Video Ad Serving Template

Der Begriff Video Ad Serving Template (kurz: VAST) bezeichnet eine Standard-Methode zur Messung der Wirksamkeit von Online-Videos. Die Technik wurde 2008 vom Interactive Advertising Bureau veröffentlicht und hilft Werbetreibenden dabei, die Qualität von Ad Impressions zu ermitteln und auf ein international standardisierte Beschreibung für die Präsentation von Werbung in Form von Bewegtbildern. VAST ermöglicht die Aussteuerung von Video Ads unabhängig vom jeweiligen Player. Die VAST-Technik selbst beruht auf einem XML-Dokument, das mit einem Webvideo verknüpft wird und mit dessen Hilfe Klicks über den Ad Server ausgewertet werden können.

Allgemeine Informationen zum Thema

In den frühen Zeiten des Internets wurden zwar viele Bewegtinhalte geteilt, doch die Monetarisierung von Webvideos war nicht einheitlich möglich. Somit mussten Werbetreibende viele verschiedene Werbeformate entwickeln, um auch über Videos werben zu können. Es fehlt lange Zeit eine einheitliche und standardisierte Technik, um Werbung in Videos zu integrieren. Im Jahr 2008 hat das Interactive Advertising Bureau schließlich das Video Ad Serving Template (VAST) geschaffen. Damit war es nun möglich, Video Ads unabhängig vom jeweiligen Player zu platzieren und auszuwerten. Zugleich konnten die Werbeinhalte vom eigentlichen Videoinhalt sauber getrennt werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass der VAST-Standard zur stärkeren Verbreitung von Videowerbung weltweit gesorgt hat. Wenn Video-Player heute im Web nicht mit VAST umgehen können, sind sie für die Werbeindustrie überwiegend uninteressant.

Heute existiert das Template bereits in der sechsten Generation als VAST 4.0.

Die Vorteile der Technik

Der VAST-Standard bietet sowohl Werbetreibenden als auch Vermarktern von Werbeplätzen verschiedene Vorzüge. Hierzu zählen:

  • Die Beschreibung des eingesetzten Werbemittels kann für alle Player genutzt werden.
  • Das Reporting von Werbekampagnen erfolgt nach einem einheitlichen Standard für Werbende und Agenturen und ist somit transparenter.
  • Die Anzeigenbuchung für Videos kann wie bei allen anderen Werbemitteln erfolgen.
  • Die standardisierte Technik ermöglicht die einfache Anbindung von Ad Servern oder Analysetools.
  • Die Optimierung von bestehenden Kampagnen wird unabhängig vom jeweiligen Player vereinfacht.
  • Die Einrichtung von Werbekampagnen in Bewegtbildern wird vereinfacht.
  • Neue Publisher benötigen keine spezielle technischen Voraussetzungen zur Einbindung von Werbemitteln.

Funktionsweise

Die VAST-Technik wird für Instream-Video-Werbung verwendet. Dabei handelt es sich um Werbeinblendungen innerhalb eines Videos.

Um Werbung in Videos auszuspielen, sendet der Videoplayer einen Request an einen Ad Server, der die VAST-Technik unterstützt. Diese Anfrage besteht aus einer URL, welche Parameter mit Informationen zum Publisher sowie zur Art der Kampagne enthält.

Der Ad Server wiederum liefert eine Antwort in Form eines XML-Dokuments, das alle zentralen Informationen zur Quelle der Werbung sowie zur Art der Werbung enthält. Die Informationen umfassen folgende Daten:

  • URL des Werbemittels auf dem Ad Server
  • Art der Werbeschaltung, zum Beispiel als Interstitial oder Pre-Roll
  • Art und Weise des Trackings von Klicks oder anderen Interaktionen
  • Hinweise dazu, was nach einer Interaktion erfolgen soll, zum Beispiel der Klick auf einen Link, der zur Landingpage des Werbekunden führt.

Das XML-Dokument enthält einen Hinweis zur verwendeten XML-Version sowie zur genutzten VAST-Version.

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
 <VAST version="4.0">
 <Ad id="123">
        <InLine>
…
</Ad>
</VAST>

Bedeutung für das Online Marketing

Die Nutzung von Videos im Online-Marketing ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Laut einer Erhebung der NetzwerkReklame GmbH liegen die Ausgaben für Bewegtbildwerbung 2017 bei über einer Milliarde Euro in Deutschland liegen.[1] Eine wichtige Rolle dabei spielte auch die VAST-Technik. Denn damit können auch in der neuesten Version Video Ads nach einem standardisierten Verfahren ausgespielt werden. Sie ermöglichen dadurch die exakte Aussteuerung und Optimierung von Video-Kampagnen.

Einzelnachweise

  1. Werbespendings 2017: Digitale Werbung steigt erstmals über 9 Milliarden Euro netzwerkreklame.de Abgerufen am 02.11.2017

Weblinks

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