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Contenterstellung: Wie Du Deine Nutzer und Google mit W-Fragen glücklich machst

Guter Content liefert Nutzern einen Mehrwert, ist unique und geht sparsam mit der Zeit des Lesers um. Doch wie kannst Du wirklich gute Texte erstellen?

Ein probates und einfaches Mittel dafür sind W-Fragen. Auf diese Weise schaffst Du es bei jedem Texte die wichtigsten Punkte schnell und sicher zu erfassen. Wir haben Dir hier bereits sieben Tipps zum perfekten Contentpiece gegeben. Heute zeigen wir Dir, wie Du Content mit W-Fragen erstellst, der Google und Deinen Nutzern gefällt.

Was sind W-Fragen?

Es mag zunächst eine banale Frage sein, worum es sich bei W-Fragen überhaupt handelt. Doch für die Texterstellung ist sie zentral. Denn mit W-Fragen erhält der Fragesteller immer konkrete Antworten auf ein gezieltes Fragewort. Da diese Fragepronomen (Interrogativpronomen) oder Frageadverbien (Interrogativadverbien) mit einem W anfangen, heißen die entsprechenden Fragen „W-Fragen“.

Um Dir zu zeigen, mit welcher Präzision Du Fragen an Texte oder Inhalte stellen kannst, führen wir hier einmal eine Liste mit allen Fragewörtern auf.

Tabelle-W-Fragen

Warum sind W-Fragen wichtig?

Wer den Notruf der Feuerwehr anruft, sollte W-Fragen unbedingt beherrschen. Denn dort wird nach Wo? Was? Wann? und Wie? gefragt, um schnell einen Überblick über die Art des Notfalls und die Dringlichkeit zu erhalten.

Natürlich sind Deine Texte keine Notfälle und Deine Leser rufen Deine Website in der Regel nicht aufgrund eines Notfalls auf. Dennoch sind W-Fragen auch hier das Mittel der Wahl, um Deine Texte optimal auf das Nutzerbedürfnis auszurichten. Sie helfen Dir dabei, den Text auf das Wesentliche zu reduzieren und dem Content einen wirklichen Mehrwert zu geben. Der Grund ist somit ganz einfach: Auf konkrete W-Fragen gibt es keine hohlen Antworten und somit auch keine hohlen Phrasen, die Webseiten unnötig füllen!

Welche Fragen kann ich an einen Text stellen?

Bevor Du jetzt fragst, warum Du einem Text Fragen stellen sollst, kommt hier ein nützliches Bild, um diesen Ansatz besser zu verstehen: Texte sind in gewissem Sinne Gespräche mit einem unsichtbaren Gegenüber. Man könnte sie auch als eine Art Interview betrachten, das Du mit Dir selbst führst und nur die Antworten ausführst. Um dieses „Interview“ oder „Gespräch“ zu führen, helfen Dir W-Fragen weiter.

Die einfachste Frage, die Du an einen Text stellen kannst, ist: Welches Ziel hat mein Text? Jetzt kannst Du einhaken und einwerfen, dass das ja keine konkrete Frage an den Text sei. Da hast Du auch Recht. Die Frage nach dem Ziel ist eine Art „Meta-Frage“, die über allem steht. Sie gibt Dir die grobe Leitlinie für Deinen Text vor.

Folgende gängige Ziele können Texte haben:

  • informieren

  • zum Kauf anregen

  • werben

  • provozieren

  • Kontroversen anregen

  • informieren und zum Kauf anregen

  • zu einer Conversion animieren

  • helfen

Wie Du schnell siehst, lassen sich diesen Zielen auch gleich entsprechende Textgattungen für Webtexte zuordnen. Hier gibt es Ratgebertexte (helfen, informieren), klassische Produkttexte (zum Kauf anregen) oder auch Blogbeiträge (provozieren, Kontroversen anregen).

Kommen wir jetzt zu den konkreten W-Fragen, die Du an einen Text stellen kannst. Es können auch Fragen sein, die Du bei Deinen Nutzern antizipierst:

Produkttexte
Wofür braucht man Produkt xy? Wie kann das Produkt xy bei Aktivität/Arbeit xy helfen? Wie teuer ist das Produkt? Wer kann das Produkt nutzen? Wo kann ich das Produkt einsetzen? Wann benötige ich das Produkt? Welche anderen Produkte passen dazu? Wer stellt das Produkt her? Wie lange ist das Produkt haltbar?

