Social Web

Das Social Web ist ein Teilbereich des Web 2.0 und ist auf soziale Strukturen und Interaktionen über das Netz fokussiert. Der Begriff Social Web umfasst webbasierte Anwendungen, die für Menschen den Informationsaustausch, den Beziehungsaufbau und die Kommunikation in einem sozialen Kontext unterstützen.[1]

Ziel des Social Webs ist es, die zwischenmenschliche Interaktionen für Benutzer zu vereinfachen. Dabei geht es hauptsächlich um den Austausch von Informationen, Wissen oder das Knüpfen von Kontakten zu anderen Personen. Spricht man vom Social Web, so findet die Interaktion zwischen zwei Individuen innerhalb eines definierten Netzwerks, wie zum Beispiel Facebook, statt.

Erscheinungsformen des Social Webs

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Abbildung: Social Web Dreiecksmodell

Wikis

Eine der Erscheinungsformen des Social Webs sind die sogenannten Wikis, in deren Mittelpunkt gemeinsam erarbeitete Texte stehen. Ein Wiki ist eine webbasierte Software, die man in offene und geschlossene Systeme unterteilen kann. Bei einem offenen System, wie zum Beispiel Wikipedia, können alle Betrachter den Inhalt verändern oder anpassen, indem sie die Seite im Browser editieren. Bei einem geschlossenen System können jedoch nur bestimmte Personen den Inhalt verändern. Um die Übersicht zu wahren, besitzen viele Wikis eine History, die Auskunft über vergangene Änderungen gibt. Das erste Wiki wurde 1995 von Ward Cunningham entwickelt und trug den Namen “WikiWikiWeb”.

Blogs

Bei Webblogs handelt es sich um öffentlich geführte Tagebücher im Web. Sie gleichen autobiografischen Dokumentationen und sind in chronologischer Form geordnet. Dabei können Videos, Tonaufnahmen oder Bilder eingebunden werden. Blogs weisen meist eine leichte Bedienbarkeit und eine schnelle Verbreitung durch Vernetzung auf. Die ersten Blogs entstanden Anfang der 90er Jahre. Dabei handelte es sich um einfache, manuell codierte Webseiten, die vom jeweiligen Betreiber regelmäßig aktualisiert wurden. Später wurden Blogs auch zu politischen und journalistischen Zwecken eingesetzt. Heute ist Twitter mit rund 1,4 Milliarden Mitgliedern einer der größten Blogs der Welt.

Social Networks

Social Networks wurden geschaffen, um Freundes- und Bekanntenkreise sowie Geschäftspartner miteinander zu verbinden. In der Regel ist für einen Social Network-Dienst eine Registrierung notwendig, um hinterher auf Profilseiten anderer zuzugreifen, die deren Interessen und Tätigkeiten beinhalten. Das erste Social Network entstand 1997 unter dem Namen “Sixdegrees”, stellte seinen Dienst aber bereits 2001 wieder ein. Weitere Beispiele für Social Networks sind StudiVZ, Facebook oder Google Plus. Für geschäftliche Zwecke gibt es Xing und LinkedIn.

Social Sharing

Beim Social Sharing geht es um das Teilen von Inhalten zwischen den Usern. Es werden zum Beispiel Meinungen, Testberichte, Bilder oder Videos geteilt. Um Social Sharing zu bertreiben werden Plattformen wie YouTube verwendet.

Chancen und Risiken für Unternehmen

Chancen

Durch das Social Web hat das Unternehmen die Möglichkeit, sein Image zu entwickeln und zu verbessern. Es stellt sich selbst offener gegenüber seinen Kunden dar. Desweiteren dient es als Werkzeug, um Beziehungen aufzubauen und nachhaltig zu pflegen. Menschen, die positive Gedanken und Weiterempfehlungen über eine bestimmte Marke äußern, sind für Unternehmen sehr wertvoll. Laut einer Nielsen-Studie von 2009 vertrauen 90% der Teilnehmer auf Kaufempfehlungen von Personen, die sie kennen.[2] Statistiken wie diese können dazu beitragen den Social Proof zu ermitteln und somit das Verhalten potentieller Kunden zu charakterisiern.

Risiken

Ein hohes Risiko, das mit dem Social Web einhergeht, ist der mögliche Kontrollverlust wie bei kontroversen Meinungen oder Gegen-Kampagnen bezüglich einem Produkt. Reaktionen dieser Art können nicht zielgerichtet kontrolliert oder zuverlässig vorausgesagt werden. Wenn ein Unternehmen den Schritt ins Social Web macht, geht es dabei auf seine Kunden zu und fordert zum Dialog auf. Dadurch wird das Unternehmen aber auch verwundbar, da es vermutlich nicht nur Lob und positive Äußerungen geben wird. Folglich muss ein Unternehmen einen Plan haben, um angemessen auf Kritik reagieren zu können.

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung

Beteiligt sich ein Unternehmen aktiv am Social Web, kann es dadurch Traffic generieren. Dieser entsteht zum Beispiel durch Blogs oder Verlinkungen. Findet eine Diskussion oder ein Meinungsaustausch über ein Produkt, eine Dienstleistung oder das Unternehmen statt, kommt es dem Ranking innerhalb einer Suchmaschine zugute. Das ist wiederum auf den dadurch entstandenen Content zurückzuführen, der themenrelevante Keywords enthält. Suchmaschinenoptimierung und Social Media ergänzen sich somit gegenseitig und können für den Erfolg eines Unternehmens ausschlaggebend sein.

Einzelnachweise

  1. Anja Ebersbach, Markus Glaser, Richard Heil: Definition „Social Web". In: Social Web. UTB, 2008, S. 29
  2. www.nielson.com - Global advertising consumers trust real friends and virtual strangers the most

Weblinks

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