Interstitials


Interstitials oder Interstitial Ads sind Werbebanner, welche den Besuch eines Users auf einer Website unterbrechen und diese Aufmerksamkeit für die Werbebotschaft nutzen. Interstitials können auf unterschiedliche Weise realisiert werden und sind vor allem auch im Mobile Advertising gefragt. Eine gängige Form des Interstitials ist das sogenannte Pop-up. Der Begriff „Interstitital“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „Zwischenräume bildend“. Diese Werbeform bildet demnach einen Zwischenraum für Werbebotschaften, der zwischen dem User und der gerade betrachteten Website liegt. Oftmals wird auch von „Unterbrecherwerbung“ gesprochen. Eine übermäßige Verwendung von Interstitials auf mobilen Webseiten kann seit Januar 2017 auf zu einer Penalty durch Google führen.[1]

Hintergrund

Werbung allgemein und im besonderen Bannerwerbung im Internet hat einen großen Nachteil: der Mensch gewöhnt sich daran und nimmt die Werbebotschaften meist nicht mehr wahr. In der Online-Werbung spricht man dann zum Beispiel von Banner Blindness, wenn User Werbebanner nicht mehr als solche wahrnehmen und den Inhalten keine Beachtung mehr schenken. Um die größtmögliche Aufmerksamkeit für Werbung zu erhalten, suchen Marketer stets nach neuen Lösungen. Das Interstitial ist eines dieser Ergebnisse.

Funktionsweise

Die Einblendung von Interstitials wird durch unterschiedliche Initialaktionen ausgelöst. Dies können sein:

  • ein Klick auf einen bestimmten Bereich einer Webseite
  • das Öffnen einer Webseite
  • der Klick auf einen Link

Das Interstitial wird entweder nach einem bestimmten Zeitintervall wieder automatisch ausgeblendet oder der User muss es selbst durch einen Klick ausblenden.

Formen

Interstitials können in verschiedenen Formen auftauchen, sind in ihrer Größe und Ausgestaltung flexibel. Üblicherweise wird das Interstitial direkt geladen und im selben Fenster angezeigt. Man spricht dann auch von Inline-Interstitial. Weitere Formen sind:

  • Flash-Layer: werden auch zu Interstitials gezählt, weil sie browserunabhängig eine zusätzliche Ebene über dem eigentlichen Inhalt schaffen und frei skaliert werden können
  • Popups: werden über JavaScript realisiert und öffnen sich in einem neuen Fenster vor dem eigentlichen Inhalt.
  • Superstitial: hierbei handelt es sich um komplexere, multimediale Interstitials, die während des Seitenaufrufs geladen werden müssen und die meist das gesamte Browserfenster überlagern
  • Popunder: öffnen sich in einem neuen Fenster hinter dem aktiven Browser-Fenster.
  • Prestitials: sind eine Sonderform und werden nur beim Aufrufen der Startseite bzw. beim Programmstart angezeigt. Diese Form wird z.B. bei Smartphone-Apps häufig genutzt.
  • Video-Interstitial: hierfür werden vor allem Videoclips verwendet. Sehr beliebt ist diese Werbeform z.B. auch bei In-Video-Werbung auf YouTube oder den Videoangeboten großer Privatsender.

Vorteile und Nachteile

Interstitials wird üblicherweise eine hohe Wirksamkeit zugesprochen, da sie für den User meist unerwartet auftauchen. Demnach sind Interstitials ein probates Werbemittel, um auf spezielle Angebote im Rahmen einer Display-Kampagne hinzuweisen oder das Branding voranzubringen. Interstitials müssen durch ihre besondere Position auch nicht mit anderen Bannern konkurrieren. Durch den multimedialen Charakter und die Möglichkeit, über die gesamte Fläche des Browserfensters zu wirken, haben Webdesigner schier unbegrenzten Gestaltungsfreiraum. Videos, Fotos oder Songs, also Rich Media, können mit Hilfe des Interstitials ausgespielt werden. Zudem hat der User je nach Einstellung keine Möglichkeit, sich der Werbebotschaft zu entziehen, es sei denn, er drückt den Zurück-Button oder schließt das Browser-Fenster.

Daraus ergibt sich auch schon der Nachteil von Interstitials. Wenn ihr Einsatz nicht klar überlegt ist, kann er im Extremfall für Verunsicherung seitens der User führen („Was habe ich jetzt gedrückt?“, „Ich wollte doch eigentlich nach einem neuen Kuchenrezept suchen, warum ist jetzt der Bildschirm voll mit einem SUV?“) oder diese sogar von einem erneuten Besuch der Webseite abhalten. Demnach sollten Interstitials oder Superstitials genau geplant und auf die Zielgruppe abgestimmt werden.

Ein weiterer Nachteil von Interstitials besteht darin, dass sie bei der Nutzung auf mobilen Webseiten für Rankingsverluste sorgen können. So hat Google im August einen neuen Algorithmus eingeführt, der mobile Webseiten mit einer Penalty belegt, wenn diese mit einer bestimmten Form von Interstitials überlagert werden. Google sieht in diesen Unterbrechungen ein Zeichen für eine schlechtere User Experience.[2]

Einzelnachweise

  1. Google confirms rolling out the mobile intrusive interstitials penalty yesterday searchengineland.com Abgerufen am 30.09.2017
  2. Helping users easily access content on mobile webmasters.googleblog.com Abgerufen am 01.10.2017

Weblinks