Kategoriebeschreibungen
Wofür brauche ich die angebotenen Dinge? Wer kann die Services oder Produkte nutzen? Welche Arten dieser Produkte gibt es? Was brauche ich, um die Produkte oder Dienstleistungen verwenden zu können? Wer stellt das Angebot bereit?

Blogbeiträge
Warum ist ein Sachverhalt so? Welche Gründe gibt es für diese oder jene Meinung? Warum ist das Thema für den Leser interessant? Welchen Benefit kann der Nutzer mitnehmen? Warum ist das Thema relevant für den Leser?

Was ist das Ziel der Contentoptimierung?

Wie bereits gezeigt wurde, sind W-Fragen wichtig, um relevante Inhalte zu erstellen. Sie helfen Dir dadurch das Ziel der Contentoptimierung zu erreichen. Doch halt, handelt es sich wirklich um ein Ziel? Meist nicht, denn die Optimierung von Texten richtet sich theoretisch zunächst schon an zwei Zielgruppen: Google und Deine Nutzer. Doch hier gilt: Was gut für Deine Nutzer ist, ist auch gut für Google.

Daneben können Deine Texte verschiedene Ziele erfüllen:

  • Mehr Traffic durch bessere Rankings erhalten.

  • Längere Verweildauer erreichen und dadurch die Absprungrate senken sowie die Chance auf eine Conversion erhöhen.

  • Produkte verkaufen.

  • Leads erzielen.

  • Newsletteranmeldungen und Produktdownloads erhöhen.

Unabhängig von Deinem Ziel solltest Du mit Hilfe der W-Fragen immer versuchen, das Nutzerbedürfnis zu erfassen. Das zentrale Ziel Deiner Contentoptimierung ist es somit, mit dem besten und einzigartigen Text im Web Mehrwert zu schaffen und so das Nutzerbedürfnis zu 100 Prozent zu erfüllen.

Das FAQ: So setzt Du es sinnvoll ein

Eine gute Möglichkeit, um Nutzerfragen aufzugreifen und Texten eine ganz eigene „Hands-On“-Eigenschaft zu verleihen sind FAQ. Sie sind echte Klassiker und schon vor der Digitalisierung zum Beispiel in Betriebsanleitungen verwendet werden.

Frequently-Answered-Questions müssen zwar nicht zwingend W-Fragen sein, doch bietet sich diese Frageform auch für FAQs an, da die Antworten sehr präzise ausfallen können.

Sinnvoll sind FAQ als eine Art Zusammenfassung für längere Ratgeber. Der Fragenkatalog kann zugleich noch Antworten liefern, die der Text zuvor noch nicht gegeben hat.

W-Fragen2

Abbildung 1: W-Fragen und anderen Fragen im FAQ bei financescout24.de zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung.

W-Fragen und Google Direct Answers (Featured Snippets)

Google als Suchmaschine ist dank zahlreicher Updates wie dem Hummingbird Update sowie Rank Brain immer besser darin geworden Nutzerfragen direkt zu beantworten. Ein beliebtes Beispiel dafür sind die sogenannten „Featured Snippets“. Dabei handelt es sich um Suchergebnisse auf konkrete Nutzerfragen, die oberhalb der organischen Suchtreffer in einer eigenen Box angezeigt werden.

Eine Garantie dafür, dass auch Dein Content dort angezeigt wird, gibt es nicht. Doch können W-Fragen hier eine entscheidende Rolle spielen. Da der Googlebot zur Beantwortung von Nutzerfragen nach relevantem Content sucht, werden auch Texte nach entsprechenden Fragen gescannt.

Wenn Du nun eine Zwischenüberschrift Deines Contents als konkrete Frage formulierst und die Antwort in wenigen Zeilen präzise und bündig lieferst, steigt die Chance, dass Deine Inhalte für Featured Snippets verwendet werden.

W-Fragen als Überschriften sowie in Title oder Description verwenden

Wenn Du mit einem Text gezielt nur eine spezielle Frage Deiner Nutzer beantworten möchtest, kannst Du dieser W-Frage eine zentrale Position einräumen.
Empfehlenswert ist es dann, die W-Frage:

  • als H1-Überschrift für den Text zu verwenden.

