Slow Death


Der sogenannte Slow Death (dt. „langsamer Tod“) bezeichnet im Bereich der Suchmaschinenoptimierung das sukzessive Verschwinden einer Website aus den Suchergebnislisten und somit aus dem Index einer Suchmaschine. Die Gründe für einen Slow Death sind häufig nicht sofort zu identifizieren.

Kennzeichen für einen Slow Death

Wie der Name es schon suggeriert, ist der Slow Death eine langsame und eher „schleichende“ Entwicklung. Ein alarmierendes erstes Anzeichen kann ein kontinuierlicher Besucherrückgang über die organischen Suchtreffer sein, der aus schlechter werdenden Platzierungen der eigenen Suchbegriffe resultiert. Überprüfen lässt sich dies mit gängigen Analysetools wie Google Analytics. Ein weiteres mögliches Indiz für einen Slow Death kann das Verschwinden von Beschreibungstexten in den Search-Snippets sein. Google verwendet dann für Treffer auf Unterseiten einer Domain z.B. keine Beschreibungstexte mehr, sondern zeigt lediglich die betreffende Website als reine URL an.

Vermutete Gründe für einen Slow Death

Bisher sind die Gründe für einen Slow Death spekulativer Natur, da keine gesicherten Quellen über die Ursachen bekannt sind. Vielfach werden jedoch Probleme mit Duplicate Content hinter einem Slow Death vermutet. Ebenso können falsch erstellte robots.txt-Dateien oder andere Blockierungen einer Seite dazu führen, dass die Suchmaschinen-Crawler diese als nicht mehr relevant betrachten. Es wird auch davon ausgegangen, dass der Slow Death eintreten kann, wenn eine Website korrumpiert bzw. gehackt wurde und z.B. für Spamzwecke missbraucht wird.

Einem Slow Death vorbeugen

Folgende Maßnahmen können präventiv empfohlen werden, um die Gefahr eines Slow Death zu minimieren:

  • regelmäßiges Monitoring der Website mit einschlägigen Programmen wie der Google Search Console, um bei Auffälligkeiten sofort reagieren zu können: Erhalten Webmaster zum Beispiel Hinweise auf einen Hack der Seite oder eine Warnung zu „verdächtigen Links“ sollten sie gleich mit der Fehlerbehebung beginnen.
  • unbedingtes Vermeiden von doppelten Inhalten zum Beispiel mit Hilfe von Canonical Tags: Doppelte Inhalte können zum Beispiel mit geeigneten Webanalyse-Tools ermittelt werden. Externe doppelte Inhalte können auch durch unerlaubt kopierte Inhalte entstehen. Eine einfache Möglichkeit, zu prüfen, ob andere Websites Inhalte ungefragt übernehmen kann darin bestehen, Textelemente von der eigenen Website bei Google als Exakt-Match (Suchanfrage in Anführungszeichen) einzugeben. Erhält man Treffer, die den gleichen Text übernommen haben, können die betreffenden Webmaster um Entfernung oder Anpassung der geschützten Inhalte aufgefordert werden.
  • regelmäßige Kontrolle der robots.txt-Datei: Hier sollten Webmaster und SEOs prüfen, ob wichtige Verzeichnisse vom Crawling durch den Googlebot ausgeschlossen werden. Prüfen lässt sich die robots.txt-Datei mit Hilfe der Google Search Console.

Webmaster sollten unabhängig von der Slow-Death-Prophylaxe dafür sorgen, dass alle Inhalte kontinuierlich gepflegt werden. Diese Empfehlung gilt sowohl für Adressdaten als auch für Texte, die zum Beispiel an aktuelle Veränderungen angepasst werden.

Was tun bei einem Slow Death?

Wer vermutet, dass seine Seite von einem Slow Death betroffen ist, sollte sofort handeln, bevor die Domain nahezu vollständig aus den SERP verschwunden ist. Denn wenn die Seite aus dem Index suspendiert wurde, bedarf es enormer Anstrengungen, um die alten Positionen wiederzuerlangen. Zum Handeln gehört zunächst die exakte Fehlersuche. Folgende Fragen können helfen:

  • Gibt es Probleme mit doppelten Inhalten?
  • Gibt es Scraper (Webseiten die meine Inhalte kopieren und verwenden) meiner Seite?
  • Habe ich alle Nachrichten über die Google Search Console erhalten und auch gelesen?
  • Kann ein Hacker-Angriff ausgeschlossen werden?
  • Können alle Seiten problemlos vom Googlebot gecrawlt werden?
  • Können alle Seiten indexiert werden oder wurden Canonical-Tags oder das Noindex-Tag falsch gesetzt?

Stellt sich bei der Fehlersuche heraus, dass eine Google Penalty vorliegt, sollten Webmaster ebenfalls umgehend handeln. Im Gegensatz zum Slow Death kann nach dem Beseitigen aller Fehler in Reconsideration Request gestartet werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich auch, die betreffenden Webseiten nach den Anpassungen an den Google-Index zu senden. Hierfür steht die entsprechende Funktion in der Google Search Console bereit. Zudem sollte die Google Sitemap aktualisiert und neu eingereicht werden, damit Google die Möglichkeit hat, die betreffenden Seiten erneut zu crawlen.