Mobile Marketing

Mobile Marketing ist eine Teildisziplin des Marketings, die sich insbesondere auf das Erreichen der Nutzer mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets richtet.

Im Rahmen des mobilen Marketings konzentrieren sich alle Aktivitäten darauf, Informationen, Inhalte und natürlich Werbung ideal für mobile Endgeräte darzubieten. Dies erfordert nicht nur einen völlig anderen Aufbau von Websites, sondern auch die Nutzung von Instrumenten, die es im Online Marketing so überhaupt nicht gibt. Dieses Video zeigt ein Anwendungsbeispiel für das mobile Marketing.

Instrumente des Mobile Marketings

Im Rahmen des mobilen Marketings kann eine Vielzahl von Instrumenten zum Einsatz kommen. Gängig sind beispielsweise folgende Marketingmethoden:[1] [2]

  • Mobile Website:

Mobile Websites können von Onlineshops einerseits genutzt werden, um ihre Umsätze zu steigern. Andererseits können Werbetreibende Bannerwerbung auf mobilen Websites schalten.

  • Mobile Apps:

Ähnlich wie Websites eignen sich Apps entweder zur Einbindung von Werbebannern oder aber alternativ zur Steigerung des Bekanntheit des eigenen Unternehmens. So können über Apps beispielsweise Serviceleistungen, ein Kundenaccount oder auch Shoppinglösungen realisiert werden.

Im Rahmen des M-Commerce werden entweder webbasierte -, für mobile Endgeräte optimierte Webshops oder aber Shopping Apps aufgelegt, die es den Kunden im Gegensatz zu nicht optimierten Shops wesentlich erleichtern, mobil einzukaufen.

In Zusammenhang mit Mobile Marketing wird die Suchmaschinenoptimierung anders angewendet. Hier stehen beispielsweise Aspekte des Local SEO im Vordergrund.

Beim Mobile Payment nutzt mindestens ein Teilnehmer eine mobile Technologie. Ein typisches Beispiel ist die Near-Field-Communication (NFC), mit deren Möglichkeiten man sogar im Ladengeschäft bargeldlos bezahlen kann.

Im Rahmen des Mobile Banking können die Nutzer über ihr Handy Konto- und Depotdaten abrufen und Transaktionen (z. B. Überweisungen) durchführen.

  • Mehrwertdienste:

Auch Mehrwertdienste lassen sich für das Mobile Marketing nutzen, beispielsweise um einen Wettbewerb mittels SMS zu organisieren.

  • Werbe-SMS:

Werbe-SMS sind ein schwieriges Feld, da der Handybesitzer der Nutzung von SMS als Werbemedium explizit zustimmen muss. Besitzt der Werbetreibende jedoch diese Erlaubnis, können Werbe-SMS eine hohe Aufmerksamkeit genießen.

  • Mobile Coupons:

Mobile Coupons können in der Verkaufsförderung eingesetzt werden, beispielsweise bei %-Aktionen auf bestimmte Produkte. Mithilfe von QR-Codes können Mobile Coupons in den stationären Ladengeschäften eingelöst werden.

Vorteile

Im Oktober 2013 gab es in Deutschland 37,4 Mio. Smartphone-Nutzer, also beinahe jeder zweite Bundesbürger. Schon im Juli 2015 waren es 46 Millionen Smartphone-Nutzer.[3] Dementsprechend groß ist das Potential des mobilen Marketings. Werbetreibende haben die Möglichkeit, mit ihren Empfängern direkt zu kommunizieren. Sie können in einen Dialog treten und interagieren, während klassische Werbung stets nur eine Richtung kennt: vom Werbetreibenden zum Kunden. Eine Rückkopplung besteht nicht.

Mobile Marketing bietet die Möglichkeit, die Werbung zu personalisieren, die Verbraucher unabhängig von Zeit und Ort anzusprechen und zu einem Engagement zu bewegen. Dies gilt umso mehr, weil viele Smartphone-Nutzer quasi ständig erreichbar sind und sich kaum eine Benachrichtigung ihres Geräts entgehen lassen. Insbesondere junge Zielgruppen können mit Mobile Marketing angesprochen und aktiviert werden.