  • im Seitentitel zu verwenden.

Ein Beispiel: Was ist Abseits?

W-Fragen1

Abbildung 2: W-Frage als zentrales Element eines Artikels.

Der entsprechende Artikel hat die W-Frage auch als h1-Überschrift definiert:

<!-- title -->
<h1 class="headline">Was ist Abseits? Definition und Regel im Fußball</h1>
<!-- AD-ARTICLES -->

Durch die sehr hohe Relevanz des Beitrags rankt er zur exakten W-Frage an der Top-Position nach dem in die Googlesuche integrierten Wörterbuch.

Wenn Du also Content zu einer sehr spezifischen W-Frage optimieren möchtest, kannst Du die Frage selbst als Content-Element verwenden. Allerdings empfiehlt sich diese Vorgehensweise überwiegend nur dann, wenn der Content eine Art Definition oder Lexikonerklärung liefert.

Tools, die Dir weiterhelfen können

Sinnvolle W-Fragen die von Nutzern häufig gestellt werden, kannst Du über Google Suggest finden. Dabei handelt es sich eigentlich nicht um ein eigenständiges Tool, sondern lediglich um die Suchvorschläge von Google zu einer Suchanfrage.

Bis das Tool für andere Sprachversionen kostenpflichtig wurde, war answerthepublic.com für Einsteiger und Profis sicherlich eine Top-Wahl. Wer jedoch überwiegend Texte auf Englisch schreibt, kann das Tool weiterhin in beschränktem Umfang kostenlos nutzen. Deshalb sei es an dieser Stelle noch erwähnt.

Mit dem W-Fragen-Tool von OneProSeo kannst Du auch arbeiten. Doch hier musst Du die W-Fragen aus einer ganzen Liste an Fragen herausfiltern, die das Tool zu einem Keyword findet.

Karl Kratz bietet mit seinem karlscore-public eine ganze Reihe an Textoptimierungstools, darunter auch ein W-Fragen-Tool, das nicht nur Ergebnisse aus Google Suggest akkumuliert. Allerdings ist die Toolsammlung auch kostenpflichtig und aktuell auf 200 Nutzer beschränkt.

Kurzfazit: Solltest Du professionell Web-Texte für Auftraggeber schreiben und so zur Contentoptimierung beitragen, kann sich ein kostenpflichtiges Tool auf jeden Fall lohnen. Du sparst damit nicht nur wertvolle Zeit, sondern kannst auch effizienter arbeiten. Doch wer sich eingehend mit dem Thema seiner Texte beschäftigt, kann auch durch Nachdenken und mit Hilfe von Google Suggest relevante W-Fragen finden.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Blick in diesen Artikel aus dem Ryte Magazin zeigt, wie sich ein Artikel anhand von W-Fragen gliedern lässt. Im Prinzip liefert jeder Abschnitt die Antwort auf eine konkrete W-Frage.

W-Fragen

Fazit

W-Fragen können Dir tatsächlich dabei helfen, Content mit Mehrwert zu erstellen. Damit machst Du auf jeden Fall Nutzer glücklich, denn Du lieferst konkrete Antworten auf deren Bedürfnis. Indem Du Deine Nutzer glücklich machst, wird auch Google Deine Texte lieben, denn guter Content sorgt für positive Nutzersignale wie eine hohe Verweildauer sowie eine geringe Absprungrate.

Denke beim Schreiben jedoch immer auch daran, dass der Text allein noch keinen kompletten Content darstellt. W-Fragen helfen Dir lediglich dabei, keine relevanten Aspekte für Deine Texte zu vergessen. Zusätzlich solltest Du Deine Texte natürlich klar in Absätze gliedern, mit Zwischenüberschriften sowie einer h1-Überschrift versehen. Außerdem empfiehlt es sich, den Text abschließend mit WDF*IDF zu prüfen, um keine suchrelevanten Begriffe zu vernachlässigen.

Wenn dann noch ansprechendes Bildmaterial, eine geringe Ladezeit sowie optimierte Meta-Descriptions und Title hinzukommen, bist Du mit W-Fragen und Deiner Contentoptimierung auf dem besten Weg zu nachhaltiger Suchmaschinenoptimierung!

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Veröffentlicht am Jul 9, 2018 von Philipp Roos