Mobile Marketing Devices

Mobile Marketing Devices sind mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets, auf welche Online Marketing-Maßnahmen ausgerichtet sind. Die Kenntnis über die technischen Besonderheiten sowie die User und die Nutzungsweisen dieser Geräte (engl. devices) ist essentiell für die Ausarbeitung von Mobile-Marketing-Kampagnen.

Smartphone

Bei einem Smartphone handelt es sich um ein spezielles Mobiltelefon, das neben der üblichen Telefonfunktion zusätzliche Angebote wie einen Internetzugriff und Anwendungen, sogenannte Apps, bietet.

Charakteristika

Smartphones zeichnen sich durch spezielle Charakteristika aus, die sie in ihrer Gesamtheit klar von herkömmlichen Mobiltelefonen abgrenzen.

  • Die meisten Smartphones sind mit einem berührungssensitiven Touch-Display ausgestattet, über das sie entweder ausschließlich oder zumindest teilweise gesteuert werden.
  • Die Eingabe von Buchstaben erfolgt über eine entweder als Hardware integrierte QWERTZ-Tastatur oder über eine via Touch-Display zu bedienende Bildschirmtastatur.
  • Über einen angeschlossenen Marktplatz können Drittanwendungen (Apps) heruntergeladen und installiert werden. Dadurch bietet sich eine große Bandbreite möglicher Verwendungsmöglichkeiten.
  • Es besteht eine ständige Internetverbindung, sofern dies nicht gezielt unterbunden wird. Um ein Smartphone unterwegs umfassend zu nutzen, ist im Regelfall eine Datenflatrate erforderlich.
  • Viele Smartphones können sowohl über einen Mobilfunkdienstleister als auch über WLAN eine Internetverbindung herstellen.
  • Sie sind mit einem GPS-Chip ausgestattet, der die Ortung des aktuellen Standorts ermöglicht (z. B. für eine Routenplanung).
  • Die meisten Smartphones sind größer als herkömmliche Mobiltelefone. Bei vielen Modellen nimmt das Display nahezu die gesamte Größe des Geräts ein, um den Bedienkomfort mit den Fingern zu erhöhen.

Abgrenzung zu anderen Geräten

Inzwischen sind die Grenzen zu anderen Geräten fließend geworden. Smartphones werden üblicherweise bei einer Größe von etwa 4 bis 5,3 Zoll angesiedelt. Tablets hingegen sind zwischen 7 und 12 Zoll groß. Dazwischen haben sich sogenannte „Phablets“ bzw. „Smartlets“ etabliert, die mit einer Größe von ca. 6 Zoll aufwarten können.

Funktionen

Smartphones können je nach Hersteller sehr viele unterschiedliche Funktionen erfüllen. Eine Auswahl möglicher Funktionen zeigt die große Bandbreite der kleinen Geräte:

  • Telefonie, SMS, MMS
  • VoIP (Telefonie über Internetverbindung statt über Mobilfunkverbindung)
  • Nutzung eines Webbrowsers
  • Diktierfunktionen
  • Datenspeicher
  • MP3 oder Radio hören
  • Erstellen und Bearbeiten von Fotos und Videos
  • Internetverbindung für den Computer via Tethering
  • Navigationsfunktionen
  • standortbezogene Funktionen
  • Nutzung von Spielen
  • Zugang zu EDV-Lösungen des Arbeitgebers (z. B. ERP Systeme oder Warenwirtschaftssysteme)

Erweiterbarkeit durch Apps

Charakteristisch ist für Smartphones, dass sie dank sogenannter Apps beinahe beliebig erweitert werden können. Im Januar 2013 bot Google Play, der App store für Android-Smartphones, über 800.000 kostenfreie und kostenpflichtige Apps zum Download an. Apples App store konnte zu diesem Zeitpunkt 775.000 App-Angebote verzeichnen. Die Plattform Windows Phone hinkte mit nur rund 150.000 Angeboten noch ziemlich hinterher. [1]

