URL-Hijacking

Als URL-Hijacking wird ein Vorgang bezeichnet, bei dem eine Internetseite fälschlicherweise aus den Ergebnissen einer Suchmaschine entfernt wird und anschließend durch eine andere, auf die entfernte Seite verlinkende Webseite, ersetzt wird.

Die Verbannung aus dem Suchmaschinenranking basiert auf einem Missverständnis zwischen einer Suchmaschine und der betroffenen Webseite aufgrund zahlreicher Weiterleitungen. Die Folgen eines URL-Hijackings können fatal sein. Die Webseite erscheint in keinen Suchergebnissen und kann so auch keine Nutzer über die Suchmaschine erreichen.

Hintergrund

Permanente und temporäre Weiterleitungen

Im Internet gibt es unterschiedliche Möglichkeiten auf eine bestimme URL weiter zuleiten. Jede Form der Weiterleitung verfolgt ein anderes Ziel.

Folgende Formen sind die Geläufigsten:

1. Permanente Weiterleitung auf die korrekte Domain bei Tippfehlern (googel.de --> google.de)

2. Permanente Weiterleitung auf die korrekte Adresse der Hauptseite (ryte.com --> Weiterleitung auf die Hauptseite)

3. Permanente Weiterleitung, wenn Inhalte einen neuen Dateinamen bekommen ( /startseite.html--> /index.html)

4. Temporäre Weiterleitung, wenn Inhalte vorübergehend unter einer anderen Adresse, aber in Zukunft wieder unter der aufgerufene oder einer komplett neuen Adresse zu finden sind

Für die temporären und permanenten Weiterleitungen wurden HTTP Status Codes definiert. So wird 301 für permanente und 302 für temporäre Weiterleitungen verwendet. Die Suchmaschinen richten sich in der Regel nach den HTTP-Standards. Daraus resultiert folgende Problematik.

Wird mit Hilfe einer temporären Weiterleitung von Adresse 1 auf Adresse 2 verwiesen, wird von den Suchmaschinen angenommen, dass der gesuchte Inhalt derzeit auf Adresse 2 zu finden sei und in der Zukunft wieder auf Adresse 1 verfügbar sein werde. Daher erfolgt die Aufnahme von Adresse 1 in den Index während Adresse 2 entfernt oder gar nicht erst aufgenommen wird.

Das Problem tritt hierbei auf, wenn der vorübergehende Adresswechsel nicht dem gewünschten Resultat entspricht. Da Suchmaschinen weder den Typ der Webseite, noch die falsche Art der Weiterleitung erkennen,nehmen sie an, dass der Content von Adresse 2 bald wieder unter Adresse 1 zu finden sei.

Auswirkungen

Von den Auswirkungen des URL-Hijacking waren und sind häufig Websites betroffen, die sich in Webkataloge eingetragen haben. Da dort häufig die betreffende Ziel-URL über PHP dynamisch in die bestehende URL eingebunden wird und dadurch eine Weiterleitung erzeugt:

 www.webkatalog.de/redirect.php?target=www.zielseite.de 

Durch diese gesetzte Weiterleitung kann die entsprechende Suchmaschine nicht mehr entscheiden, welche der beiden URLs die „richtige“ ist.

Google und andere Suchmaschinen ersetzen dann die eigentliche Ursprungsseite durch den Treffer im Webkatalog.

Maßnahmen

Es wurde ein zusätzlicher HTTP Statuscode eingeführt. Temporäre Weiterleitungen, bei denen auch die alte URL gültig bleibt, werden von 307 gekennzeichnet. Webseiten Betreiber können zudem Kontakt mit der Suchmaschine aufnehmen und um eine Wiederaufnahme bitten, sobald ein URL-Hijacking belegt werden kann.

Bedeutung für das SEO

URL-Hijacking entsteht durch eine falsche Interpretation von 302-Weiterleitungen überwiegend durch Google-Bots. Diese Fehlinterpretation kann nun von Black Hat-SEOs dazu verwendet werden, ihre eigenen Projekte durch das Nutzen dieses Bugs in vordere Positionen der SERP zu bringen. Jedoch kann es sich dabei weder um eine sinnvolle SEO-Strategie noch um eine dauerhafte Optimierung handeln. Vielmehr gehört das bewusste URL-Hijacking in den Bereich krimineller Handlungen.

Wer seine eigenen Projekte als Suchmaschinenoptimierer schützen möchte, sollte zum einen auf Weiterleitungen achten, die auf den jeweiligen Websites zu finden sind und zum anderen regelmäßig das Ranking seiner Keywords im Auge behalten. Empfehlenswert ist es, auf 302-Weiterleitungen zu verzichten und stattdessen einen 301-redirect durchzuführen. Verschwindet eine Domain aus dem Index, muss dies nicht immer eine Penalty sein, sondern es handelt sich möglicherweise um das Resultat von URL-Hijacking.

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