Applause Rate

Die Applause Rate zeigt dem Nutzer sozialer Medien an, wie viele positive Signale er auf seine Beiträge bekommt. Auf Facebook beispielsweise wird durch die Applause Rate die Zahl der Likes gezählt. Ohne Hinzunahme anderer Messinstrumente ist die Applause Rate nur eingeschränkt aussagekräftig.

Allgemeine Informationen zum Thema

Nach Fischer[1] wird die Applause Rate mithilfe folgender Formel errechnet:

Applause Rate = Anzahl der Likes : Anzahl der Beiträge

Der Nenner gibt Auskunft über die Zahl der geposteten Beiträge über einen bestimmten Zeitraum. Der Zähler zeigt die entsprechenden Likes zu diesem Beitrag an. So überschaubar der Nutzen der Ermittlung der Applause Rate ist, so wenig Aufwand muss für die Messung betrieben werden. Daher ist bei einer übersichtlichen Anzahl von Beiträgen die Nutzung eines Analyse-Tools in der Regel nicht notwendig. Um ein Verhältnis zur Erfolgsquote der Applause Rate zu bekommen, bietet sich ein Vergleich mit eigenen Postings aus der Vergangenheit an oder der Blick auf die Aktivitäten der Konkurrenz.

Ein Like alleine sagt noch nichts über die Qualität des Beitrages oder die Motivation der Like-Geber aus. Dennoch kann man mittel- und langfristig eine Tendenz ermitteln. Wenn zum Beispiel hauptsächlich Beiträge Likes bekommen, die Sonderangebote, Rabatte oder andere Einsparmöglichkeiten beinhalten, kann man davon ausgehen, dass die User durch ihren finanziellen Vorteil einen Nutzen aus einem Beitrag ziehen und ihn dafür belohnen. Doch auch besonders emotionale Likes können erfolgversprechend sein. Wird an das Mitgefühl appelliert, den Humor oder durch einen Beitrag provoziert, können sich daraus Likes ergeben. Anhand der Auswertung der Motivation der Like-Geber erlangt die Applause Rate mehr Aussagekraft, um tiefere Erkenntnisse zu gewinnen, sind jedoch zusätzlich andere Methoden sinnvoll. Diese sind unter anderem die Amplification Rate und die Conversation Rate. Bei der Amplification Rate wird die Reichweite von Beiträgen ermittelt, die Conversation Rate gibt Auskunft darüber, wie oft Beiträge kommentiert und geteilt wurden. Durch die Kombination der drei Messungen entsteht ein vollständigeres Bild über die Wirkung von Posts[2].

Die Interaktionsrate als Unterstützung für die Applause Rate

Wie bereits erwähnt, sagt die Applause Rate außer einer groben Tendenz nicht viel aus. Mehr noch: Sie kann zu falschen Schlüssen führen. Denn alleine die Anzahl der Likes gibt keine Auskunft darüber, was die User denken oder wollen. Nicht von ungefähr sind beispielsweise lustige Tierbilder auf Facebook nach wie vor äußerst beliebt, auf mittel- und langfristige Sicht wird mit dem Posten solcher Bilder aber kein unternehmerischer Erfolg einhergehen, zumal kein konkretes Bedürfnis bei den User angesprochen oder geweckt wird. Wichtiger ist das, was nach der Veröffentlichung und den Likes passiert. Das kann am besten mit der Interaktionsrate ermittelt werden. Nimmt man also in die Betrachtung neben den Likes die Anzahl der Kommentare und die Anzahl der Teilungen hinzu, ergibt sich ein vollständigeres Bild, weil sich auf diese Weise die Bedürfnisse und Meinungen der User besser abbilden lassen. So lassen sich künftige Postings besser und zielgenauer auf die User ausrichten.

Das Zusammenspiel von Applause Rate und Interaktionsrate lässt sich ergänzen, indem die User mit einbezogen werden. Da ein Like nichts über die Beweggründe der User aussagt, ist es sinnvoll, sie danach zu fragen. Das hat zudem den Vorteil, dass User bewusst einbezogen werden, was diese in der Regel als wertschätzend empfinden. Zudem können durch Fragestellungen weitere Likes, Kommentare und Teilungen erzielt werden[3].

Auswertung der Applause Rate

Man merkt bereits, dass die Auswertungen der reinen Applause Rate zwar ohne großen Aufwand betrieben werden können, die Ergebnisse jedoch kaum gewinnbringende Erkenntnisse bringen. Um ein differenziertes Bild zu erhalten, sind neben der Conversation Rate und der Amplification Rate weitere Aspekte bedeutsam. Die Anzahl und zeitliche Gestaltung der Posts, die Engagement Rate, Favoriten oder Best Fans gehören dazu. Unter Berücksichtigung aller einbezogenen Faktoren und Messinstrumente ist eine verlässliche Auswertung letztlich nur möglich, wenn entsprechende Tools genutzt werden[4]. Der Markt bietet hier zahlreiche Lösungen, so dass die Aktivitäten der User besser eingeordnet und in nachvollziehbare Maßnahmen fließen können. Ganz ohne Tools kommt man faktisch nicht aus, wenn man verlässliche Analysen braucht.

Bedeutung für Social Media

Für sich genommen ist die Applause Rate das Messinstrument mit dem geringsten Nutzen, weil sie zwar Zahlen liefert, aber keinerlei Hintergrundinformationen. Dennoch ist sie für Social Media als Basis unverzichtbar, denn an Likes und entsprechenden anderen Buttons (+1 bei Google Plus usw.) lässt sich eine grundsätzliche Tendenz erkennen. Geht man mit Hilfe zusätzlicher Instrumente weiter in die Tiefe, lassen sich wertvolle Informationen daraus ziehen, die ihrerseits helfen können, den Auftritt in sozialen Medien und somit die Unternehmensstellung zu verbessern.

Einzelnachweise

  1. Messmethodiken des Social Media Monitoring google.de. Abgerufen am 31.05.2017
  2. Applause Rate digitalshiftmedia.com. Abgerufen am 31.05.2017
  3. Content Marketing und KPIs - Ein selbstkritischer Rückblick webrepublic.com. Abgerufen am 31.05.2017
  4. Benchmarking einfach gemacht blog.somexcloud.com. Abgerufen am 31.05.2017

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