Hersteller

Anfänglich dominierte der Hersteller Apple mit seinem damals mehr oder weniger konkurrenzlosen iPhone den Markt. Der Hersteller Samsung konnte jedoch schnell aufholen und hat Apple zwischenzeitlich deutlich überholt. Im ersten Quartal 2014 konnte Samsung einen Marktanteil von 31,22 Prozent für sich verbuchen. Apple hingegen liegt 15,33 Prozent weit abgeschlagen auf Platz 2. Dahinter folgen Huawei und Lenovo auf den Plätzen 3 und 4 mit rund 4,7 Prozent Marktanteil. [2]

Betriebssysteme

Bei den Betriebssystemen ergibt sich ein ähnliches Bild. Im Zeitraum Dezember 2013 bis Februar 2014 konnte das Betriebssystem Android, das unter anderem von Samsung Smartphones genutzt wird, seinen Vorsprung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,8 Prozent auf 75,7 Prozent Marktanteil ausweiten. Der Marktanteil von Apples iOs sank um 3,5 Prozent auf 15,23 Prozent. Windows Phones liegen bei einem Marktanteil von 7,5 Prozent. Mit unter 1 Prozent Marktanteil mischen andere Systeme wie Blackberry, Bada oder Symbian kaum mehr mit. [3]

Nachteile von Smartphones

Bei all den Vorteilen, die sich insbesondere aus der Funktionsvielfalt ergeben, gibt es auch einige Nachteile.

  • Viele Smartphones sind sehr überladen mit Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten, was es weniger technisch versierten Nutzern schwierig macht, sich zurechtzufinden.
  • Smartphone-Akkus sind mit leistungsintensiven Diensten wie WLAN oder GPS überfordert, sodass oft Akkulaufzeiten von unter einem Tag entstehen.
  • Die Anfälligkeit für Schadsoftware steigt mit der zunehmenden Zahl an Anwendungen von Drittanbietern. Rund 50 Prozent der Besitzer von Smartphones verwenden keinen Virenschutz. [4]

Viele Nutzer gehen mit ihren Daten auf dem Smartphone arglos um und riskieren, ausspioniert zu werden, beispielsweise durch Apps.

  • Verwendet der Besitzer keine Datenflatrate, können durch die ständigen, oft selbstständig aufgebauten Internetverbindungen hohe Verbindungskosten entstehen.
  • Für viele Verbraucher bringt das Smartphone eine Art von ständiger Erreichbarkeit mit sich, die sich mitunter sogar zur Sucht entwickeln kann.
  • Viele Funktionen, die Smartphones leisten, bieten die entsprechenden Einzelgeräte in besserer Qualität (z. B. Fotos einer guten Digitalkamera sind in der Regel besser als die Aufnahmen eines Smartphones).
  • Das große Touch-Display ist ein großer Risikofaktor: Viele ältere Handymodelle trugen bei einem Sturz keine oder kaum Schäden davon. Bei Smartphones bricht jedoch häufig das Display und teure Reparaturen folgen.
  • Smartphones haben dank ständiger Neuentwicklungen eine relativ kurze Lebensdauer und veralten schnell.
  • Die Eingabe von Textdaten über den Bildschirm kann sehr unhandlich sein, besonders bei kleineren Displays.

Tablet

Ein Tablet ist ein mobiles Endgerät, das ähnliche Funktionen wie ein Smartphone aufweist, jedoch mit einem größeren Display ausgestattet ist. Die Bedienung erfolgt mangels Tastatur vollständig über den Touchscreen.

Charakteristika und Abgrenzung

Die heutigen Tablets sind Ableger der früheren Handheld PCs, die jedoch lange Zeit eher ein Schattendasein als Organizer für das Business fristeten. Seit dem Siegeszug der Smartphones und der Veröffentlichung des ersten Tablets (Apple iPad 2010) sind sie jedoch aus der Kommunikationslandschaft auch im privaten Bereich nicht mehr wegzudenken. Sie ähneln in Hinblick auf ihr Aussehen und ihre Ausstattung Smartphones sehr stark. Einige Modelle wirken wie eine lediglich vergrößerte Version der jeweils zugehörigen Smartphone-Generation des Herstellers (z. B. große Ähnlichkeit zwischen dem Smartphone Samsung Galaxy SIII und dem Tablet Samsung Galaxy Tab 3). Im Vergleich zum Smartphone gibt es sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede:

