Datenschutz

Der Begriff „Datenschutz“ (engl. data protection oder protection of data privacy) hat sich erst im 20. Jahrhundert mit der Verbreitung von Massenmedien und der Entwicklung der Telekommunikation entwickelt. Unter Datenschutz versteht man heute allgemein, dass personenbezogene Daten vor Missbrauch geschützt werden.

Zugleich umfasst der Datenschutz-Begriff auch die Wahrung der Persönlichkeitsrechte, das Recht selbstbestimmte Information sowie den Schutz vor ungewollter Datenverarbeitung. Der Datenschutz bildet somit den Rahmen für die immer größer werdende Datenflut in Bezug auf personenbezogene Daten, vor allem im Internet. Demnach ist Datenschutz für Webmaster ebenso wie für Marketing-Dienstleister und auch für die User ein wichtiges Thema.

Sinn und Hintergrund

Im Zuge der weltweiten Digitalisierung und Vernetzung über das Internet hat sich die Menge an entstehenden Daten im Laufe der Jahre exponentiell vervielfacht. Heute werden täglich Milliarden an Datensätzen übertragen ucond verarbeitet.

War es Ende in den 1980er-Jahren noch leichter möglich, seine persönlichen Daten zu schützen und über deren Verbreitung zu wachen, sorgen heute u.a. auch die digitale Informationskultur sowie das Social Web für eine massive Anhäufung und Verbreitung personenbezogener Daten. Darüber hinaus prägen wir unseren digitalen Fingerabdruck mit E-Mails, VoIP-Telefonaten, durch Chatprogramme und Kommentare in Blogs. Neben staatlichen Institutionen und Geheimdiensten hegen auch private Konzerne großes Interesse an diesem riesigen Datenschatz, der sogenannten Big Data, der uns teilweise zum „Gläsernen Menschen“ machen kann.

Personenbezogene Daten helfen staatlichen Institutionen, um Verbrechen zu bekämpfen, und den Internetkonzernen bieten die Datenmassen die Möglichkeit, Produkte mit Hilfe ausgeklügelter Targeting-Mechanismen noch besser zu verkaufen und um Online-Werbung noch gezielter einzublenden.

Doch im gleichen Maße wie die personenbezogene Datenflut wächst steigt auch das Bedürfnis nach einem Schutz der Privatsphäre. Mit dem Datenschutz soll die Idee gestärkt werden, dass jeder Mensch ein Recht darauf hat, zu entscheiden, was mit seinen persönlichen Daten geschieht. Spätestens im Zuge der NSA-Affäre spielt das Thema Datenschutz eine immer größere Rolle in der öffentlichen Debatte.[1] Zugleich geraten auch die großen Konzerne wie Google oder auch Facebook immer wieder ins Kreuzfeuer der Datenschützer. Suchmaschinen, die beispielsweise keine persönlichen Daten speichern, sind beispielsweise DuckDuckGo, Ixquick und Qwant. Ein soziales Netzwerk, bei dem die persönlichen Daten noch Eigentum der Nutzer sind, ist das japanische Netzwerk Mixi.

Gesetzliche Regelungen

In Deutschland gehört der Datenschutz zu den Grundrechten eines Menschen und wird unter dem „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“ subsummiert. Im Grundgesetz wird der Datenschutz zwar nicht explizit aufgeführt. Vielmehr finden sich in den Landesverfassungen einzelne Regelungen dazu.

Im Bundesdatenschutzgesetz, kurz BDSG, wird der Datenschutz auf Bundesebene für den privaten Bereich und die Bundesbehörden selbst geregelt. Auch auf Landesebene existieren eigene Landesdatenschutzgesetze. Außerdem gelten weitere spezifische Auslegungen für den Datenschutz in weiteren Bereichen wie bei Empfängern von Sozialleistungen oder Betrieben und öffentlichen Einrichtungen.