Kritische Aspekte

Noch stecken Mobile Marketing Kampagnen in den Kinderschuhen. Grund dafür ist die Tatsache, dass sich die deutschen Konsumenten noch kaum über die Nutzungsmöglichkeiten ihres mobilen Endgeräts im Klaren sind. Deshalb sind stets Erläuterungen und begleitende Maßnahmen erforderlich. Ebenfalls ein großes Problem des mobilen Marketings sind die sehr hohen Kosten, die einer relativ geringen Erfolgsrate gegenüberstehen.

Die Nutzer sind beispielsweise nicht begeistert, wenn sie eine kostenpflichtige App kaufen, die dann auch noch mit Werbung gespickt ist. Zudem besteht eine Schwierigkeit insofern, als eine einseitige Abhängigkeit von den Mobilfunkanbietern besteht, insbesondere in Hinblick auf die Abwicklung von Zahlungen im Micropayment-Bereich.

Betriebssysteme des Mobile Marketings

Nach einer Studie von Statista ist der weltweite Marktanteil der mobilen Betriebssysteme mit mobilem Internetzugang auf sieben Betriebssysteme aufgeteilt. Im Juli 2014 besaß Android mit 53,51 % den höchsten Marktanteil, gefolgt von iOS mit 24,90 %. [4] Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass Android bis zum Jahr 2020 mehr als 80% Marktanteile besitzen wird, während iOS lediglich 14% Marktanteile erreichen wird.[5]

Android

Android oder Android OS ist ein Betriebssystem und eine Anwendungs-Plattform in einem, die vorzugsweise auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets zum Einsatz kommt. Android ist ein quelloffenes System von der Open Handset Alliance (OHA), die von Google 2007 gegründet wurde. Android ist als Open Source verfügbar und kann mihilfe von eigenen Änderungen von den Herstellern der Endgeräte selbst implementiert werden.[6] Die Mitglieder der OHA verpflichten sich, nur android-kombatible Geräte herzustellen. Etwa 78% aller ausgelieferten Smartphones im vierten Quartal 2013 nutzten Android als Betriebssystem.[7] Die derzeitige Version ist Android 6.0.1, sie wird auch als Marshmallow bezeichnet. Eine Previewversion steht für Entwickler bereit, sie heißt Android N (Stand 25.04.2016).

Allgemeine Informationen zu Android

Android wurde 2003 von Andy Rubin in Pao Alto gegründet und 2005 von Google aufgekauft. Bekannt war zunächst nur, dass das Unternehmen Software für Mobilfunktelefone und standortbezogene Dienste anbietet. Erst mit dem Zusammenschluss der Mitglieder der OHA und der Unterstützung durch Google konnte das erste Android Betriebssystem 2008 vorgestellt werden. Seitdem wuchsen die Zahlen der Smartphones mit Android-Betriebsystemen stetig.

Neben dem Betriebssystem beinhaltet Android auch Dienste wie den Android Market, der der Konkurrenzmarktplatz zu Apple's App Store ist, oder die Navigationssoftware Google Maps, die die GPS-Anbindung und die integrierten Bewegungssensoren von Android-Handys verwendet. Der Leistungs- und Funktionsumfang eines Android-Gerätes im Einzelnen ist von den Herstellern und deren Erweiterungen abhängig.

Android Funktionen

Android basiert auf einem Linux Kernel, der für die Speicher- und Prozessverwaltung zuständig ist, und verwendet verschiedene Teile der Programmiersprache Java – zum Beispiel die Klassenbibliotheken und eine auf Java basierende virtuelle Maschine (Dalvik), die als Laufzeitumgebung fungiert.[8] Dalvik wurde von Dan Bornstein bei Google entwickelt und funktioniert wie eine Registermaschine aus der theoretischen Informatik: In jedem Register können natürliche Zahlen gespeichert werden. Und auf jedem Register können bestimmte Rechenoperationen durchgeführt werden.