Gemeinsamkeiten

  • im Regelfall vollständige Bedienung über ein berührungssensitives Touch-Display
  • nahezu beliebige Erweiterung der Funktionsvielfalt durch kostenlose und kostenpflichtige Apps
  • vollwertige Nutzung nur mit einer Internetverbindung möglich
  • Nutzung standortbezogener Dienste dank integriertem GPS-Chip bei vielen Geräten möglich

Unterschiede

  • Dateneingabe nur über Bildschirmtastatur oder in Verbindung mit Notebook-Tablet-Kombinationen mit abnehmbarer Hardware-Tastatur
  • Tablets verfügen stets über integriertes Wi-Fi, Geräte mit 3G-Unterstützung kosten jedoch extra
  • Tablets besitzen ein deutlich größeres Display von 7 bis 12 Zoll (Smartphones sind ca. 4 bis 5,3 Zoll groß)

Funktionen

In Hinblick auf die Funktionsvielfalt stehen Tablets Smartphones kaum in etwas nach. Insbesondere folgende Funktionen sind typisch für die mobilen Endgeräte:

  • Internetzugang über einen Browser
  • Musik und Radio hören
  • Speichern von Daten im internen Speicher oder auf einer optionalen Speicherkarte
  • Navigation mittels GPS-Chip (Standortdienste)
  • Installation von Apps
  • Fernzugriff auf Systeme des Arbeitgebers wie ERP Systeme
  • Gaming
  • Aufnahme und Bearbeitung von Bildern und Videoaufnahmen
  • Versand von E-Mails oder Instant Messaging-Nachrichten

Im Regelfall können Tablets nicht zum Telefonieren oder Verschicken von SMS und MMS verwendet werden, da die Geräte nicht für die Telefonie konzipiert sind. Mithilfe von Drittanwendungen wie z. B. Skype wird jedoch dank des Internetzugangs Voice over IP möglich, wobei nicht über eine Mobilfunkverbindung, sondern über die Internetverbindung telefoniert wird.

Apps für Tablets

Viele Tablets können mithilfe von Drittanwendungen erweitert werden. Diese werden in sogenannten Marktplätzen kostenfrei oder kostenpflichtig zum Download angeboten. Die drei größten Marktplätze offerieren ein großes Angebot:

  • Google Play für Android-Geräte: über 800.000 Apps
  • Apple Appstore für iOS-Geräte: über 775.000 Apps
  • Windows Phone Marktplatz für Windows Phone-Geräte: ca. 150.000 Apps

(Stand Januar 2013) [5]

Grundsätzlich können auf Tablets dieselben Apps verwendet werden wie auf Smartphones. Aufgrund der deutlich größeren Displaygröße ist es allerdings für den reibungslosen Betrieb erforderlich, die Apps entsprechend anzupassen. Ist dies nicht der Fall, können die Apps zwar häufig dennoch installiert werden, eine Funktionsgarantie wird von den Herstellern jedoch nicht übernommen.

Hersteller und Betriebssysteme

Im Jahr 2013 konnte das Betriebssystem Android aus dem Hause Google einen Marktanteil von 61,9 Prozent bei den Tablets verbuchen. Dahinter folgte das Betriebssystem iOs mit 36 Prozent Marktanteil. 2,1 Prozent Marktanteil nimmt Microsoft hin, während sich die restlichen Betriebssysteme weniger als 0,1 Prozent des Marktes sichern. [6] Im Hinblick auf die Hersteller ergibt sich ein abweichendes Bild. Hier ist Apple im ersten Quartal 2014 mit einem Marktanteil von 32,5 Prozent immer noch der stärkste Hersteller. Samsung folgt mit 22,3 Prozent an zweiter Stelle. Weitere erwähnenswerte Hersteller sind Asus (5 Prozent), Lenovo (4,1 Prozent) und Amazon (1,9 Prozent). Die verbleibende Vielzahl von Herstellern macht einen Marktanteil von 34,2 Prozent aus. [7]

Vor- und Nachteile von Tablets

VORTEILE

  • sehr lange Akkulaufzeit
  • dank des niedrigen Gewichts und der kompakten Maße perfekt für unterwegs
  • sofortige Verfügbarkeit (keine Wartezeiten beim Hochfahren)
  • geringe Einarbeitungszeit für die grundsätzliche Bedienung
  • sehr gute Erweiterbarkeit dank App-Angebot
  • nur selten Abstürze des Betriebssystems

