Lesefluss

Als Lesefluss wird allgemein die Art und Weise bezeichnet, in der ein Leser eines Dokuments durch selbiges navigiert. Einflussfaktoren sind dabei u.a. der Bildungsgrad des Lesers, die Strukturierung der Inhalte sowie der Textstil. Bei der Optimierung von Webinhalten spielt der Lesefluss eine große Rolle, denn er kann entscheidend dafür sein, ob die Besucher einer Website abspringen oder bleiben. Die Optimierung des Leseflusses ist somit Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung sowie des UX Designs.

Hintergrund

In Westeuropa betrachten und lesen wir Dokumente üblicherweise von oben nach unten sowie von links nach rechts. In anderen Sprachräumen wie z.B. dem arabischen Sprachraum ist die Leserichtung von rechts nach links. Doch diese grobe Einschätzung sagt noch nichts über den tatsächlichen Lesefluss aus. Denn Leser springen gewöhnlich beim Durchlesen eines Dokumentes beim Skimming und Scanning.

Je nach Art des Inhaltes verweilen ihre Blicke länger oder kürzer auf einzelnen Bereichen des Dokuments. Je länger ein Text ist, desto größer ist die Gefahr, dass der Nutzer ermüdet und kein Interesse mehr am Inhalt hat. Bei Untersuchungen zum Lesefluss bei formalen Schriftstücken wie Geschäftsbriefen wurde u.a. festgestellt, dass die Leser schon nach sechs Zeilen Ermüdungserscheinungen aufweisen.[1] Für Autoren ebenso wie für Webdesigner ist es demnach wichtig, sich Gedanken über den Lesefluss eines Dokumentes zu machen, um die User Experience positiv zu beeinflussen. Mit Hilfe von Tests mit einem Eye Tracker kann nachvollzogen werden, wie User Inhalte wahrnehmen, so z.B. auch die SERP einzelner Suchmaschinen.

Einflussfaktoren

Auf den Lesefluss haben viele einzelne Faktoren Einfluss. Grundsätzlich lassen sich die Faktoren in technische und menschliche Voraussetzungen einteilen. Hier sind einige wichtige aufgeführt.

Menschliche Faktoren

  • Bildungsgrad: Ein weniger gebildeter Mensch wird einen längeren Text in wissenschaftlichem Stil schlechter verstehen und der Lesefluss wird langsamer sein.
  • Alter: Jüngere Nutzer werden ein Dokument anders wahrnehmen als ältere User.
  • Interesse: Je höher das Interesse an einem Inhalt ist, desto schneller wird ein User das Dokument zunächst scannen.

Inhaltliche Faktoren

  • Schriftgröße und Schriftart: Die Größe sowie der Typ einer Schrift beeinflussen den Lesefluss sehr stark. Auch Fettungen oder Kursivschriften können die Aufmerksamkeit des Lesers lenken.
  • Textstrukturierung: Strukturierungselemente wie Absätze oder Überschriften können für eine vereinfachte Textnavigation sorgen.
  • Bilder und andere Medien: Bilder können den Lesefluss eines Textes sowohl positiv beeinflussen als auch unterbrechen, da der Nutzer sich durch Bilder auch ablenken lässt.

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Konsequenzen für Content-Optimierung

Der Lesefluss ist ein wichtiger Faktor für eine positive Usability. Denn für kommerzielle Websites ist es wichtig, dass ein User länger bleibt, denn dann erhöht sich die Chance auf eine Conversion, also einen Kauf oder eine Newsletteranmeldung, weil sich der Nutzer mit dem Inhalt auseinandersetzt. Doch auch für Informationsportale ist der Lesefluss wichtig, denn er zeigt, ob die Leser sich mit den angebotenen Inhalten überhaupt beschäftigen, bzw. ob sie überhaupt Interesse daran zeigen. Somit sollten Webmaster wie Online-Redakteure gleichermaßen darauf achten, wie sie den Lesefluss steigern können.

Zum einen wäre dann eine Analyse der Zielgruppe wichtig, um die Frage „Für wen schreibe ich?“ zu beantworten und zum anderen die Art und Weise, wie die Inhalte strukturiert werden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt besteht z.B. durch die logische Anordnung von Überschriten-Tags, denn auch Suchmaschinenrobots schätzen es, wenn Texte und anderer Content strukturiert dargeboten werden.

Einzelnachweise

  1. Lesefluss und Corporate Design steidle.com Abgerufen am 23.06.2014

Weblinks

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