Facebook Administrator

Als Facebook Administrator oder Facebook Admin bezeichnet man die Person beziehungsweise mehrere Personen, die eine Gruppe oder eine Fanpage auf Facebook betreiben, betreuen und verwalten. Facebook bezeichnet dieses Konzept als “Rollen” für Seiten. Die wichtigste Rolle kommt dem Administrator zu: Er ordnet die Rollen den Personen zu, die mit der Fan- oder Gruppenseite verknüpft sind. Er kümmert sich auch um die Verwaltung von Mitgliedern und Inhalten. Er kann auch Facebook-Seiten löschen.

Arten von Administratorrollen

Auf Facebook unterscheidet man fünf verschiedene Arten von Seitenadministratoren, deren Berechtigungen unterschiedlich weit reichen.[1] Welche Aufgaben ein Mitglied übernehmen darf, kann alleine der Manager verwalten, indem er unter „Einstellungen“ die Rollen im Bereich „Rollen für die Seite“ zuweist.

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Administrator

Am mächtigsten ist der Administrator (engl.: Admin), der vom Abruf von Statistiken bis hin zur Vergabe von Administratorrollen und der Verwaltung der Seiteneinstellungen alle Rechte inne hat. Er kann zudem der Fanseite Apps hinzufügen, Nachrichten und Posts mit dem Namen der Seite verschicken und veröffentlichen, auf Kommentare antworten und diese löschen sowie Facebook Ads erstellen und buchen. Im Grunde benötigen nur das Facebook Unternehmenskonto und die verantwortlichen Personen diese Rechte. In der Praxis kann es sinnvoll sein, sich nur mit dem Admin-Profil einzuloggen, wenn zentrale Einstellungen verändert werden sollen. Auf diese Weise können die umfassenden Rechte im Tagesgeschäft keinen Schaden anrichten und andere Admins können nicht ausgeschlossen werden.

BearbeiterIn

BearbeiterInnen (engl.: Editor) dürfen die Seite bearbeiten, Apps hinzufügen, Beiträge und Kommentare erstellen und löschen, Nachrichten verschicken, Werbeanzeigen erstellen und Statistiken abrufen. Sie haben somit alle Rechte wie Administratoren, können jedoch selbst keine administrativen Rollen verteilen oder entziehen. Diese Rolle ist für alle geeignet, die sich um die Betreuung der Fanseite kümmern und zum Beispiel täglich Posts veröffentlichen und Artikel kuratieren.

Moderator

Der Moderator (engl.: Moderator) darf auf der Fanpage Kommentare beantworten und löschen, Nachrichten versenden, Werbeanzeigen erstellen und Statistiken aufrufen. Moderatoren verantworten in erster Linie das Community Management: Sie treten mit den Fans in Kontakt und moderieren die dort stattfindenden Diskussionen. Falls nötig, können sie unangemessene Kommentare löschen. Beiträge im Namen der Seite können Sie nicht verfassen. Ebenso haben Sie nicht die nötige Berechtigung, um selbst Rollen zu vergeben.

Werbetreibender

Werbetreibende (engl.: Advertiser) dürfen Facebooks Ads erstellen und die Facebook Insights abrufen, um die Werbewirksamkeit einer Anzeige oder Kampagne laufend zu überprüfen. Die Rolle des Werbetreibenden kann von den Unternehmen oder entsprechenden Abteilungen selbst übernommen werden. Falls eine Agentur dafür beauftragt wurde, schränkt diese Rolle den Zugriff auf die Fanpage ein, sodass lediglich die Werbung in den Verantwortungsbereich fällt – aber das Community Management nicht. Eigene Beiträge im Namen der Seite oder Kommentare können Werbetreibende nicht verfassen. Ihre Rolle ist stark eingeschränkt.

Analyst

Der Analyst (engl.: Analyst) kann lediglich die Seitenstatistiken abrufen und sich einen Überblick über die Performance der Fanpage verschaffen. Allen Entscheidern und Personen, für die diese Daten wichtig sind, kann diese Rolle zugewiesen werden. Dazu zählen zum Beispiel auch Marketingverantwortliche, die inhaltlich mit der Fanpage nicht verbunden sein müssen, aber die die Daten zwecks Analyse sehen wollen. Die Entwicklung der Fanzahlen, Interaktionen oder Erwähnungen in Social Media können auch für Personen aufschlussreich sein, die nicht die oben genannten Rollen innehaben.

Live Beitragender

Diese Rolle ist lediglich auf das Live-Messaging von Facebook beschränkt. Wer Live Beitragender einer Facebook-Seite ist, kann lediglich einen Livestream mit seinem Smartphone für die betreffende Seite starten.

Facebook Administrator einer Fanseite

Als Administrator einer Fanpage wird zunächst das Profil eingetragen, das die Seite gegründet hat. Durch die Zuweisung der Administratorrolle „Manager“ können weitere vollwertige Administratoren ernannt werden. Jede Seite kann beliebig viele Administratoren aufweisen. Öffentlich tritt der Facebook Administrator einer Fanseite insbesondere dann in Erscheinung, wenn die Reaktion auf Kommentare erforderlich ist oder eine missbräuchliche Nutzung der Seite vorliegt (z. B. für Spam). Intern verwaltet der Administrator jedoch darüber hinaus auch die vielen verschiedenen Seitenstatistiken und wertet sie aus. Er kann über seinen Account Werbeanzeigen für die Fanpage schalten und somit dafür sorgen, dass sie an Bekanntheit gewinnt. Für die inhaltliche Betreuung einer Fanpage reicht jedoch in der Regel die Moderator-Rolle aus.

