Farbenblindheitstest

Mithilfe eines Farbenblindheitstests können Seitenbetreiber oder Webdesigner herausfinden, wie Menschen mit einer Farbensehschwäche oder Farbenblindheit eine Website sehen. Daraus lassen sich Rückschlüsse für Optimierungen in Hinblick auf die Usability ableiten.

Notwendigkeit[Bearbeiten]

Studien haben ergeben, dass rund 8 bis 9 Prozent der Männer und etwa 0,8 Prozent der Frauen unter einer Farbsehschwäche leiden. Dies bedeutet, dass rund 5 Prozent aller Websitebesucher die Seite nicht genauso wahrnehmen wie der Seitenbetreiber. Ein Farbenblindheitstest sollte daher unbedingt durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass auch User mit Farbsehschwäche alle Elemente der Website korrekt wahrnehmen und verwenden können.

Arten der Farbenblindheit[Bearbeiten]

Im Volksmund wird der Begriff der Farbenblindheit häufig für alle Arten von Farbsehschwächen verwendet. Tatsächlich ist dies aber nicht korrekt, denn es lassen sich verschiedene Arten von Sehschwächen unterscheiden:

  • Rot-Grün-Sehschwäche: Entweder die Rotzapfen und/oder die Grünzapfen sind nicht vollständig ausgebildet. Deshalb fällt die Unterscheidung der Farben Rot und Grün schwer.
  • Rot-Grün-Blindheit: Fehlen Rot- oder Grünzapfen, spricht man von der Rot-Grün-Blindheit.
  • Blau-Gelb-Sehschwäche: Die Blauzapfen sind nicht korrekt ausgebildet, weshalb Blau- und Gelbtöne nur schwer unterschieden werden können.
  • Blau-Gelb-Blindheit: Die Blauzapfen fehlen komplett. Die Unterscheidung der zwei Farben ist unmöglich.

Die Blau-Gelb-Sehschwäche kommt deutlich seltener vor als die Rot-Grün-Schwäche, sollte aber dennoch im Farbenblindheitstest abgeprüft werden.

Ablauf des Farbenblindheitstests[Bearbeiten]

Farbenblindheitstests laufen relativ einfach ab. Zunächst wählt der Seitenbetreiber ein Tool aus, das er zu diesem Zweck verwenden möchte. Dort ist die zu betrachtende URL einzugeben. Anschließend ist ein Colorfilter zu wählen. Mithilfe verschiedener Colorfilter kann die Website jeweils so angezeigt werden, wie sie ohne rote, grüne oder blaue Zapfen aussieht und in welchen Graustufen Farbenblinde sie wahrnehmen. Das Tool lädt anschließend das Layout der Website, färbt es aber entsprechend des gewählten Colorfilters ein. Der Seitenbetreiber kann sich so einen Überblick darüber verschaffen, ob die Usability auch für einen Menschen mit Farbsehschwäche oder -blindheit gegeben ist.

Probleme für Farbenblinde[Bearbeiten]

Es geht bei Farbenblindheitstests nicht in erster Linie um Fragen der Ästhetik – auch wenn die Ansehnlichkeit der Website durchaus eine Rolle spielt –, sondern vielmehr um die Bedienbarkeit und Benutzerfreundlichkeit. Durch die Farbsehschwäche können sich nämlich Probleme bei der Bedienung der Website ergeben, z. B.:

  • farbliche Unterscheidung von noch nicht besuchten und besuchten Links
  • Erkennen von Links, die nicht unterstrichen sind
  • keine Möglichkeit zur Auswertung von Diagrammen mit farblich unterlegter Legende
  • nicht ausreichende Kontraste, um nicht unterscheidbare Farben dennoch wahrzunehmen

Bedeutung für das Online Marketing[Bearbeiten]

Diese Probleme können mit einem Farbenblindheitstest erkannt werden. Daraufhin kann die Website entsprechend angepasst werden. Grafiken mit Legende können zusätzlich mit einer Schraffierung versehen werden, um die richtigen Farben zuordnen zu können. Sofern möglich kann insbesondere auf die Farben Rot, Grün und Blau verzichtet werden. Zudem können Menschen mit Farbsehschwäche in ihrer Wahrnehmung unterstützt werden, indem starke Hell-Dunkel-Kontraste eingesetzt und mit Mustern und Strukturen gearbeitet wird. Für das Online Marketing sind Farbenblindheitstests in Bezug auf die Optimierung des Webdesigns wichtig. Unter einer für Farbfehlsichtige schlecht zu nutzenden Website kann sogar die Conversion leiden.

Weblinks[Bearbeiten]


{{#related:}Usability}