedlichste Add-ons genutzt. Scraper-Tools (Scraper für Chrome) können Daten abgreifen und zum Beispiel in Tabellen exportieren. Redirects, kanonische URLs, User Agents oder Notizen und Mindmaps – Die Anwendungsfälle für Add-ons sind so vielfältig, dass selbst Add-ons für die Verwaltung von Add-ons offeriert werden – und überaus praktisch sind.[7]

Einzelnachweise

  1. Add-on SDK heise.de. Abgerufen am 06.09.2016
  2. Definition Add-On softselect.de. Abgerufen am 06.09.2016
  3. Add-Ons: Sicherheit im Internet netzdurchblick.de. Abgerufen am 06.09.2016
  4. Add-on verivox.de. Abgerufen am 06.09.2016
  5. Researcher to demonstrate feature-rich malware that works as a browser extension computerworld.com. Abgerufen am 06.09.2016
  6. Malwarebytes PUP Criteria malwarebytes.com. Abgerufen am 06.09.2016
  7. Browser Erweiterungen für SEO t3n.de. Abgerufen am 06.09.2016

Weblinks

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