Micropayment


Mit Micropayment werden Transaktionen im E-Commerce-Bereich bezeichnet, die meistens kleine Beträge bis zu fünf Euro umfassen. Der Wert einer Ware oder Dienstleistung ist ausschlaggebend für die Verwendung des Begriffs. So wird von Micropayment gesprochen, wenn der Betrag nicht größer als fünf Euro ist, allerdings werden Bezeichnung wie Nanopayment oder Picopayment verwendet, wenn der Wert von Ware oder Dienstleistungen nur wenige Cent beträgt. Übersteigt der Wert fünf oder zehn Euro deutlich, kommt der Begriff Macropayment zum Einsatz.

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Micropayment-Systeme sind kein neues Phänomen. Vielmehr gibt es schon seit den Neunziger Jahren Versuche, die Bezahlung von Klein- und Kleinstbeträgen mithilfe moderner Technologien zu ermöglichen. Die anfängliche Skepsis der Verbraucher hat allerdings dazu geführt, dass sich Micropayment-Systeme erst mit dem Siegeszug von PayPal etabliert haben. Die zunehmende Nutzung von Smartphones und mobilen Endgeräten führte schlussendlich dazu, dass Micropayments mittlerweile als allgemein akzeptiert gelten – auch wenn hier und da noch Sicherheitsbedenken und technologische Schwierigkeiten auftreten.[1]

Den Hintergrund für die vermehrte Nutzung von Micropayments bilden die Transaktionskosten, die bei vielen anderen Zahlungssystemen erhoben werden. Wird ein Internetkauf per Kreditkarte abgerechnet, muss der Käufer in der Regel einen geringen Betrag an die ausführende Bank zahlen. Und selbst vermeintlich kostenlose Transaktionen werden in den meisten Fällen von der Bank als Grundgebühr veranschlagt. Die Kosten für die Kontobewegungen – auch bei Kleinstbeträgen – sind ein Faktor, der von vorneherein von der Bank einkalkuliert wird. Micropayments sollen hier eine Lösung darstellen, da die Transaktionskosten vermieden werden. Jedoch hat auch der Provider (deutsch: Anbieter) von Micropayment-Lösungen Kosten: Diese werden dadurch getragen, dass der Download einer Bezahl-App kostenpflichtig ist. Oder der Kunde sein Konto bei einem Provider aufladen muss – mit diesen Beträgen kann der Provider dann wirtschaften. Oft muss der Zahlungsempfänger auch einen Teil der Zahlung an den Provider entrichten. Das ist beispielsweise bei PayPal der Fall.[2]

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Funktionsarten[Bearbeiten]

Micropayment-Systeme werden dahingehend unterschieden, dass sie entweder als Vorausbezahlung oder als Billing bzw. Inkasso getragen werden oder aber auf Mobilfunk-Systemen, sprich Apps, basieren. In den meisten Fällen geht es dabei um Waren wie Ebooks, Musik- oder Gamedownloads, auch Dienstleistungen wie Mitgliedschaften werden zu den unterschiedlichen Arten von Micropayments gerechnet.

Pre-Paid-Systeme[Bearbeiten]

Hier muss der Kunde sein Konto aufladen, um Transaktionen durchzuführen. Bezahlt wird in diesen Fällen vor dem eigentlichen Kauf. Auch Systeme, bei denen virtuelle Währungen wie Bitcoins oder eGeld verwendet werden, zählen dazu. Manche Systeme bieten auch Rabatt- und Bonuswerte an, die erst gesammelt und dann eingelöst werden (auch als Social Payment bezeichnet).

Billing-/Inkasso-Systeme[Bearbeiten]

Bei diesen Systemen werden die Transaktionskosten dadurch minimiert, dass zunächst Klein- und Kleinstbeträge gesammelt werden, um sie anschließend zum Beispiel am Ende des Monats gemeinsam abzurechnen. Mobilfunk-Anbieter bieten diese Form der Abrechnung über die Handyrechnung an.

Handypayment[Bearbeiten]

Wird eine Bezahl-App, die auf dem Mobilfunkgerät installiert ist, verwendet, spricht man von Handypayments. So können Nutzer zeit- und ortsunabhägig Transaktionen durchführen. Viele Banken bieten entsprechende Apps an.

Praxisbezug[Bearbeiten]

Entscheidende Faktoren beim Micropayment sind neben der Sicherheit auch die Kostenfreiheit und die unkomplizierte Abwicklung des Kaufvorgangs seitens der Nutzer. Diese wollen nicht nur ein sicheres System, das kostenlos ist, sondern auch eine hohe Usability (deutsch: Benutzerfreundlichkeit) und wenig Aufwand. Vor allem Bezahl-Apps sind in ihrer Nutzung überaus flexibel, da die Nutzer das Smartphone ohnehin bei sich führen. Sowohl für die Nutzer als auch für die Betreiber von Micropayment Lösungen sind mehrere Faktoren von Bedeutung, die sich nicht darin erschöpfen, dass eine Zahlung sicher oder einfach ist. Zusätzlich kommen Faktoren wie Identität, Authentifizierung, Fehlerfreiheit, Verbindlichkeit und verschiedene Aspekte des Datenschutzes hinzu.[3] Erfolgreiche Systeme für das Micropayment messen sich daran, inwiefern diese verschiedenen Kriterien erfüllt werden.

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung[Bearbeiten]

Wie beim Mobile Banking geht es bei Micropayments auch um möglichst wenig Aufwand für den Nutzer und Nutzungsszenarien. Wenn Micropayment-Lösungen sich einfach über eine API einbinden lassen, stellen sie eine zusätzliche Art der Zahlungsabwicklung dar. Eine einfache und sichere Zahlung von kleinen Beträgen kann einen Wettbewerbsvorteil im Bereich der Usability bedeuten. Für technikaffine Nutzer sind sie darüber hinaus als Imagevorteil zu werten. Allerdings stechen positive Merkmale von Micropayments nur dort heraus, wo eine entsprechende Sicherheit und technologisch einbahnfreie Lösungen anzutreffen sind. Onlineshops, Apps und Händler sollten also die Wahl eines geeigneten Anbieters sorgfältig treffen und verschiedene Kriterien miteinbeziehen – auch den Punkt, wie Micropayments in das verwendete System integriert werden können und ob ein guter Service seitens des Anbieters vorhanden ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wie mobile Applikationen die Internetwirtschaft verändern können. netzwertig.com. Abgerufen am 13.05.2014.
  2. PayPal Fees. paypal.com. Abgerufen am 13.05.2014.
  3. Effizienz- und Sicherheitsanalyse von Micropayment Systemen. cdc.informatik.tu-darmstadt.de. Abgerufen am 13.05.2014.

Weblinks[Bearbeiten]