Wird nun ein Eingabewert auf einem oder mehreren Registern notiert, durchläuft die Registermaschine bestimmte Zustände, die anhand eines Flussdiagramms definiert werden können, und gelangt zu einem Endzustand – das Ergebnis der Berechnungen. Nach diesem abstrakten Modell laufen alle Prozesse eines Android Smartphones ab. Es wurde speziell für Endgeräte entwickelt, die modular erweiterbar sein sollen.

Denn alle Teile des Android-Systems, mit Ausnahme der virtuellen Maschine und des Kernel-Speichers sind gleichberechtigt. Änderungen und Ergänzungen um spezielle Dienste sind also jederzeit möglich, auch und gerade weil die Software quelloffen ist. Für die Nutzer eines Android-Telefons bedeutet das auch, dass eine Android-Systemstruktur nicht immer ersichtlich ist: Jedes Handymodell, das Android als System verwendet, kann prinzipiell ein anderes User-Interface und unterschiedliche Funktionen besitzen.

Androids Bedeutung für das Mobile Marketing

Da über 78% aller Smartphones Android als Betriebssystem nutzen, ist die mobile Optimierung und Vermarktung für Android-Telefone besonders zentral. Um möglichst effizient zu optimieren, ist die Kenntnis der Systemarchitektur hier von Vorteil. Welche Möglichkeiten bietet das System als solches? Wie müssen Inhalte kodiert und gestaltet sein, damit Android-Nutzer diese finden, lesen und verteilen können? Und da Google die Hauptanteile an Android hält, kommen viele Kriterien der Suchmaschinenoptimierung zum Tragen:

Websites, Apps und Widgets sollten mobil optimiert werden und beispielsweise über kurze Ladezeiten, eine hohe Usability oder eine einfache Navigation verfügen. In Sachen Vermarktung sollten Apps auf den Google Play Store bzw. den ehemaligen Android Market optimiert werden.

iOS

iOS ist ein von Apple entwickeltes Betriebssystem für mobile Endgeräte wie Iphone, Ipad, Ipad Mini sowie die Set-Top-Box Apple TV. Das Betriebssystem ist eine proprietäre Software, die ausschließlich auf Geräten von Apple eingesetzt wird, aber durch die Verwendung der iOS SDK auch die Produktion von Drittanbieter-Apps für den Apple App Store ermöglicht. Die aktuellste Version wird mit iOS 9.3.1 bezeichnet, iOS SDK als Programmierschnittstelle bzw. Toolkit muss separat heruntergeladen werden. Derzeit befindet sich die Version 9.3.2 in der Betaphase (Stand 25.04.2016).

Allgemeine Informationen zu iOS

Apple's iOS ist aus den Prototypen für das Projekt Purple hervorgegangen. 2005 sollte ein Smartphone von Apple konzipiert werden, für das eine entsprechende Software benötigt wurde. Verschiedene Module von Apple's Betriebssystem für Computer bzw. Notebooks wurden daraufhin grundlegend verändert, um die Nutzung auf mobilen Endgeräten möglich zu machen. Die erste Version von iOS wurde von Steve Jobs noch als "Mac OS, das auf dem Iphone läuft" betitelt.[9] Anfangs gab es für verschiedene Endgeräte noch spezielle Versionen von iOS. Allerdings wurden diese später zu einem Betriebssystem zusammengeführt und auf den Geräten standardmäßig implementiert.

iOS Funktionen

IOS basiert auf der Architektur von MAC OS und verwendet Unix-Code. Auch Android als großer Konkurrent in Sachen Betriebssysteme für mobile Endgeräte verwendet Unix, da Android auf einem Linux-Kernel basiert, der wiederum in Unix geschrieben ist. Das zentrale Element von iOS ist das Springboard – der Homebildschirm. Von dort aus können Apps gestartet, Systemprogramme verwaltet und verschiedenste Informationen abgerufen werden.

