Crossposting


Crossposting (deutsch: mehrfache Veröffentlichung) ist eine Praxis in sozialen Netzwerken, bei der auf unterschiedlichen Plattformen der gleiche Beitrag (engl.: Post, Crosspost) veröffentlicht wird. Oft geschieht dies automatisiert mithilfe von Social Media-Tools, die den Beitrag, sobald er einmal editiert ist, verteilen. Andere Bezeichnungen sind Multichannel-Posting oder Multiposting.

Allgemeine Informationen zum Thema[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Crossposting stammt aus Webforen und Newsgroups. Hat ein User eine Frage zu einem bestimmten Thema, kann er diese in verschiedenen Diskussionen (engl.: Threads) veröffentlichen, um die Wahrscheinlichkeit einer Antwort zu erhöhen. Crossposting in diesen Umgebungen ist immer dann angezeigt, wenn die Zugehörigkeit der Frage zu einem Thread vom User nicht endgültig geklärt werden kann. In den meisten Fällen kümmert sich anschließend der Webmaster oder Admin des Forums um die Löschung der duplizierten Frage, sofern der thematische Schwerpunkt und die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Thread klar ist.[1]

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Von dem Ursprung der Bezeichnung hat sich jedoch die aktuelle Verwendung des Begriffs Crossposting relativ weit entfernt. Im Kontext sozialer Medien ist Crossposting eine gängige Methode, die gerade von größeren Unternehmen praktiziert wird. Dadurch kann die Reichweite des Beitrages maßgeblich erhöht werden, bei gleichzeitiger Minimierung des Arbeitsaufwands. Ein Beitrag wird editiert und entweder manuell in die Kanäle eingespeist oder mithilfe einer Anwendung automatisch verteilt.

Crossposting Tools[Bearbeiten]

Spezielle Tools, um Beiträge mehrfach zu veröffentlichen, arbeiten nach einem einfachen Prinzip: Nachdem die Zugangsdaten für die verschiedenen Netzwerke einmalig eingegeben wurden, kann ein Beitrag editiert werden. Anschließend können die Netzwerke ausgewählt werden, auf denen dieser Beitrag erscheinen soll. Mitunter können Hashtags oder Bildmaterial hinzugefügt werden. Bei vielen Tools sind auch das zeitversetzte Versenden und das Monitoring möglich.

Eine Auswahl an Crossposting Tools:[2]

  • Hootsuite: Populäres Tool, das in der kostenlosen Version fünf Netzwerke erlaubt. Es eignet sich vor allem für Twitter.
  • Buffer: Drei Netzwerke sind in der Grundversion möglich. Auch als App erhältlich.
  • Friends+Me: Insbesondere für Nutzer von Google+ empfehlenswert.
  • ifitt: Kostenloses, mächtiges Tool mit bis zu 80 Kanälen.
  • Klout: Ursprünglich wurde Klout konzipiert, um die Bekanntheit von Personen in sozialen Netzwerken zu bewerten. Crossposting ist bisher nur mit Twitter und Facebook möglich.

Bedeutung für Social Media[Bearbeiten]

Crossposting spart Zeit und Arbeitsaufwand. Insbesondere in Unternehmen mit vielen sozialen Profilen ist es kaum möglich, diese manuell zu bedienen. Gegen den Effekt der Zeitersparnis spricht die Tatsache, dass es sich aus Suchmaschinen-Sicht um Duplicate Content handelt und womöglich von Suchmaschinen negativ bewertet werden kann. Allerdings ist es von der Art des Beitrages abhängig, inwiefern es sinnvoll ist, diesen auf mehreren Kanälen zu verbreiten. Bei einem Foto, das für viele Nutzer interessant sein könnte, steht es außer Frage, dass Crossposting Sinn macht – Nutzer können davon profitieren, wenn sie auf bestimmten Netzwerken nicht aktiv sind und sie das Foto andernfalls nicht erreichen würde.

Bei einem Beitrag, der speziell für einen Kanal geschrieben wurde, ist die Sinnhaftigkeit des Crossposting mehr als fragwürdig. Denn hier scheint es angebracht zu sein, einen einzigartigen Beitrag für jeden Kanal zu verfassen. Nicht nur aus Sicht von Suchmaschinenbetreibern, sondern auch aus Gründen der Netiquette. Social Media besticht ja gerade durch eine direkte Kommunikation von Mensch zu Mensch oder Unternehmen zu Mensch. Sobald Beiträge automatisiert veröffentlicht werden, ist diese Art des Gesprächs oder der Nähe zum Kunden nicht mehr gegeben. Wer sich dennoch für Crossposting in sozialen Netzwerken entscheidet, muss womöglich mit dem Frust von Nutzern rechnen, die mehrere soziale Netze verwenden und ein und denselben Beitrag gleich mehrmals sehen.

Gründe für diesen Frust sind die speziellen Eigenschaften des jeweiligen Netzwerkes. Die Nutzergruppen unterscheiden sich teilweise stark und die Anforderungen an Formatierungen und Auszeichnungen von Beiträgen ebenfalls. Ein Hashtag auf Twitter wird seine Funktion auf Facebook nicht erfüllen, ein Facebooklink in einem Tweet wird von den meisten Nutzern eher als fehl am Platz angesehen.[3] Ob Unternehmen das Risiko eines Imageverlustes in Kauf nehmen wollen, ist keine einfache Rechnung von Nutzern und Arbeitsaufwand. Vielmehr ist es eine prinzipielle Frage, die nur durch eine konsequente Social Media-Strategie beantwortet werden kann.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Netikette und Crossposting jumper.ch. Abgerufen am 24.09.2014
  2. Crossposting: Die besten Tools für Social-Media-Manager t3n.de. Abgerufen am 24.09.2014
  3. It’s 2014. Stop Cross-Posting Between Social Networks. smallbusinesssem.com. Abgerufen am 24.09.2014
  4. To cross-post or not to cross-post thenextweb.com. Abgerufen am 24.09.2014

Weblinks[Bearbeiten]