Partizipatives Design


Von einem partizipativen Design spricht man, wenn EDV-Lösungen oder Produkte in Zusammenarbeit mit dem späteren Nutzer in einem iterativen Prozess entwickelt werden.

Ablauf[Bearbeiten]

Beim partizipativen Design arbeiten Designer und Nutzer zusammen, um ein System oder Produkt zu entwickeln. Charakteristisch für dieses System ist, dass es keinen exakt definierten Prozess gibt.

Im Verlauf der Entwicklung begeben sich alle Beteiligten in eine iterative Vorgehensweise. Es beginnt ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, bei dem das Produkt nach und nach weiter verbessert und entwickelt wird. Der spätere Verwender ist am gesamten Designprozess beteiligt.

Die Anpassung und Weiterentwicklung werden so oft wiederholt, bis das Endprodukt den Nutzer zufriedenstellt und seine Anforderungen erfüllt. Wird dem Nutzer der aktuelle Stand der Entwicklung präsentiert, werden Prototypen gezeigt. Das partizipative Design unterscheidet sich somit maßgeblich von der herkömmlichen Systementwicklung, bei der die Analyse der Anforderungen am Anfang des Projekts steht, während das Design und die Implementierung einem starren Prozess folgend später durchgeführt werden.

Vorteile des partizipativen Designs[Bearbeiten]

Das partizipative Design bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich:

  • fortwährende Verfeinerung der Funktionalität
  • Einbringung der Sichtweise und Erfahrungen der Nutzer
  • Steigerung der Qualität des Designergebnisses
  • Motivation der Nutzer aufgrund der Beteiligung an der Designentwicklung

Gefahren[Bearbeiten]

Gefahren beim partizipativen Design sind, dass Systeme oder Produkte zu schnell entwickelt werden. So kommt es häufig dazu, dass sich einzelne Beteiligte stark engagieren und Entscheidungen in Hinblick auf das Design treffen, ohne tatsächlich mit den anderen Teilnehmern darüber zu diskutieren. Zudem kann die Akzeptanz fehlen, wenn die Nutzer zu spät oder unzureichend einbezogen werden.

Methoden des partizipativen Designs[Bearbeiten]

Um die Erfahrungen und Wünsche des Nutzers einzubeziehen, wird eine Vielzahl von Methoden herangezogen:

  • Fragebogen: Abfrage der Meinungen der Nutzer zu offenen Fragen
  • Interview: Befragung der Nutzer zu ihren Meinungen und zu etwaiger Kritik
  • Workshop: Bearbeitung einzelner Aufgabenstellungen zur Gestaltung bestimmter Funktionen
  • Kernteam: Aufbau eines Entwicklungsteams aus Nutzern und Designern für die Gestaltung von Funktionen
  • Beobachtung: beobachtende Teilnahme der Nutzer im Rahmen der Ist-Analyse
  • Zukunftswerkstatt: Erörterung möglicher Zukunftsszenarien
  • Pilotphase: bereits funktionsfähige Systemteile werden einem Langzeittest unterzogen, um den Funktionsumfang zu überprüfen
  • Prototypen: Prototypen aus Papier zeigen den Nutzern die Entwicklung von Produkten

Bedeutung für das Online Marketing[Bearbeiten]

Wann immer Webanwendungen für Endverbraucher hergestellt werden, kann sich der Einsatz des partizipativen Designs lohnen. Die späteren User bringen ihre Vorschläge ein und können so Schritt für Schritt dafür sorgen, dass das Design wie erwartet funktioniert. Ein verbessertes Usability-Erlebnis und eine angenehmere User Experience können eintreten, was sich wiederum positiv auf die Conversion auswirkt. Dasselbe gilt für das Design von Apps und Anwendungen für Smartphones und Tablets.

Weblinks[Bearbeiten]