NACHTEILE

  • viele Geräte sind nicht ausreichend gegen Schadsoftware (z. B. Viren, Trojaner) geschützt
  • aufgrund der Funktionsvielfalt oft unübersichtlich, besonders bei Installation vieler Apps
  • hohe Verbindungskosten bei Internetverbindung über Mobilfunkanbieter (ohne Flatrate)
  • ständige Erreichbarkeit
  • unhandliche Eingabe von Daten in Textform (jedoch immerhin angenehmer als beim Smartphone)
  • kurze Produktlebenszyklen und hoher Wertverlust durch regelmäßige Neuentwicklungen
  • erschwerter Datenaustausch

Bedeutung von Mobile Marketing Devices für das Mobile Marketing

Damit Online-Marketing seine ganze Wirkung entfalten kann, ist es wichtig, dass bei jeder Maßnahme auch das entsprechende Endgerät berücksichtigt wird. So spielt die Displaygröße von Smartphones oder Tablets bei der Bannerwerbung im Mobile Marketing eine Rolle. Ebenso müssen Landingpages sowie die Homepage selbst auf die Nutzung durch Mobile Marketing Devices ausgelegt sein.

Für das Mobile Marketing sind Tablets mittlerweile zu einem wichtigen Vertriebskanal geworden. 48,4 Prozent der Tablet-User nutzen ihr Gerät mehrere Male pro Monat oder sogar pro Woche, um materielle Güter über das Internet einzukaufen. Auch Medien und Software (50 Prozent), Tickets (44,7 Prozent) und Dienstleistungen (39,8 Prozent) werden über das mobile Endgerät häufig nachgefragt. [8]. So gibt es mittlerweile spezielle Werbekampagnen für mobile Nutzer, Mobile Payment-Lösungen und eine Vielzahl von nativen Shopping-Apps für Tablets und andere mobile Endgeräte.

Auch das Smartphone ist ein wichtiger Absatzkanal im E-Commerce. In der Zielgruppe 18 bis 39 Jahre verwenden schon drei von vier Smartphone-Nutzern ihr Gerät für den mobilen Einkauf.[9]

Eine wichtige Bedeutung haben Mobile Marketing Devices aber vor allem auch bei der Vorbereitung des Online-Kaufs. So surfen User mit dem Smartphone zunächst auf Bewertungsseiten und lesen, was andere über das gewünschte Produkt sagen. In diesem Fall hilft das Mobile Marketing mit den entsprechenden Endgeräten als Ziel dabei, Conversions zu erzielen, die in der Regel tatsächlich am Desktop-PC ausgeführt werden. Mit Hilfe von Zusatzgeräten wie dem iBeacon lässt sich Mobile Marketing zudem auch für die Bewerbung von lokalen Angeboten verwenden.

Einzelnachweise

  1. 800.000 Apps: Google Play überholt Apples App Store Googlewatchblog.de. Abgerufen am 26.06.2014
  2. Smartphone-Marktanteile: Apple und Samsung als Verlierer Maclife.de. Abgerufen am 26.06.2014
  3. Apple verliert, Android und Windows Phone gewinnen – der aktuelle Handymarkt Computerbild.de. Abgerufen am 26.06.2014
  4. BITKOM-Umfrage belegt mangelndes Sicherheitsbewusstsein bei Smartphone-Besitzern Procado.de. Abgerufen am 26.06.2014
  5. 800.000 Apps: Google Play überholt Apples App Store Googlewatchblog.de. Abgerufen am 26.06.2014
  6. Android-Rivalen stoßen Apples iPad vom Thron Welt.de. Abgerufen am 30.06.2014
  7. Marktanteile der Hersteller am Absatz von Media Tablets weltweit vom 2. Quartal 2011 bis zum 1. Quartal 2014 Statista.com. Abgerufen am 30.06.2014
  8. Mobile Commerce: Shoppen mit Tablet und Smartphone Unternehmer.de. Abgerufen am 30.06.2014
  9. Knapp 60 Prozent der Smartphone-Besitzer shoppen bereits mobil Haufe.de. Abgerufen am 26.06.2014

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