Autofill

Autofill bietet die Möglichkeit, bei Formularen, vornehmlich von Google Chrome, automatisch Informationen zu speichern, die bisher verwendet wurden. So soll das wiederholte Eingeben identischer Daten überflüssig und für die Nutzer mehr Bequemlichkeit ermöglicht werden.

Allgemeine Informationen zum Thema[Bearbeiten]

Beim Ausfüllen von Formularen mit Adressen, Zahlungsdetails oder anderen Inhalten gibt es die Option, durch die Autofill-Funktion Informationen zu speichern. Beim nächsten Ausfüllen werden diese Informationen von Google erkannt und können in verkürzter Zeit eingefügt werden, ohne dies manuell tun zu müssen.

Google gibt an, die gespeicherten Informationen niemals ohne die Genehmigung des Nutzers weiterzugeben. Zudem bietet Google die Möglichkeit, Kreditkartendaten zu speichern und zu schützen. Gleiches gilt für Passwörter, die gespeichert und verwaltet werden können.

Beispiel für Autofill-Einstellungen[Bearbeiten]

Zunächst fordert Google zum Öffnen des Browsers auf. Dann werden folgende Schritte angezeigt:

  1. Rechts oben „Profil“ anklicken, dann „Zahlungsmethoden“ oder auch „Autofill-Einstellungen.
  2. Im nächsten Schritt können Informationen gelöscht, bearbeitet und hinzugefügt werden:
  • Hinzugefügt werden können etwa Adressen oder Zahlungsmethoden
  • Auf dem entsprechenden Dreipunkt-Menü können Informationen bearbeitet werden. Sie werden dann von Chrome gespeichert.
  • Das Löschen von Daten geschieht ebenfalls über das Dreipunkt-Menü, das sich rechts neben der Adresse oder Karte befindet, die man bearbeiten möchte.

Im Falle des Speicherns einer Zahlungsmethode muss diese zusätzlich in Google Play bearbeitet bzw. gelöscht werden. Ist beim Hinzufügen, Bearbeiten oder Löschen von Daten die Synchronisierung aktiviert, werden die Änderungen auch auf allen anderen Geräten angezeigt.[1]

Kritik an der Autofill-Funktion[Bearbeiten]

Immer wieder kommt es im Zusammenhang mit Autofill zu Kritik. Schon im Jahr 2017 war die Meldung zu lesen, dass Nutzer von Chrome auf präparierte Websites gelockt werden können. Diese sind mit für den User nicht sichtbaren Formularfeldern ausgestattet, die mittels der Funktion Autofill sensible Informationen abfragen können. Der Nutzer bekommt davon nichts mit. Andere Browser waren sicherer, doch das Gefahrenpotenzial war vorhanden (Stand: 2017).[2]

Ein anderes Beispiel stammt aus dem Jahr 2018. Dabei ging es um die Autofill-Funktion direkt in der Suchmaschine. Gab man zu diesem Zeitpunkt etwa bei Google „Theresa May“ ein, schlug Google als weiteren Begriff „Memes“ vor. Durch einen Klick auf die Suche wurden nahezu ausnahmslos Bilder der britischen Politikerin angezeigt, die sie unvorteilhaft aussehen ließen.

Autofill bei Google kann auch für Unternehmen unangenehme Auswirkungen haben. Häufig schlägt Google bei Suchbegriffen – etwa im Zusammenhang mit Investmentfirmen oder Emissionshäusern – Zusätze wie „Kündigen“ oder „Verklagen“ hinzu. Auf diese Weise – vorausgesetzt, man folgt der Empfehlung durch Autofill – werden im Wesentlichen negative Ergebnisse angezeigt.[3]

Doch auch in jüngerer Zeit geriet die Autofill-Funktion in die Schlagzeilen. Im Februar 2020 teilte der Zahlungsdienstleister „Klarna“ mit, die Funktion für einige seiner Partnerseiten zu deaktivieren.

