Hummingbird Update

Mit dem Hummingbird Update (auf Deutsch: Kolibri Update) hat Google pünktlich zu seinem 15-jährigen Bestehen eine Änderung des Suchalgorithmus vorgestellt. Die Änderung betrifft vor allem die mobilen Suchergebnisse sowie die Erweiterung des Knowledge Graph. Google Hummingbird wurde im August 2013 eingeführt und betrifft laut Aussagen von Google rund 90 Prozent aller Suchanfragen weltweit. Damit hat das Algorithmus-Update eine Größenordnung wie Panda oder Penguin. Auch bei der Namensgebung bedienten sich die Kalifornier wieder der Tierwelt.

Hintergrund

Mit dem Google Hummingbird nähert sich die Suchmaschine dem Ziel, auch komplexe Suchanfragen zu beantworten. Die Algorithmus-Änderung wirkt sich vor allem auf den sogenannten „Knowledge Graph“ aus. Hierbei handelt es sich um eine Bündelung von Sucherergebnissen aus unterschiedlichen Datenbanken, die Google z.B. zu einer berühmten Persönlichkeit bereitstellt, ohne dass der User zunächst auf ein Ergebnis der SERP klicken muss. Ab sofort soll der Knowledge Graph auch Vergleiche unmittelbar nach der Eingabe in das Google Doodle ausgeben.

Der Konzern nannte bei der Veröffentlichung des Kolibri Updates die Bereiche Planeten (earth vs. moon), Lebensmittel (beans vs. rice) oder Gebäude (white house vs. empire state building).

Beispiele:

Google Kolibri 2.jpg

Jupiter vs. Mars

Google Kolibri 3.jpg

white house vs. empire state building

Für die Beantwortung der Anfrage greift Google dabei auf verschiedene Datenbanken zurück und arrangiert die Daten übersichtlich für den User. Neu dabei ist, dass jetzt auch Vergleiche dieser Daten möglich sind. Der Knowledge Graph ist nach dem Kolibri Update nun auch in der Lage, Persönlichkeiten nach Kunstrichtungen aufzulisten.

Auswirkungen auf die Sprachsuche

Die Komplexität von Suchanfragen erweitert sich nach dem Hummingbird Update auch bei der Sprachsuche über die Android-App. So lernt die Suchfunktion mit und kann Bezüge zu bereits gestellten Fragen über die Sprachsuche herstellen.

Anwendungsbeispiel: Ein Nutzer verwendet die Sprachsuche mit seinem Android-Smartphone, weil er ein Restaurant sucht.

1. Frage: Wo ist das nächste Restaurant? 

Google liefert die Antwort aus.

2. Frage: Welche Bewertungen hat es?

=> Google erkennt, dass sich das Personalpronomen auf „Restaurant“ in der vorherigen Frage bezieht und kann seine Ergebnisse darauf ausrichten.

Auswirkungen auf SEO

Durch das Google Hummingbird / Kolibri Update verändert sich die Suche zunehmend in Richtung semantische Suche. Die Suchmaschine erkennt komplexere Fragestellungen. Was für User ein interessantes Gimmick ist, kann für Webmaster negative Folgen haben.

Wenn es z.B. eine Seite geschafft hat, für den Vergleich zwischen Öl und Butter auf der Spitzenposition zu ranken, kann die Erweiterung des Knowledge Graph jetzt dazu führen, dass die Nutzer nicht mehr das organische Suchergebnis anklicken, sondern Googles kompilierte Informationen. Die Folge wäre im schlimmsten Fall ein enormer Traffic-Verlust. Da durch einen größeren Knowledge Graph noch weniger Platz für die organischen SERP bleibt, betrifft es umso mehr Seiten, welche bisher auch mit Positionen jenseits der Top 3, aber auf der ersten Suchergebnisseite gelistet wurden. Wenn man bedenkt, dass viele Internetnutzer auch mit ihrem Smartphone oder Tablet ins Netz gehen, wird eine Suchanfrage, die einen der o.g. Vergleiche enthält, fast die gesamte Bildschirmfläche einnehmen.

Darüber hinaus wird das Google Hummingbird immer dann zum Problem für Webmaster und SEOs, wenn deren Geschäftsbereiche unmittelbar von den Erweiterungen betroffen sind. Zum Start waren es Vergleiche zwischen Nahrungsmitteln, Gebäuden und Planeten. Doch was passiert, wenn Google schließlich auch Produkte miteinander vergleicht und hierfür Daten verwendet, die z.B. die Teilnehmer an Google Shopping bereitstellen, kann niemand voraussehen. Je mehr strukturierte Daten Google erhält, desto mehr kann der Suchmaschinenprovider „eigene“ Suchergebnisse bereitstellen und kompilieren. Desto knapper wird der Platz für Ergebnisse in den SERP, der zusätzlich durch Google AdWords-Anzeigen oder Product Listing Ads beschränkt wird.

Denkbar ist auch, dass eine Verfeinerung des Suchalgorithmus den Nebeneffekt hat, dass Spam-Maßnahmen von Googles Antispam-Team noch genauer erkannt werden.

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