Google Shopping


Google Shopping ist ein Preisvergleichsportal von Google und mit den sogenannten Product Listig Ads (PLA) zugleich Bestandteil von Google AdWords. Betreiber eines Online-Shops können Ihre Produkte durch Abrechnung auf Klickbasis auf Google Shopping-Listen und Bildanzeigen auf der Basis eines eingereichten Datenfeeds in der Google-Suche anzeigen lassen. Voraussetzung für die Teilnahme an Google Shopping sind ein gültiges AdWords-Konto sowie ein Merchant Center-Konto.

Ursprung[Bearbeiten]

Google Shopping hießt ursprünglich Google Base und wurde im Jahr 2005 von Google eingeführt. Shopbetreiber konnten sich im sogenannten Merchant Center kostenlos registrieren und dort Produktdaten hochladen. Diese Produkte wurden schließlich kostenlos im Google-Base-Portal gelistet. Nachdem Google Shopping viele Jahre fester Bestandteil des Google-Portfolios war, stellte der Konzern die bis dato kostenlose Produktsuche im Februar 2013 auf eine kostenpflichtige Version um. Wenn ein Händler heute mit seinen Produkten im Katalog von Google Shopping gelistet sein möchte, muss er dafür bezahlen. Es wird dabei auf CPC-Basis abgerechnet.

Product Listing Ads[Bearbeiten]

Die sogenannten Product Listing Ads sind ein Teil des neuen Google-Shopping-Systems. Dabei handelt es sich um Image-Anzeigen, die neben den organischen Suchtreffern in den SERP, als Werbung gekennzeichnet, angezeigt werden. Eine PLA besteht üblicherweise aus dem Produktbild, dem Preis sowie Angaben zum Versand und eventuell noch wenigen beschreibenden Worten zum Angebot.

Die Anzeige der PLA wird über das Google-AdWords-Konto gesteuert. Dort können die Product Listing Ads als eigene Kampagnen angelegt werden. Die Daten bezieht AdWords allerdings aus einem Datenfeed, der im Google Merchant Center hinterlegt wurde.

Google PLA können ebenso wie Display-Anzeigen oder Textanzeigen regional z.B. auf verschiedene Länder ausgerichtet werden. Ebenso bietet Google verschiedene Anzeige-Modi bzw. Gebotsstrategien an. Das Besondere an PLA besteht darin, dass nicht nur ein gesamter Produktkatalog für die Bildanzeigen ausgewählt werden muss, sondern gezielt auch einzelne Produkt anhand ihrer ID oder hinterlegten Keywords angezeigt werden können. Auf diese Weise können Händler ihre PLA-Kampagnen sehr fein austarieren und den Erfolg genauer messen.

Voraussetzungen für die Nutzung von Google Shopping[Bearbeiten]

Wer seine Produkte auf Google Shopping-Listen und Product Listing Ads schalten möchte, benötigt neben einem Konto im Merchant Center von Google auch einen Account für Google AdWords. Während im Merchant Center lediglich die Datenbasis verwaltet wird, dient das AdWords-Konto zur Schaltung der Produktanzeigen.

Wichtig zu wissen: die Produkte eines Shops werden auch nur im Preisvergleich von Google Shopping gelistet, wenn es dafür eine eigene PLA-Kampagne mit ausreichendem Budget gibt. Ist keine Kampagne vorhanden oder das Budget aufgebraucht, werden die Produkte auch nicht im Katalog gelistet.

Die Abrechnung für die über Google Shopping erzielten Klicks erfolgt über die im AdWords-Konto hinterlegten Zahlungsmethoden.