Bei den betroffenen Seiten war die Autofill-Funktion standardmäßig aktiviert, die Nutzer mussten sie also manuell deaktivieren, wenn sie die Funktion nicht wünschten. Einer IT-Mitarbeiterin fiel jedoch auf, dass Dritte die Autofill-Funktion nutzen konnten, wenn sie die Mailadresse oder Postleitzahl eines Users kannten. Auf der Website einer Online-Apotheke beispielsweise wurde das Formular „Kontodaten bearbeiten“ angezeigt, darüber hinaus wurde bei einem Testkauf der IT-Mitarbeiterin ihre Telefonnummer sichtbar. Diese hatte sie jedoch auf dieser Seite zuvor niemals eingegeben. Weitere Tests zeigten, dass die Sicherheitslücke auch auf anderen Seiten bestand.

Das Problem: Klarna sah keinen Grund, der Sache nachzugehen, nachdem die Mitarbeiterin darauf hingewiesen hatte. Erst als der „Spiegel“ sich einschaltete und ebenfalls Auskunft verlangte, lenkte Klarna ein und ergriff entsprechende Maßnahmen.[4]

Autofill deaktivieren und löschen[Bearbeiten]

Wenn man die Nutzung der Autofill-Funktion zu riskant findet, kann man sie auch deaktivieren und/oder die gespeicherten Daten löschen. Zum Deaktivieren sind folgende Schritte nötig:

  1. Im Browser muss das oben rechts befindliche orangefarbene Menü angeklickt werden.
  2. Nun auf die „Einstellungen“ gehen.
  3. Herunter scrollen auf „Passwörter und Formulare“.
  4. Dann muss in der Checkbox der Haken entfernt werden, der bei „Autofill aktivieren, um Webformulare mit nur einem Klick ausfüllen zu können“ gesetzt wurde.[5]

Um die Daten zu löschen, geht man folgendermaßen vor:

  1. Nach dem letzten Schritt der beschriebenen Deaktivierung werden künftig Formulare nicht mehr automatisch mit den bekannten Daten gefüllt.
  2. Um nun aber auch die Daten zu löschen, die noch vorhanden sind, muss der Link „Autofill-Einstellungen verwalten“ angeklickt werden. In einem neu geöffneten Fenster muss man mit der Maus über den Namen und die Adresse fahren. Dann erscheinen „Bearbeiten“ und ein Kreuz. Wird das Kreuz nun angeklickt, werden die Daten gelöscht.
  3. Im letzten Schritt müssen die Einstellungen bestätigt werden. Von nun an werden die Daten mittels Autofill nicht mehr gespeichert und auch nicht in Formulare eingefügt.[6].

Bedeutung für das Development/UX[Bearbeiten]

Fraglos ist die Autofill-Funktion sehr komfortabel und wird von vielen Menschen und Firmen genutzt. Neben der Bequemlichkeit hängt das sicher auch mit einer gewissen Routine zusammen, die sich beim Aufenthalt im Netz aufbaut.

Allerdings ist offenkundig, dass auch im Jahr 2020 nicht alle Risiken ausgeräumt werden konnten. Ob man diese Funktion also nutzt, ist eine individuelle Frage, die auch damit zusammenhängt, wie sensibel die Daten sind, mit dem man Formulare ausfüllt. Im Zweifel ist es ratsam, die Autofill-Funktion nur gezielt zu nutzen und regelmäßig zu deaktivieren und die Daten zu löschen.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. chrome support.google.com Abgerufen am 21.07.2020
  2. automatisches ausfuellen im browser besser abschalten techbook.de Abgerufen am 21.07.2020
  3. autovervollstaendigung suchmaschinen autofill kann zum problem werden rh-reputation.de Abgerufen am 21.07.2020
  4. datenschutz klarna problem e-recht24.de Abgerufen am 21.07.2020
  5. google-chrome-autofill-einstellungen-deaktivieren praxistipps.chip.de Abgerufen am 21.07.2020
  6. chrome-autofill-daten-loeschen-so-gehts praxistipps.chip.de Abgerufen am 21.07.2020

Weblinks[Bearbeiten]