Geo-IP

Unter der Geo-IP versteht man die Zuordnung einer IP-Adresse zum geografischen Standort eines Anschlusses. Mit Hilfe dieser Technik lässt sich zum einen Werbung im Rahmen von Geotargeting aussteuern und zum anderen die Besucherherkunft ermitteln.

Hintergrund[Bearbeiten]

Sobald sich ein Rechner mit dem Internet verbindet, wird ihm vom entsprechenden Server des Providers eine IP-Adresse zugeordnet. Das erste Oktett einer auf IPv4 basierten Adresse liefert dann den Hinweis auf den Serverstandort in einem bestimmten Land.

Sobald ein User über einen festen Breitband-Internetanschluss mit DSL ins Web geht, wird zusätzlich zum Serverstandort auch der entsprechende Einwahlknoten oder der letzte Zugriffspunkt über die IP-Adresse übermittelt.

Auf diese Weise ist die Geo-IP eine von mehreren Methoden, um den Standort eines Users annäherungsweise zu ermitteln. Weitere Eingrenzungen liefern auch GPS-Daten von mobilen Endgeräten sowie Wlan-Daten. Mit HTML5 kann der Nutzerstandort noch genauer über den Browser bestimmt werden.[1]

Umsetzung[Bearbeiten]

Sobald ein User eine Website besucht, wird seine IP-Adresse übertragen. Wenn nun Tools zum Auslesen der Geolocation verwendet werden, greifen diese auf eine große Datenbank zurück, in welcher viele tausende IP-Adressen und die betreffenden Standorte zu einzelnen Oktetten gespeichert sind. Moderne Tools sollen dabei Treffergenauigkeiten von weit über 90 Prozent liefern.

Beispiele[Bearbeiten]

Die Geo-IP bietet sowohl für die Webanalyse als auch für die Usability Vorteile.

  • Google verwendet die Geo-IP für seine Websuche. Auf diese Weise erhält der User bei bestimmten Suchanfragen Treffer, die direkt auf seinen Standort bezogen sind.
  • Websites mit Informationen zum Wetter können ihre Anzeigen direkt am Standort des Users ausrichten
  • Werbeprogramme wie Google AdWords können standortbasierte Werbung ausliefern.

Kritik[Bearbeiten]

Die IP-basierte Standortbestimmung ist nie zu 100 Prozent genau. Aus diesem Grund ist auch mit Fehlern zu rechnen, wenn Dienste oder Webinhalte auf den Standort des Users ausgerichtet werden. So kann es vorkommen, dass Nutzer Proxy-Server zum Surfen im Web verwenden oder die Hauptserver ihres Providers in einem anderen Land als dem Computerstandort liegen. In diesen beiden Fällen lässt sich die IP-Adresse dann nicht dem tatsächlichen Standort der User zuordnen. Der Nutzen dieser Analyse entfällt dann.

Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass manche User verunsichert sein können, weil es ihnen „unheimlich“ vorkommt, dass eine Website deren Standort kennt. Wichtig wäre hier, dass ein Opt-In stattfindet, bei dem der User ausdrücklich zustimmt, ob die Website seinen Standort verwenden darf. Diese Praxis wird meist bei aktuellen HMTL5-Geolocations angewandt.

Nutzen für die Webanalyse[Bearbeiten]

Die Geo-IP ist für die Webanalyse sinnvoll, um Besucher einer Website einem bestimmten Land, einer Region oder auch einer Stadt zuordnen zu können. Auf der Basis dieser Daten können zum einen genauere Umsatzauswertungen vorgenommen werden. Zum anderen liefert die Geo-IP wichtige Hinweise für das regionale Targeting bei Werbemaßnahmen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. HTML5 Geolocation w3schools.com Abgerufen am 17.09.2014

Weblinks[Bearbeiten]