Optimierung für Google Shopping[Bearbeiten]

Produktlisten können im CSV-Format hinterlegt werden. Merchants haben hier die Möglichkeit zur Optimierung. So ist es z.B. sinnvoll, wenn der Produkttitel aussagekräftig das Produkt beschreibt. Ebenso können vielfältige Kurzbeschreibungen der Produkte dazu führen, dass die Produkte in der Google-Produktsuche besser platziert werden. Für die PLA gilt, dass ein hohes Klickgebot sowie ein technisch einwandfreier Datenfeed zu besseren Platzierung in den Bildanzeigen neben der Google-Suche führen können.

Bestandteile eines Datenfeeds[Bearbeiten]

Google definiert klar und deutlich, welche Informationen ein Produktdatenfeed enthalten muss, damit die Produkte auch für PLA verwendet und in der Produktsuche angezeigt werden können. So sind die Angaben zum Preis sowie zur Verfügbarkeit wichtige Aspekte. Ebenso muss jedes Produkt eindeutig identifizierbar sein und dafür z.B. eine MPN (Manufacturer Part Number), eine EAN oder eine ISBN aufgeführt werden.[1]

Wenn die Produktliste nicht den Anforderungen entspricht, kann dies dazu führen, dass das Merchant Center-Konto gesperrt wird. Es ist somit empfehlenswert dafür zur sorgen, dass alle Daten stets aktuell und so umfangreich wie möglich an Google übergeben werden.

Allgemein gelten die Regelungen, die für alle AdWords-Anzeigen gelten. So dürfen Merchants über Google Shopping weder Drogen noch Waffen verkaufen. Wer Google Shopping international nutzen möchte, sollte auch auf die jeweiligen Ländervorgaben achten, die Google veröffentlicht. Strenge Regelungen gelten z.B. auch für Apotheken, die zur üblichen Registrierung des AdWords-Kontos noch ihre Apothekenzulassung an Google übermitteln müssen.

Kritik an Google Shopping[Bearbeiten]

Mit Google Shopping hat der Suchmaschinenprovider sein Produktportfolio im Bezahlsegment erweitert und steht damit in direkter Konkurrenz zu Preisportalen und Preissuchmaschinen. Durch die prominente Position der PLA ist der Konzern bereits vielfach in Kritik geraten, weil einige Konkurrenten der Meinung sind, dass Google seine Position ausnütze und andere Anbieter benachteilige.

Nachdem Google bereits eine Flugsuche integriert hat und die Navigation über Google Maps kostenlos anbietet, greifen User immer weniger auf Angebote anderer Portale zu und bleiben bei Googles Angeboten. Auch mit dem aktuellen Kolibri Update und der damit verbundenen Aufwertung des Knowledge Graph stärkt Google seine Position weiter.

Google Shopping und SEO[Bearbeiten]

Als Google Shopping noch ein kostenloses Preisportal war, diente die Listung vielen SEO u.a. auch zur Stärkung der Web-Präsenz im Rahmen einer Universal Search. Ein Shop, der seine Produkte auf Google Shopping präsentierte, profitierte somit ohne Zusatzkosten von einer höheren Sichtbarkeit in den SERP.

Heute dürfte Google Shopping so wie Google AdWords keinen direkten Einfluss auf die Platzierung in den organischen Suchergebnissen haben. Allerdings ist wie bei jeder SEA-Maßnahme ein indirekter SEO-Effekt möglich. Denn durch die massive Anzeigenschaltung von PLA können E-Commerce-Händler dafür sorgen, dass ihre Marke bzw. ihr Shop bekannter wird und sie sukzessive mehr Treffer über „direct type-ins“ und insgesamt mehr Traffic erhalten, was wiederum dazu führen kann, dass Google den Shop als „Brand“ stärker wahrnimmt. Vor allem unbekanntere oder neue Online-Shops können über PLA schnell an Bekanntheit gewinnen. Dies vor allem auch, weil die PLA sehr prominent platziert werden. Jedoch sollte jeder Händler zuvor das Verhältnis von Kosten und Nutzen genau abwägen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Produkt-Feed-Spezifikation support.google.com. Abgerufen am 19.11.2014

Weblinks[Bearbeiten]