Memoji

Der Begriff Memoji setzt sich aus den Worten „Me“ und Emoji“ zusammen. Es ist damit die nächste Stufe von Emojis, wobei Memojis personalisiert und animiert sind. Memojis werden als Sticker für das Smartphone verwendet.


Allgemeine Informationen zum Thema[Bearbeiten]

Memojis entstehen durch Gesichtstracking. Das eigene Gesicht wird gewissermaßen zum „Mini-Klon“, mit dem unterschiedliche Ausdrücke erzeugt werden können. Im Unterschied zu Emojis muss bei Memojis zuvor kein Geschlecht festgelegt werden. Mittels Tiefenwahrnehmung und Infrarot wird das Gesicht auf einen Avatar projiziert. Eine Ähnlichkeit zum eigenen Gesicht ist dabei zunächst nicht oder kaum festzustellen.

Nach dem Erstellen des Memojis können zahlreiche Änderungen und Anpassungen vorgenommen werden, also etwa das Hinzufügen von Sommersprossen, Piercings, Hüten, Mützen, Haar- und Hautfarben.

Memojis waren ursprünglich nur für das iPhone vorgesehen, wer kein solches besaß, konnte auf verschiedene Augmented Reality-Filter auf Instagram ausweichen, die Gesichter in Tiere oder Fratzen verwandeln konnten. Bei aller Unterschiedlichkeit der Memojis fällt eine gewisse Gleichförmigkeit auf. Die Gesichter entsprechen meist einem „Kindchenschema“, sie sind rund mit großen Köpfen, haben meist eine Stupsnase und kugelrunde Augen.[1].


Die Erfolgsgeschichte der Memojis und der Versuch der Nachahmung[Bearbeiten]

Mit Apples Update am 19. September 2019 stellte sich schnell heraus, dass das Apple-Memoji sich großer Beliebtheit erfreute. Insbesondere auf Twitter äußerten zahlreiche Apple-Nutzer große Begeisterung bezüglich der Neuerung.

Android-Nutzer schienen damals das Nachsehen zu haben, doch durch einen Trick konnten auch sie sich Memojis auf ihre Geräte holen. Notwendig dafür war jedoch ein iPhone mit iOS 13, das man sich leihen musste:

1. Memoji konfigurieren: Über einen WhatsApp-Chat gab es die Möglichkeit, über die Tastatur Memoji-Sticker zu erstellen. Haarfarbe, Hautfarbe, Augen- und Lippenform und vieles mehr ließ sich nun konfigurieren. Danach wurde automatisch ein Stickerset mit den verschiedenen Emotionen erstellt.

2. Stickerset versenden: Nun konnten die Stickersets über WhatsApp verschickt werden, allerdings nur einzeln. Sollte man sich für diesen Vorgang ein iPhone geliehen haben, wurde empfohlen, die personalisierten Memojis vom geliehenen Handy wieder zu löschen, da sie sonst auf diesem Gerät immer wieder aufgetaucht sind.

3. Memojis speichern: Nach dem Abspeichern auf dem Android-Smartphone konnten die zuvor versendeten Memojis verwendet werden.

Der Nachteil dieser Praxis war, dass die Android-Memojis nachträglich nicht verändert werden konnten. Auch andere Optionen, die man mit dem iPhone hatte, funktionierten auf dem Android-Gerät nicht.[2].


Streit zwischen Apple und Xiaomi[Bearbeiten]

Im Sommer 2019 hat Xiaomi das Smartphone Xiaomi Mi CC9 vorgestellt. Zuvor hatte Apple mit dem iOS 12 Memojis eingeführt. Dann stellte sich heraus, dass Xiaomi ähnliche Animationen entwickelt hatte, die zudem den Namen „Mimoji“ trugen. Die Ähnlichkeit der Namen war nicht das einzige, was zu Problemen führte. Xiaomis Variante war auch in Sachen Funktionalität und Design kaum von der Apple-Entwicklung zu unterscheiden. Schnell stand der Vorwurf des Plagiats im Raum.

Xiaomi reagierte auf die Vorwürfe von Apple ungewohnt aggressiv und bestritt sie vehement. Das Unternehmen führte vier Gründe an, die gegen eine Nachahmung des Produkts von Apple sprächen:

1. Der Apple ähnlich lautende Name Mimoji sei schon früher entwickelt worden. Hinzu käme, dass die Lösung von Xiaomi die automatische Zeichengenerierung unterstütze, was bei Apple nicht der Fall sei.

2. Man bot an, den Weibo-Nutzer, der die Beschuldigungen ausgesprochen hatte, zu einem Gespräch einzuladen, weil man selbst auch daran interessiert sei, die Wahrheit herauszufinden.

3. Xiaomi habe diverse Tests vor der Einführung durchgeführt und keinerlei Ähnlichkeiten zu Apple feststellen können.

4. Das Unternehmen Xiaomi lege selbst großen Wert auf geistiges Eigentum und habe keinerlei Toleranz gegenüber Handlungen, die diesem Prinzip zuwiderlaufen. Sollte sich also der Vorwurf des Plagiats bestätigen, würde das Unternehmen sich entschuldigen.

Das Statement von Xiaomi stieß damals vielen Menschen auf, weil gemeinhin angenommen wurde, dass die Orientierung von Xiaomi an Apple offensichtlich war.[3].


Fehlende Deaktivierungsfunktion bei Memojis[Bearbeiten]

Noch bis November 2019 gab es keine Möglichkeit, die Funktion der Memojis zu deaktivieren. Das änderte sich mit der Einführung von „Beta 1“ des iOS 13.3. Dadurch ließen sich sowohl Memoji- als auch Animoji-Symbole innerhalb der Emoji-Tasten deaktivieren. Zudem kam die Funktion „Bildschirmzeit“ hinzu, die Kommunikationslimits bei der Verwendung von Nachrichten (iMessage), FaceTime und Telefon erlaubte.

Die fehlende Deaktivierung hatte immer wieder zu Kritik an Apple geführt, weshalb das Unternehmen diesen Vorwürfen wohl mit der neuen Funktion begegnete. Durch Beta 1 konnte der Nutzer nun selbst entscheiden, ob im Emoji-Tastaturbereich Memojis und Animojis angezeigt werden oder nicht. Den entsprechenden Schalter musste man aber ein wenig suchen, er wurde ganz unten im Bereich der „Tastaturen“ platziert.[4].


Bedeutung für das Online-Marketing[Bearbeiten]

Aufgrund der Beliebtheit von Memojis lässt sich diese Technik auch für das Marketing anwenden. Apple selbst beispielsweise hatte Musiker als Memojis auftreten lassen. Das daraus entstandene Video stellte Apple auf der Grammy Preisverleihung vor. Allerdings ist die Umsetzung nicht einfach, Apple wies bei der Vorstellung darauf hin, dass professionelle Animationen vorgenommen wurden, um den angestrebten Effekt zu erzielen.[5].

Dennoch lassen sich Memojis sicher auch in anderen Bereichen des Marketings nutzen.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. kultur kunst kolumne memojis trend iphone avatar whatsapp beige.de Abgerufen am 21.01.2020
  2. android memoji pcspezialist.de Abgerufen am 21.01.2020
  3. xiaomi sieht rot wer diesen vergleich mit apple zieht wird verklagt giga.de Abgerufen am 21.01.2020
  4. neu in ios 13 3 memojis ausblenden und kommunikationslimits in bildschirmzeit iphone-ticker.de Abgerufen am 21.01.2020
  5. apple laesst musikstars als memoji auftreten wuv.de Abgerufen am 21.01.2020

Weblinks[Bearbeiten]