PageRank Sculpting

PageRank Sculpting ist eine Technik, bei der versucht wird, den PageRank einer Webseite gezielt auf die weiteren Unterseiten zu verteilen. Der Nutzen dieser Methode ist in der SEO-Szene heute umstritten. Auf Deutsch übersetzt heißt PageRank Sculpting wörtlich „PageRank Bildhauerei“.

Hintergrund

Durch den Google Algorithmus PageRank bekommt jede Webseiteu einen eigenen Wert zugewiesen. Dieser Wert – ebenfalls PageRank genannt – war lange Zeit eine wichtige Größe beim Linkaufbau und Linktausch.

Verweist eine Webseite mit einem Backlink auf eine andere Webseite, so „vererbt“ sie dadurch den eigenen PageRank als Teil des Link Juice. In welchem Maße sie das tut, hängt von den weiteren ausgehenden Links auf der gleichen Seite ab. Das Prinzip der PageRank-Vererbung funktioniert sowohl bei externer Verlinkung, als auch bei internen Links. Beim PageRank Sculpting spielt dies eine Rolle.

Kleine „Vererbungslehre“

Beim PageRank Sculpting geht es darum, PageRank gezielt an Unterseiten weiterzugeben. Geht man davon aus, dass die Startseite den meisten PageRank erhält, weil sie die Wichtigste innerhalb der Webseiten-Hierarchie ist, so sinkt der PageRank, je tiefer man in der Struktur vordringt.

Vor 2009 war es üblich, den PageRank durch Sculpting so zu steuern, dass nur bestimmte Seiten davon profitieren sollten. So wurden z.B. „Funktionsseiten“ wie das Impressum oder die Kontaktseite nur mit dem Attribut „Nofollow“ intern verlinkt. Dadurch erhöhte sich die Linkpower (gemessen am PageRank) für die verbliebenen internen Links.

Ein Beispiel: von der Startseite gehen 10 interne Links auf Unterseiten. Jeder dieser Links erhält dann 10 Prozent der gesamten Power. Setzt man nun zwei der Links auf „nofollow“, verteilen sich die 100 Prozent Linkpower auf die verbleibenden acht Links. Jede so verlinkte Unterseite erhält dann 12,5 Prozent der gesamten Power.

Dieses Prinzip ließ sich bis 2009 für die gesamte Website durchführen. So konnte z.B. ein hoher PageRank bis auf weit von der Startseite entfernte Unterseiten „weitervererbt“ werden. Seit 2009 hat sich dieser Sachverhalt geändert, denn Google zählt seitdem auch interne „nofollow“-Links mit in das Verhältnis der PageRank-Weitergabe.[1]

Auch hierzu ein Beispiel: wenn heute von zehn Links zwei durch „nofollow“ entwertet werden, geben alle internen Links weiterhin 10 Prozent der gesamten Linkpower weiter.

Durch diese Maßnahme will Google verhindern, dass der PageRank manipuliert wird und im Extremfall auch schwache Unterseiten von einem hohen PageRank profitieren könnten.

Mit der Änderung haben viele Linktauschagenturen ein erfolgreiches Geschäftsmodell verloren, denn durch PageRank Sculpting konnte der Wert von Linktauschseiten und vor allem von relativ schwachen Unterseiten künstlich erhöht werden.


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Nutzen für SEO

Als die Wertigkeit einer Webseite noch mehr über ihren PageRank definiert wurde, war PageRank Sculpting ein probates Mittel, um die große Wertigkeit der Startseite über die gesamte Webpräsenz zu verteilen. Damit sollte erreicht werden, dass auch Unterseiten einer Domain besser ranken. Da der PageRank spätestens seit der Änderung der „Vererbungsregeln“ im Jahr 2009 enorm an Bedeutung verloren hat, spielt das Thema PageRank Sculpting heute in der SEO nur noch eine geringe Rolle.[2] Denn seit diesem Jahr kann die Weitergabe von PageRank innerhalb einer Webpräsenz nicht mehr dadurch gesteuert werden, dass interne Links durch ein nofollow-Attribut entwertet werden.

Sobald eine Webseite über eine logische URL-Struktur und eine logische Hierarchie verfügt, kann davon ausgegangen werden, dass sich der Linkjuice gleichmäßig über alle Unterseiten verteilt. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass nicht unnötig viele interne Links gesetzt werden.

Einzelnachweise

  1. Rand Fishkin zur neuen nofollow-Problematik beim PageRank Sculpting. Abgerufen am 08.12.2013
  2. Matt Cutts im Jahr 2009 zum Thema PageRank Sculpting. Abgerufen am 08.12.2013

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