Alibaba

Alibaba ist eine chinesische Handelsgruppe, deren Kernprodukt die B2B-Plattform alibaba.com ist. Zur Alibaba-Gruppe gehören außerdem der Bezahldienst Alipay sowie die Entwickler-Plattform AliCloud. In China und dem gesamten asiatischen Raum ist Alibaba das führende E-Commerce-Unternehmen.


Entwicklung[Bearbeiten]

Alibaba.com wurde als Website 1999 veröffentlicht. Das dazugehörige Unternehmen wurde im gleichen Jahr von 17 Gründern, darunter dem Lehrer Jack Ma, gegründet. Fünf Jahre zuvor ist Amazon von Jeff Besos gegründet worden.

Schon ein Jahr nach dem Start erhielt die Alibaba-Gruppe rund 20 Millionen Dollar von Investoren. Der Yahoo!-Konzern übernahm 2005 schließlich Anteile für über eine Milliarde US-Dollar. Die schnelle Entwicklung der Alibaba-Gruppe erforderte immer neues Kapital, weshalb Alibaba bereits 2007 an die Börse ging.

Aufgrund von zahlreichen Kontroversen mit Aktionären und Investoren nahm der Firmengründer Jack Ma Alibaba.com 2012 wieder von der Börse. Yahoo! verkaufte im gleichen Jahr einen großen Teil seiner Anteile an das Unternehmen zurück.

2014 erfolgte schließlich der Börsenstart in New York. Er war mit einem Erlös von fast 22 Milliarden US-Dollar einer der größten Börsengänge, den es jemals gegeben hat.

Wirtschaftlich gehört die Alibaba-Gruppe zu den mächtigsten Handelskonzernen der Welt, auch wenn Alibaba in Nordamerika und Europa bis jetzt noch kaum bekannt ist.[1]


Bestandteile der Alibaba-Gruppe[Bearbeiten]

Zur Alibaba-Gruppe gehören folgende Geschäftsteile:

  • Alibaba.com: Der weltgrößte B2B-Handelsplatz, der in über 200 Ländern weltweit verfügbar ist.
  • Taobao: Eine B2C-Handelsplattform, die mit eBay vergleichbar ist, aber nur in China aktiv ist.
  • Alimama: Eine Werbeplattform, die Werbeanzeigen im Internet ermöglicht, vergleichbar mit Google Ads.
  • Tmall: Eine B2C-Handelsplattform, vergleichbar mit dem Angebot von Amazon.
  • Aliyun: Diese Sparte bietet Cloud-Dienste an und ist vergleichbar mit Amazon Webservices (AWS).
  • 1688.com: Diese B2B-Plattform ist vorwiegend auf den chinesischen Markt ausgerichtet.
  • AliExpress: Eine mit Ebay vergleichbare Handelsplattform, die weltweit verfügbar ist.
  • eTao: Ein Preisvergleichsportal, ähnlich wie idealo.com in Deutschland.
  • AliPay: Ein Bezahldienst, der wie PayPal genutzt werden kann und auch mittlerweile in einigen deutschen Drogerieketten verfügbar ist.
  • Alitrip: Eine Online-Reiseplattform, die mit booking.com verglichen werden kann.
  • Amap: Ein Kartendienst, der zum Navigieren mit Autos als Pendant zu Google Maps genutzt werden kann.


Expansion nach Europa[Bearbeiten]

Seit 2018 plant die Alibaba-Gruppe verstärkt die Expansion nach Europa und geht damit in direkte Konkurrenz zu Amazon.[2] Nachdem sich Amazon unter hohem Konkurrenzdruck durch Alibaba und JD.com 2019 aus dem chinesischen Markt zurückgezogen hat, drängt Alibaba selbst verstärkt nach Westen.[3] Geplant sind zunächst große Distributionszentren in Europa, um den Handel aufzubauen. Bis dato (Stand: August 2019) müssen die meisten Waren, die Kunden über Alibaba.com oder Aliexpress bestellen, aus China importiert werden. Dadurch sind die Lieferzeiten sehr lang. Mit der Ausweitung des Geschäfts soll dieses Manko behoben werden.


Konsequenzen für Online-Marketing[Bearbeiten]

Wenn sich die Handelsplattform Aliexpress zusammen mit weiteren Diensten der Alibaba-Gruppe in Europa und Nordamerika etabliert, sollten sich Marketer überlegen, wie sie auch diese Kanäle bespielen können. So ist denkbar, dass Dienste wie Alimama in Konkurrenz zu Google Ads oder Microsoft Advertising gehen und genutzt werden müssen, um auch auf alibaba.com und weiteren Plattformen des Konzerns werben zu können.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alibaba vs. Amazon: So mächtig ist das chinesische Onlinehandel-Imperium onlinemarketing.de Aufgerufen am 22.08.2019
  2. Alibaba plant den Angriff auf Amazon handelsblatt.com Aufgerufen am 22.08.2019
  3. Amazon gibt klein bei in China faz.net Aufgerufen am 22.08.2019


Weblinks[Bearbeiten]