Facebook Administrator einer Gruppe

Auch der Gründer einer Gruppe ist ein Facebook Administrator. Allerdings unterscheidet man in einer Gruppe keine verschiedenen Administratorrollen und die Befugnisse sind allgemein enger gesteckt. Natürlich können auch hier weitere Administratoren ernannt werden, die Mitglied der Gruppe sein müssen. Alle Administratoren einer Gruppe besitzen dieselben Rechte und Möglichkeiten. Die Verantwortlichkeit dieser Administratoren erstreckt sich je nach Einstellung der Gruppe auf das Freischalten und Löschen von Mitgliedern, Beiträgen und Kommentaren sowie auf die Moderation. Gruppenadmins können zwar eigene Gruppenregeln verfassen, sind aber auch an die verschiedene Gesetze gebunden, die weiter unter erläutert werden.

Rechtliche Pflichten des Facebook Administrators

Die administrative Rolle des Managers ist sowohl durch Rechte als auch Pflichten gekennzeichnet: Der Facebook Admin ist auch dafür verantwortlich, dass keine Verletzungen von Persönlichkeitsrechten, Urheberrechten sowie Markenrechten stattfinden. Auch andere sogenannte Äußerungsdelikte sind zu verantworten, wenn diese in einer Fanpage oder Gruppenseite getätigt werden. Diskussionen in sozialen Medien laufen immer wieder aus dem Ruder, was als Derailing bezeichnet wird.[2] Die Verbreitung von Propaganda, Hetzkampagnen und diskriminierende Äußerungen stellen nicht in Deutschland ein aktuelles Problem dar. Und nicht zuletzt müssen Facebook Fanseiten dem Telemediengesetz genügen und bei kommerzieller Verwendung zum Beispiel ein Impressum aufweisen. Grundsätzlich gilt, dass der Admin einer Fanseite mithaftet, wenn es zu Rechtsverletzungen kommt.[3]

Gefahren durch zusätzliche Facebook Administratoren

Bevor ein Facebook Administrator zusätzliche Personen zum Administrator ernennt, sollte er sich über deren Vertrauenswürdigkeit im Klaren sein. Erhält ein Seitenadministrator die Rolle „Manager“, hat er fortan auch die Möglichkeit, den Seitenbetreiber als Administrator zu entfernen. Dasselbe gilt für Gruppenadministratoren. Dies kann bei einigen Fällen sinnvoll sein. Zum Beispiel, wenn ein Mitarbeiter, der die Fanseite betreut hat, das Unternehmen verlässt. In anderen Fällen ist es problematisch, weil es prinzipiell möglich ist, auch eine aktiven Gründer auszuschließen.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, welche Macht Facebook-Administratoren haben, zeigte eine Guerilla-Aktion der “PARTEI”. Sie hat im Vorwahlkampf 2017 mehr als 30 Facebook-Gruppen der rechtspopulistischen AfD gekapert. Nachdem eigene Sympathisanten die Administratorrollen der jeweiligen Gruppen übernommen haben, haben sie schließlich die Inhalte der Gruppen geändert und den ursprünglichen Admins die Rechte entzogen.[4]

Bedeutung für Social Media

Die Rollen für Fanseiten und Gruppen erlauben die differenzierte Verwaltung und Organisation von Unternehmensauftritten bei Facebook.[5] Bei der Wahl der unterschiedlichen Akteure sollten Aspekte wie Verantwortung, Sicherheit und Kompetenzen im Vordergrund stehen. Gerade bei größeren Unternehmen ist ausreichend Budget für Spezialisten vorhanden. Aber auch KMUs können Akteure einstellen, die für ihre Aufgaben prädestiniert sind. So gehören umfassende Kommunikationsfähigkeiten zum Portfolio eines Community Managers, während der Werbetreibende über Know-how im Social Media Marketing verfügen sollte. Insbesondere bei Shitstorms, Derailing und dem Reputation Management sind diese Kenntnisse gefragt. Durch die Rollen können allen Personen die Rechte zugewiesen werden, die sie für die Erledigung ihrer Aufgaben benötigen. Sie sollten allerdings auch über etwaige Rechtsverletzungen aufgeklärt werden.

Einzelnachweise

  1. Rollen für Seiten facebook.com. Abgerufen am 26.09.20176
  2. Derailing im Netz: Wie Diskussionen in eine völlig andere Richtung gelenkt werden t3n.de. Abgerufen am 25.01.2016
  3. Admin, pass auf! anwaltskanzlei-bghk.de. Abgerufen am 25.01.2016
  4. „Die Partei“ kapert 31 geschlossene Facebookgruppen von AfD-Fans blog.zeit.de Abgerufen am 26.09.2017
  5. Facebook: Ab sofort sind auf Facebook Seiten Adminrollen möglich thomashutter.com. Abgerufen am 25.01.2016

Weblinks

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