Re-Pricing

Ein Re-Pricer nutzt die Möglichkeit, Preise im Netz anzupassen. Dies geschieht entweder manuell oder automatisiert. Werden Programme eingesetzt, bezeichnet man sie in der Regel als Repricing Software oder Repricing Tools.

Allgemeine Informationen zum Thema[Bearbeiten]

Zu den entscheidenden Faktoren über einen Kauf oder Nichtkauf eines Produktes zählt im Internet der Preis. Die Qualität oder Langlebigkeit der Artikel spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Da in vielen Online Shops und Marktplätzen die Sortierung der Waren über den Preis erfolgt, stehen Anbieter besser da, die es schaffen, über den günstigsten Preis an den Mitbewerbern vorbeizuziehen.

Beispiel: Die Buy-Box auf Amazon[Bearbeiten]

Amazon arbeitet mit der sogenannten Buy-Box: Diese setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Einerseits aus dem Kasten, über den Produkte in den Einkaufswagen gelegt werden können (auf der rechten Seite unter „In den Einkaufswagen”). Andererseits gehört zur Buy-Box die Möglichkeit, sich den ursprünglichen Preis anzusehen. So sehen potenzielle Käufer, wie hoch der Ausgangspreis war, was je nach Differenz die Kaufentscheidung begünstigen kann.

Nicht jeder Anbieter erhält von Amazon die Möglichkeit, die Buy-Box zu nutzen. Nach welchen Kriterien Amazon bei der Vergabe der Buy-Boxen vorgeht, ist nicht klar, da es nicht transparent gestaltet wird. Allerdings kann fest davon ausgegangen werden, dass die Preisgestaltung eine wichtige Rolle spielt, um als Anbieter die Buy-Box nutzen zu können[1].

Beurteilung der Kunden[Bearbeiten]

Auch wenn der Preis an erster Stelle bei der Kaufentscheidung steht, gibt es weitere Kriterien, die Shop- oder Marktplatz-Besucher beeinflussen. Eine wichtige Rolle spielen zum Beispiel die Bewertungen, die ein Produkt bzw. der dazugehörige Händler bekommt. Je besser diese sind, desto positiver steht der Kunde dem Produkt gegenüber. Auch die Anzahl der Bewertungen spielt mit hinein. Das Vertrauen vieler Käufer in Bewertungen hat aber in den letzten Jahren an Substanz verloren, da immer wieder künstliche – und oft bezahlte – Bewertungen Einfluss auf das Gesamtergebnis nehmen. Daher ist die Anzahl der Bewertungen heute maßgeblicher als noch vor einigen Jahren. Denn je mehr Bewertungen ein Produkt bekommt, desto geringer ist die Gefahr, dass dabei allzu viele oder überhaupt „Fake-Bewertungen“ dabei sind. Neben dem Preis und den Bewertungen fließen Lieferzeiten und Markennamen in die Beurteilung der Kunden mit ein.

Re-Pricing wird zu Unrecht häufig als reines Preisdumping kritisiert. Das wäre auch nicht logisch, denn kein Händler will und kann es sich erlauben, den Preis ins Bodenlose fallen zu lassen. So kommt es regelmäßig vor, dass Händler bei der Tendenz zu niedrigen Preisen die Initiative ergreifen und diese nach oben anpassen. Ziehen andere Händler mit, wird Preisdumping verhindert, was natürlich nicht immer funktioniert[2].

Automatisches vs. manuelles Re-Pricing[Bearbeiten]

Aus Kostengründen kontrollieren viele Händler ihre Webseiten täglich manuell. Dieses Verfahren hat jedoch mehrere Nachteile. Zum einen funktioniert es nur, wenn das Produktsortiment nicht zu groß ist, da sonst die manuelle Arbeit schnell an ihre natürlichen Grenzen stößt. Zum anderen ist menschliches Handeln immer der Gefahr von Fehlern ausgesetzt. Außerdem geht die Rechnung der geringeren Kosten nur selten auf, weil Personal und Zeit ins manuelle Re-Pricing gesteckt werden müssen.

Automatisiertes Re-Pricing setzt Potenzial für das Personal frei, das nun nicht mehr an die Arbeit des manuellen Re-Pricings gebunden ist. Zudem sind die meisten Softwarelösungen lernfähig bzw. verfügen über Bausteine, über die sie das Re-Pricing an unterschiedliche Anforderungen anpassen können. Ein weitreichender Vorteil des automatisierten Re-Pricings sind die Daten, die dabei gesammelt werden. Bei entsprechend gründlicher Auswertung (auch mit Hilfe der eingesetzten Software) können Rückschlüsse gezogen werden, die sich auf künftige Marktaktivitäten auswirken[3].

Die Bedeutung des Online-Auftritts beim Re-Pricing[Bearbeiten]

Im stationären Handel wirken unterschiedliche Faktoren auf die Kaufentscheidung ein. Die Lage des Geschäfts, die Inneneinrichtung, das Personal, die Beleuchtung und nicht zuletzt die Entfernung zum nächsten Geschäft wirken sich auf die Kaufverhalten der Kunden aus. Beim Online-Handel fallen diese Faktoren fast vollständig weg. Wichtiger ist eine übersichtliche Seite, einfache Menüführungen und der Preis. Daher ist Re-Pricing für den Online-Handel so bedeutsam.

Im Vergleich zum stationären Handel gibt es weniger Faktoren, die den Kunden beim Kauf beeinflussen, der Preis rückt daher stark in den Vordergrund. Da die Konkurrenz nur wenige Klicks entfernt ist, besteht immer die Gefahr, dass der Kunde woanders sein Glück und niedrigere Preise sucht. Im Verhältnis zum stationären Handel, wo unter Umständen ein recht großer Aufwand betrieben werden muss, um zum nächsten Mitbewerber zu kommen, geschieht dies im Netz innerhalb weniger Minuten oder gar Sekunden. Ein attraktiver Preis ist daher unverzichtbar.

Bedeutung für das Online-Marketing[Bearbeiten]

Für Shopbetreiber und Marktplätze ist Re-Pricing faktisch unverzichtbar, wenn sie nicht in der Masse der Suchmaschineneinträge untergehen wollen. Hinzu kommen Portale, die Preisvergleiche anbieten. Wer hier zu teuer ist, wird nicht gefunden. Letztlich ist das Re-Pricing aber auch ein Gradmesser für angemessene Preise: Der logistische Aufwand, der für die Installation einer entsprechendes Software betrieben werden muss, hält sich in Grenzen, die sich daraus ergebenden Vorteile wiegen zudem die Investition meist schnell auf.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Repricing preissetzung.de. Abgerufen am 04.05.2017
  2. Beim Repricing geht es nicht um reines Preisdumping ixtenso.com. Abgerufen am 04.05.2017
  3. 5 Gründe weshalb Sie mit dem manuellen Repricing aufhören sollten webdata-solutions.com. Abgerufen am 04.05.2017

Weblinks[Bearbeiten]