Alle Apps in diesem Betriebssystem verwenden das Sandbox-Prinzip, um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Da iOS ein eigenes Dateisystem benutzt, kann der Anwender auf die Partition mit den grundlegenden Features (Hardwaresteuerung, Sicherheit, Systemfunktionen) des Systems nicht zugreifen.[10]

Nur Geräte, bei denen ein Jailbreak durchgeführt worden ist, erlauben den von Apple nicht autorisierten Zugriff. Die Partition, die für den Anwender gedacht ist, beinhaltet neben einem User-Verzeichnis auch Unterordner für Apps, Medien und Nutzer-Einstellungen. Jedes iOS wird mit zahlreichen Apps und Widgets ausgeliefert, die den Funktionsumfang deutlich vergrößern und mitunter die Interkonnektivität mit anderen Apple-Geräten sicherstellen.

Beispiele dafür sind:[11]

  • Fotos: Verwaltung von Bildern, Grafiken und Videos
  • Musik: Verwaltung von Musik, Tönen und Playlist über iTunes und iCloud
  • Siri: Sprachsteuerung für das mobile Endgerät
  • Karten: Navigation und Verkehrsmeldungen in Echtzeit
  • Facetime: Videotelefonie und VoIP
  • Safari: Mobiler Webbrowser zum Surfen im Internet
  • Airdrop: Fotos, Video und Kontakte mit anderen iOS Nutzern teilen
  • Gamecenter: Ein soziales Gaming-Center für Apps und Online-Spiele
  • AirPlay: App zur Übertragung von Inhalten auf Fernseher oder Apple TV

iOS’ Bedeutung für das Mobile Marketing

Apple's Betriebssystem iOS nimmt beim Mobile Marketing einen ähnlich hohen Stellenwert ein wie Android. Denn es sind die am meisten genutzten Betriebssysteme für mobile Endgeräte. Allerdings steht Apple oft in der Kritik: Das Unternehmen würde es mit dem Fokus auf proprietäre Soft- und Hardware Drittanbietern nicht leicht machen, für iOS Apps zu entwickeln.

Mit iOS 8 sollte sich dies grundlegend ändern, denn Apple kündigte 2014 an, dass fremde Technologien nun implementiert werden können, um den Nutzern ein Ecosystem auf höchstem technologischen Niveau zu präsentieren. Mittlerweile ist auch die Anbindung an die Musikmediathek von iCloud möglich (Stand 25.04.2016).

Neben der Integration der Apps von Drittanbietern spielen bei der mobilen Optimierung natürlich grundlegende Faktoren eine Rolle, die bei mobilen Endgeräten nicht zu vernachlässigen sind:

Dies sind die Stichworte, die beim Mobile Marketing für iOS-Geräte Beachtung verdienen.

Einzelnachweise

  1. Mobile Marketing. Wifimaku.com. Abgerufen am 07.04 2014.
  2. SEO Sunday: Ist Mobile SEO überflüssig? Ranking-Check.de. Abgerufen am 07.04.2014.
  3. Anzahl der Smartphonenutzer in Deutschland seit 2010 de.statista.com Abgerufen am 25.04.2016.
  4. Marktanteile der mobilen Betriebssysteme weltweit von Januar 2009 bis Juli 2014 de.statista.com. Abgerufen am 24.09.2014
  5. Prognose zu den Marktanteilen der Betriebssysteme am Absatz vom Smartphones weltweit in den Jahren 2016 und 2020 de.statista.com. Abgerufen am 25.04.2016
  6. Licenes. source.android.com. Abgerufen am 28.06.2014.
  7. Android and iOS Continue to Dominate the Worldwide Smartphone Market with Android Shipments Just Shy of 800 Million in 2013, According to IDC. businesswire.com. Abgerufen am 28.06.2014.
  8. Android. techterms.com. Abgerufen am 28.06.2014.
  9. Steve Jobs introduces the new IPhone in San Francisco 2007 youtube.com. Abgerufen am 28.06.2014
  10. Definition iOS techterms.com. Abgerufen am 28.06.2014
  11. iOS apple.com. Abgerufen am 28.06.2014

Weblinks

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