Conversational Search

Bei Conversational Search kommt eine Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz, die die Suchfunktionen verbessern soll. Man spricht auch von einer Art Philosophie, die die Interaktion zwischen Mensch und Computer bzw. KI verbessern soll.

Allgemeine Informationen zum Thema[Bearbeiten]

Während die herkömmliche Suche so aufgebaut ist, dass bestimmte Suchbegriffe in die Suchmaschine eingetragen werden, verhält es sich bei der Konversationssuche anders. Hier kann der Nutzer vollständige Sätze einsprechen, die die KI dann verarbeitet.

Mit der Einführung der Conversational Search macht Google einen großen Schritt in die Richtung des sogenannten „Turing-Prinzips“. Diesem Prinzip folgend ist eine KI in der Lage, menschlich zu erscheinen und auch so zu handeln. Bei voller Ausreifung kann der Mensch nicht mehr zwischen menschlichem und dem Verhalten von Computern unterscheiden.

Google hat mit der Funktion „Google Speak Your Search“ ein System entwickelt, dass die menschliche Syntax nachahmen soll. So werden etwa Wörter wie „ist“ mit unterschiedlichen Pronomen ergänzt, um die Suche besser eingrenzen und passendere Ergebnisse liefern zu können.

Wurde bislang in die Suchmaschine zum Beispiel „Ford Mustang PS“ eingegeben, fielen die angezeigten Ergebnisse so aus, dass verschiedene Seiten angezeigt wurden, auf denen man die gewünschte Auskunft bekommen konnte. Durch die Konversationssuche kann eine konkrete Frage gestellt werden, also beispielsweise: „Wie viele Pferdestärken hat ein Ford Mustang?“. Die Antwort kann in schriftlicher oder gesprochener Form erfolgen und folgendermaßen lauten: „Ein Ford Mustang hat 350 PS.“

Das Besondere an der neuen Technologie ist, dass sie ständig weiterentwickelt wird. Je mehr Fragen gestellt werden, desto vielseitiger sind die Antworten bzw. Suchergebnisse[1].


Googles Anspruch auf verbesserte Suchen[Bearbeiten]

Google hat immer wieder Updates veröffentlicht, die teilweise zu dramatischen Veränderungen der Ergebnisse geführt haben. So konnte es in der Vergangenheit immer wieder passieren, dass nach einem neuen Update vormals gut gerankte Seiten nach unten abrutschten und ehemals mittelmäßig gerankte Websites ihre Positionen verbessern konnten.

Beim letzten Conversational Search Update wollte die Suchmaschine Nutzeranfragen und Suchergebnisse besser und vor allem planvoller zusammenführen. Die Conversational Search soll dabei helfen, Suchanfragen in einen sinnvollen Kontext zu stellen und so die Genauigkeit der gewünschten Suchergebnisse zu verbessern.

Der Suchmaschinenriese will den Zweck der neuen KI an unterschiedlichen Beispielen verdeutlichen. So merkt das Unternehmen in einem Beispiel an, dass es nicht zielführend wäre, wenn wir in einem Gespräch immer damit rechnen müssten, dass unser Gegenüber das zuvor Gesagte sofort wieder vergisst. So ähnlich, argumentiert Google, waren bisher Suchanfragen aufgebaut. Das betraf insbesondere Mehrdeutigkeiten bei bestimmten Suchbegriffen.

So mögen sich bestimmte Suchanfragen zwar auf den ersten Blick ähneln, doch leichte Abweichungen oder Mehrdeutigkeiten führen wiederholt dazu, dass Google den Kontext nicht herstellen kann oder immer wieder von vorn beginnen muss.

Das letzte Update namens BERT ("Bidirectional Encoder Representations from Transformers") wurde im Dezember 2019 ausgerollt. Es verfolgte das Ziel, einzelne Wörter besser zu verstehen und in einen Zusammenhang zu setzen. BERT erkennt also den Unterschied zwischen Präpositionen wie „nach“ und „für“ und stellt so schon frühzeitig relevante Daten für die kontextuelle Suche zur Verfügung.

Ab 2021 wird Googles „Page Experience Update“ eine wichtige Rolle bei der Suche und der Bewertung von Websites spielen. das Rankingsignal Page Experience richtet sich nach festgelegten Kenngrößen (sogenannten Core Web Vitals) und prüft, wie positiv User die Interaktionen auf einer Website wahrnehmen.

Für die Betreiber von Websites wird das Vorgehen von Google erhebliche Konsequenzen haben, wenn ihre Websites nicht dem Forderungskatalog der Suchmaschine entsprechen. Sie können dann in ihren Rankings spürbare negative Auswirkungen erfahren[2].


Googles Hinweis auf „ähnliche Suchanfragen“[Bearbeiten]

Dank der neuen Sprachfunktionen will Google ein besseres Sprachverständnis entwickeln. Sucht ein Nutzer zum Beispiel nach dem Film „A Christmas Story“ und gibt danach in das Suchfeld „Polarexpress“ ein, soll die Suchmaschine erkennen, dass der Nutzer nach weihnachtlichen Filmen sucht. Doch Google kann im besten Fall auch herleiten, dass der Nutzer auf der Suche nach familienfreundlichen Filmen ist. Je mehr kontextbezogenen Zusammenhang die Suchmaschine also herstellen kann, desto präziser können die Angebote sein, die in der beendeten Suche zu finden sind.

Das Angebot „Ähnliche Suchanfragen“, das Google schon seit Langem nutzt, soll also künftig noch komfortabler für die Nutzer werden. Man erkennt das auch an der Suche nach „Weihnachtsgans“. Wenn im Anschluss daran in das Suchfeld „Servietten falten“ eingegeben wird, kann die KI von Google herleiten, dass den Nutzer folgendes Angebot interessieren könnte: „Wie faltet man Servietten zur Weihnachtsgans?“


Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung[Bearbeiten]

Was die neue Verwendung von KI für die Suchmaschinenoptimierung bedeutet, lässt sich mittel- und langfristig schwer vorhersagen. Auf der einen Seite will Google die Suchen soweit verbessern, dass Nutzer bessere Ergebnisse präsentiert bekommen. Auf der anderen Seite rücken konkrete Keywords damit wohl in den Hintergrund, da ja die kontextuelle Suche relevanter wird. Für die Suchmaschinenoptimierung wird das bedeuten, sich neu aufstellen zu müssen[3].

Aufgrund der Marktmacht, die von Google ausgeht, kann man als Betreiber von Websites nur versuchen, den Vorgaben so gut wie möglich zu entsprechen. Das heißt, dass möglichst alle Inhalte einer Website in einem eindeutigen Kontext zueinander stehen. Zudem ist eine klare und übersichtliche Struktur wichtig. Dieser Punkt sollte allerdings für jede Website gelten, weniger wegen der Suchmaschinenoptimierung, sondern vielmehr, um den Kunden den Seitenbesuch so angenehm wie möglich zu machen.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. conversational search onlinesolutionsgroup.de Abgerufen am 01.03.2021
  2. keywordrecherche conversational search google unternehmenswelt.de Abgerufen am 01.03.2021
  3. google conversational search was steckt dahinter firststars.com Abgerufen am 01.03.2021


Weblinks[Bearbeiten]