Jappy

Jappy ist ein soziales Netzwerk mit Sitz in Deutschland, das seit 2001 existiert und heute (Stand April 2015) laut eigenen Angaben rund 643.000 Mitglieder aufweist.[1] Das Ziel von Jappy soll es vor allem sein, bereits bestehende Freundschaften zu pflegen oder über das Netzwerk geknüpfte virtuelle Freundschaften auch in die Offline-Welt zu übertragen.

Entstehung von Jappy

Gegründet wurde Jappy durch Matthias Vogl und Christian Wimmer. Anfänglich hieß das Projekt Singletreffen.net und war vor allem eine typische Flirtseite. Später wurde sie in Jappy.tv und erst dann in Jappy.de umbenannt. Im Februar 2007 beliefen sich die Mitgliederzahlen auf 350.000. 2007 wurde auch die Jappy GmbH gegründet. Im Oktober 2009 konnte Jappy 1,5 Mio. Benutzer verzeichnen. Seit diesem Hochstand sinken die Mitgliederzahlen jedoch aufgrund der verstärkten Konkurrenz durch andere soziale Netzwerke wie Facebook kontinuierlich.[2] Die Gründe für den Nutzerrückgang können vielfältig sein. Wahrscheinlich sind es gewöhnliche Verdrängungsmechanismen sowie die Tatsache, dass Jappy gegenüber anderen Sozialen Netzwerken keinen besonderen USP bietet.

Zweck von Jappy

Das soziale Netzwerk Jappy ist für alle Mitglieder zugänglich, die mindestens zehn Jahre alt sind. Grundsätzlich dient Jappy dem Auffinden von Freunden, dem Austausch mit anderen Mitgliedern und der Vernetzung (Social Networking), wird aber von vielen Mitgliedern noch immer für das Flirten und Daten von anderen genutzt. Die Nutzer können bei Jappy entweder anonym oder unter ihrem wirklichen Namen auftreten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, nur seinen Vornamen anzugeben. Laut einer Auswertung von Visits von meedia.de lag Jappy unter den Top20 Sozialen Netzwerken in Deutschland auf Rank 8, noch vor XING und Pinterest.[3] In einer Auflistung der HNA liegt Jappy im Februar 2015 auf dem 13. Platz aller Sozialen Netzwerke in Deutschland.[4]

Funktionen von Jappy

Jappy bietet eine Vielzahl von Funktionen, die in sozialen Netzwerken üblich sind, beispielsweise:

  • Versand von privaten Nachrichten und Emotions
  • „Anflirten“ anderer Mitglieder (kann optional freigeschaltet werden)
  • Chatten
  • Gästebuch
  • Bildergalerien
  • Freundeslisten
  • Plattforminternes Mailsystem

Das Design, die Funktionalität und die gesamte Aufmachung bleiben hinter vergleichbaren Angeboten deutlich zurück. Das Angebot wirkt veraltet. Dies mag ein Grund für die in den vergangenen Jahren eher sinkenden Mitgliederzahlen sein. Andere soziale Netzwerke bieten deutlich mehr Unterhaltung und Abwechslung als Jappy.

Das soziale Netzwerk Jappy ist ein kostenfreies Angebot. Es gibt zwar Sonderfunktionen, diese können aber nicht kostenpflichtig freigeschaltet werden, sondern nur indem die Nutzer sogenannte Credits sammeln. Damit unterscheidet sich das System von anderen Sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook. Nutzer können erhalten Credits aufgrund ihrer Aktivität im Netzwerk. Je aktiver sie sind, desto mehr Zusatzfunktionen stehen ihnen zur Verfügung. Diese Zusätze beschränken sich in der Regel auf weitere Möglichkeiten, den aktuellen Online-Status abzubilden (zum Beispiel „Am Grillen“), eine Emotion auszudrücken (zum Beispiel „Kompliment!“) oder ein virtuelles Geschenk zu überreichen (zum Beispiel eine Krone). Die erweiterten Ausdrucksmöglichkeiten sind an Comic-Design angelehnt und haben oft kindlichen Charakter. Jappy bietet seinen Nutzern Apps für das Android-Betriebssystem sowie Apples iOS.

Kritik

Jappy ist aufgrund von Datenschutz-Problemen mehrere Male in die Schlagzeilen geraten. Zunächst wurden von der Stiftung Warentest im März 2010 deutliche Sicherheitsmängel aufgedeckt. Im November 2013 gelang es unberechtigten Dritten, sich Zugang zur Datenbank von Jappy zu verschaffen und Benutzerdaten auszulesen.[5]

Bei einem genauen Blick auf die Privacy Policy werden zwar Schutzmechanismen erwähnt, damit die jüngsten Mitglieder ab 10 Jahren nicht von älteren Nutzern kontaktiert werden können. Doch beruhen alle Angaben für User auf Freiwilligkeit. Da es ohnehin keine Pflicht zum Klarnamen gibt wie bei Facebook oder anderen Netzwerken, können viele der Datenschutzregelungen kaum wirken. So wird zwar Werbung für Nutzer unter 14 Jahren ausgeblendet, aber der Kontaktfilter zum Schutz von Minderjährigen kann von jedem Nutzer selbst ausgeschaltet werden. Ebenso können Minderjährige Kontakt zu älteren Nutzern aufnehmen, während sie selbst nur von Nutzern kontaktiert werden können, die zwischen 14 und 20 Jahren alt sind. Da es jedoch keine Kontrolle über die gespeicherten Angaben im Nutzerprofil gibt, laufen jegliche Regelungen ins Leere. Allerdings ist Jappy mit diesen Datenschutz- und Jugendschutzproblemen nicht alleine. Um den Jugendschutz einzuhalten, wird Jappy von einer großen Gruppe an ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt. Fraglich bleibt für viele Nutzer dennoch, wie es ein Soziales Netzwerk, das häufig als Flirt- und Singletreff genutzt wird, es vereinbart, dass Mitglieder schon ab einem Alter von 10 Jahren eintreten dürfen.

Einzelnachweise

  1. Über Jappy. Jappy.de. Abgerufen am 24. April 2014.
  2. Jappy Wiki. Wiki.Jappy.de. Abgerufen am 24. April 2014.
  3. Top 20 – die populärsten sozialen Netzwerke in Deutschland meedia.de Abgerufen am 27.08.2015
  4. Neue Liste: Top20 der beliebtesten sozialen Netzwerke hna.de Abgerufen am 27.08.2015
  5. Sicherheitsmeldung zum Datenbank-Angriff. Jappyblog. Abgerufen am 24. April 2014.

Weblinks

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