Überwacht wird die Einhaltung des Datenschutzes auf Bundesebene vom Bundesbeauftragten, sowie in den Bundesländern vom Landesbeauftragten für Datenschutz. Nicht-staatliche Unternehmen werden von den Datenschutzbehörden für den nicht-öffentlichen Bereich überprüft. Allerdings wird deren Nähe zu den Landesbeauftragten seitens der EU kritisiert, die immer wieder Kritikpunkte in Bezug auf den Datenschutz in Deutschland wie z.B. beim Meldegesetz findet.[2]

Datenschutz im Internet

Im Internet sind viele Bereiche vom aktuellen Datenschutz betroffen. Dies beginnt beim Anlegen eines Nutzerkontos in einem Online-Shop und reicht bis hin zur Implementierung von Like-Buttons auf der eigenen Homepage.

Webmaster müssen ebenfalls geltende Regelungen zum Datenschutz befolgen. Hier sind es zum einen die Datenschutzgesetze und zum anderen Paragraph 13 des Telemediengesetz (TMD)[3]. Demzufolge muss jede öffentliche Website einen Hinweis zum Datenschutz enthalten. Ebenso müssen Social Plug-ins datenschutzkonform eingesetzt werden.[4].

Falls die Google Suchergebnisse Resultate enthalten, die die Persönlichkeitsrechte des Nutzers verletzen, steht diesem mit dem Google Löschantrag die Möglichkeit frei, den Konzern aufzufordern, diese zu eliminieren. Diese Möglichkeit hat der europäische Gerichtshof mit seinem Urteil im Mai 2014 gefordert, nachdem die spanische Datenschutzbehörde gegen Google geklagt hatte.

Hinweise zum Datenschutz auf Websites

Im Folgenden sind Hinweise aufgeführt, die eine Datenschutzerklärung (engl. privacy policy) enthalten sollte:

  • Hinweise zu Trackingdiensten: in der Datenschutzerklärung muss demnach darauf hingewiesen werden, wenn z.B. Google Analytics oder ein anderes Webanalyse-Tool verwendet wird
  • Hinweise auf Social Media Plug-ins: hier sollten die Plug-ins und deren Datenspeicherungsfunktion erwähnt werden
  • Hinweis, dass personenbezogene Daten nicht ohne Einwilligung durch den User gespeichert werden
  • Hinweis, dass Nutzerdaten nicht unbefugt an Dritte weitergegeben werden

Im Jahr 2013 trat EU-weit eine Regelung zur Verwendung von Cookies in Kraft. Seither müssen Website-Betreiber auf deren Verwendung hinweisen.[5].

Auch in der Praxis des Trackings sollte der Datenschutz beachtet werden. Hierzu gehört es z.B. auch, dass Trackingdienste keine IP-Adressen speichern. Ein bekanntes Beispiel ist der Zusatz „anonymize ip“ im Google-Trackingcode.

Folgen für Online-Marketing

Datenschutzrichtlinien sind von Webmastern und Marketingdienstleistern bestmöglich umzusetzen. Werden diese Richtlinien nicht beachtet, kann dies sehr kostspielige Abmahnungen zur Folge haben. Im schlimmsten Fall sind Klagen denkbar. Nicht minder schlimm kann es sein, wenn Verbraucher und User aufgrund schlechter Datenschutz-Policies das Vertrauen in das betreffende Unternehmen verlieren.

Einzelnachweise

  1. NSA Überwachung spiegel.de Abgerufen am 04.04.2014
  2. Meldegesetz Reding Kritik zeit.de Abgerufen am 14.04.2014
  3. TMD, Paragraph 13 jusmeum.de Abgerufen am 14.04.2014
  4. Facebook Social Plugins: Datenschutz BDSG Datenschutzhinweise thomashelbing.com Abgerufen am 14.04.2014
  5. Cookie-Richtlinie in Europa computerwoche.de Abgerufen am 14.04.2014

Weblinks

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