Mid Roll

Bei Mid Rolls handelt es sich um Online-Werbeeinblendungen, die dem Bereich In-Stream Video Ads zugeordnet werden. Sie werden eingeblendet, während ein anderes Video läuft. Mid Rolls ist eine von drei Varianten der Video-Werbung. Pre Rolls sind Clips, die vor dem eigentlichen Video gezeigt werden, Post Rolls dagegen werden nach dem Hauptvideo eingeblendet. Die Besonderheit von Mid Rolls liegt darin, dass die Clips nicht übersprungen werden können. Was zunächst als Nachteil wirken kann, da das Störpotenzial erheblich zu sein scheint, ist laut einer Studie (Krishnan, Sitaraman, 2013) eine der effektivsten Möglichkeiten von Ad-Platzierungen.

Allgemeine Informationen zum Thema[Bearbeiten]

Mid Rolls dauern in der Regel nicht länger als 10 bis 15 Sekunden, sie sind entweder interaktiv oder nicht interaktiv realisierbar. Nicht interaktive Mid Rolls sind vergleichbar mit TV-Werbespots, interaktive Mid Rolls enthalten Elemente wie etwa einen Call-to-Action-Button, oder sie bieten Weiterleitungen zu Kanälen sozialer Netzwerke. Call-to-Action-Buttons können zum Beispiel eine kurze Fremdsprachenlektion enthalten und auf entsprechende Landingpages verweisen. Die Weiterleitung auf einen Kanal sozialer Medien bietet den Nutzern Optionen wie etwa den genannten Sprachkurs zu promoten und im Zuge dessen Follower zu generieren.

Insbesondere für zielgruppenorientiertes Advertising mit Gaming-Elementen sind Mid Rolls interessant, da sie den Usern die Möglichkeit bieten, mittels Auswahl-Button mitentscheiden zu können, wie sich die Story im Video weiterentwickelt. Dabei werden die Auswahloptionen gemäß den entsprechenden Zielgruppen ausgerichtet[1].

Mid Rolls bei Facebook[Bearbeiten]

Im Jahr 2017 hat auch Facebook damit begonnen, Mid Rolls einzusetzen. Aufgrund der zahlreichen Videos auf der Plattform ist das schlüssig. Facebook ist also dazu übergegangen, laufende Videos für Werbung zu unterbrechen. Dies gilt für Videos mit einer Sehdauer von 20 Sekunden und einer Höchstlänge von 90 Sekunden. Damit hat Facebook bei der Monetarisierung von Videos einen weiteren Schritt gemacht. Angaben des Unternehmens zufolge sollten Video Publisher von den durch Facebook erwirtschafteten Werbeeinkünften 55 Prozent erhalten. Die Entwicklung von Mid Rolls wurde von Facebook als einschneidende Veränderung der Werbelandschaft bezeichnet[2].

Pre Roll versus Mid Roll[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 befasste sich eine Studie mit der Wirksamkeit von Pre Roll und Mid Roll. Damals ging man davon aus, dass Pre Rolls eine hohe Aufmerksamkeit erzielen. Die Studie ergab jedoch, dass Mid Rolls die gleiche Wirkung und Aufmerksamkeit erzielen. Die Studie legte ihr Augenmerk vorrangig darauf, ob Pre Roll- oder Mid Roll-Spots den Usern in Erinnerung bleiben. Bei beiden Varianten bestätigten durchschnittlich rund 75 Prozent der Nutzer, dass sie sich an das Gesehene erinnern konnten. Interessant an der Studie ist die Erkenntnis, dass es für die User egal war, ob die Spots am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Hauptvideos gezeigt wurden, der Grad der Erinnerung blieb weitgehend unverändert.

Ein Manko der Studie ist die Zielgruppe, die befragt wurde. Es handelte sich dabei um Nutzer des Programms „RTL NOW“, die durch den Konsum von Privatsendern sowieso in einem hohen Maß an Werbung gewöhnt sind. Insbesondere sogenannte Lorm-Form-Videos bieten sich laut Studie für Pre Rolls und Mid Rolls an[3].

Eine deutlich größere Studie kam zu anderen Ergebnissen. Im Jahr 2013 wurden 367 Millionen Videos untersucht, die von 65 Millionen Nutzern weltweit angeschaut wurden. Die Studienmacher kamen hier zu dem Ergebnis, dass Mid Rolls effektiver sind als Pre Rolls[4].

Short Form und Long Form Videos[Bearbeiten]

Videos, die ursprünglich im TV gesendet und als Internetformate angeboten werden, werden Long Form Videos genannt. Geläufig sind auch die Bezeichnungen „Catch up TV“ oder „Just Missed Function“. Bekannt geworden sind Portale wie „Vox Now“, „RTL Now“ oder ProSieben.de.

Short Form Videos dagegen sind meist kurze Videoschnippsel, die im Zusammenhang mit den Long Form Videos stehen können, beispielsweise in Form von Outtakes, Nachrichten, Interviews oder Musikvideos. Welche Video Ads eingesetzt werden, sollte abhängig von der Länge des Video Contents entschieden werden. Einige Regeln helfen, hier die richtige Entscheidung zu treffen:

Short Form
(kürzer als fünf Minuten)
Long Form
(länger als fünf Minuten)
Alle non-linearen und linearen Werbeformen möglich Alle non-linearen und linearen Werbeformen möglich
Hohe Werbewirksamkeit, da der Nutzer bereit ist, den gesamten Spot anzuschauen Hohe Werbewirksamkeit, da der Nutzer bereit ist, den gesamten Spot anzuschauen
Je kürzer das Video, desto besser Auch für längere Videos einsetzbar (15 bis 30 Sekunden)
Die Schaltung von Mid Rolls wird nicht empfohlen Mid Rolls sind sinnvoll
Pre Rolls sollten nicht länger als 15 bis 20 Sekunden sein  

Post Rolls betreffen diese Regeln weniger, da sie nach dem eigentlichen Video abgespielt werden[5].

Bedeutung für das Online Marketing[Bearbeiten]

Schon im Jahr 2016 zeichnete sich ab, dass Mid-Roll-Ads eine immer wichtigere Rolle spielen. Die Auswertung eines Videoplattformanbieters ergab damals, dass von Februar 2015 bis April 2016 die Zahl der ausgelieferten Mid Rolls von 19 auf 33 Prozent gestiegen sind. Als Erklärung diente der Umstand, dass User zunehmend längere Videoformate konsumieren, also Videos, die 20 Minuten oder länger sind.

Da diese Tendenz sich fortsetzt, sind Mid Rolls auch künftig ein effektives Mittel, um im Zusammenhang mit Videos Werbung zu schalten, die sich positiv auswirkt[6].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mid Roll: Definition mso-digital.de. Abgerufen am 17.09.2018
  2. facebook Mid Roll Ads: Definition mso-onlinemarketing.de. Abgerufen am 17.09.2018
  3. Studiensteckbrief ip.de. Abgerufen am 17.09.2018
  4. Mid Roll Ads am gesehen internetworld.de. Abgerufen am 19.09.2018
  5. Pre Mid und Post Roll ovk.de. Abgerufen am 17.09.2018
  6. Mid Roll Werbung nimmt zu adzine.de. Abgerufen am 17.09.2018


Weblinks[Bearbeiten]