Crowdtesting

Crowdtesting ist die Bezeichnung für einen groß angelegten Software-Test von möglichst vielen Endanwendern über das Internet. Crowdtesting ist eine Methode, die das Crowdsourcing verwendet: Freiwillige Nutzer bilden die Crowd und stellen ihre Ressourcen zur Verfügung, um Software auf Bugs, Usability, Funktionen und Sicherheitslücken hin zu überprüfen.

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Verwendet wird Crowdtesting in erster Linie im Bereich webbasierter und mobiler Anwendungen und IT-Services. Zu nennen wären hier Onlinegames und Apps mobiler Endgeräte, aber auch Anwender-Software wird solchen Tests unterzogen. Während herkömmliche Tests direkt beim Entwickler, also inhouse, stattfinden, zielt Crowdtesting darauf ab, die Intelligenz der Masse zu nutzen.

Je mehr Endanwender am Test beteiligt sind, desto mehr Augen spüren Fehler und Fehlfunktionen auf. Insbesondere Software, die für eine breite Masse an Anwendern gedacht ist, wird oft in einer Betaphase von tausenden Endanwendern getestet. Mitunter auch, um Belastungsszenarien zu simulieren und eine gute Performance sicherzustellen.

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Funktionsweise[Bearbeiten]

In der Regel werden Crowd-Tests über Communities organisiert, die direkt mit einem Team von Entwicklern und Community-Managern verbunden sind. Ein Unternehmen inseriert einen Test und gibt genauere Informationen an die Nutzer weiter. Diese können sich auf eine Teilnahme bewerben oder gehören teilweise schon zu einem Pool von ausgewählten Testern. Gerade professionelle Crowdtesting-Anbieter verfügen über eine Vielzahl registrierter Benutzer, die durch die Teilnahme an mehreren Tests eine gewisse Reputation erworben haben.

Durch die Masse an Testern ist es nicht unüblich, dass nicht nur normale Benutzer, sondern auch IT-Profis und sogenannte Power-User in der Crowd zu finden sind. Unternehmen können meist bestimmte Kriterien angeben, die bei einem Test besondere Beachtung erfordern. Die Tester fertigen dann nach dem praktischen Test Berichte oder Protokolle an, die an die Community-Manager oder direkt an die Entwickler weitergeleitet werden. Systemkritische Fehler werden sofort behoben und nach einer Auswahl werden weitere Änderungen von den Entwicklern vorgenommen. Dieser Prozess kann je nach Menge der Fehler und Größe des Tests mehrere Monate in Anspruch nehmen. Die Tester erhalten im Nachhinein meist eine Vergütung.

Vor- und Nachteile[Bearbeiten]

Softwaretests sind oft kostspielig und zeitintensiv. Herkömmliche Tests, die in isolierten Umgebungen stattfinden, haben oft den Nachteil, dass nicht alle Fehler entdeckt werden, die für die Funktion des System aber enorm wichtig sind. Crowdtesting hat demgegenüber den Vorteil, dass viele Anwender relativ viele Fehler entdecken. Gerade bei Applikationen und Software, die absatzorientiert ist, können solche Fehler Umsatzeinbußen bedeuten. Crowdtesting macht Softwaretesting skalierbar, weil auf diese Weise systemkritische Fehler vor dem Launch behoben und so Umsatzeinbußen minimiert werden können.[1]

Bedeutung für das SEO[Bearbeiten]

Bei webbasierten Applikationen und Webseiten, die von vielen Anwendern genutzt werden, kann ein Test in der Crowd auch Auswirkungen auf die Suchmaschinenoptimierung haben. Einerseits können Anwendungen auf Erreichbarkeit und Zugriffe hin getestet werden. Andererseits können diese Zugriffe die Besucherstatistiken positiv beeinflussen. Ist eine Website bereits online, kann ein Crowdtest die Seitenaufrufe, den Traffic und die Verweildauer auf der Website erhöhen. Crowdtesting kann ebenfalls zur Benutzerfreundlichkeit beitragen und die allgemeine Qualität einer Website erhöhen, was Suchmaschinen wahrscheinlich als positive Signale werten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Crowdtesting richtig gemacht. Computerworld.ch. Abgerufen am 02. Januar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]