Autorenstatistik

Bei der sogenannten Autorenstatistik handelte es sich um eine Funktion in der Google Search Console, die es ermöglichte, Statistiken zu veröffentlichten Artikeln und Beiträgen einzusehen. Es wurden jedoch nur Kennzahlen zu Webartikeln angezeigt, welche über den sogenannten Author Tag eine Verknüpfung zu einem Google Plus-Profil aufwiesen. Seit August 2014 gilt die Autorenstatistik als veraltet (engl.: deprecated). Das damit verbundene Konzept des Authorship Markup wird nun von Google weder als semantisches Markup noch als Veränderung in den SERPs verwendet.

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Geschichte

Die Autorenstatistiken wurden vor dem Hintergrund einer steigenden Anonymität im Internet eingeführt.

Eric Schmidt sagte in The New Digital Age dazu Folgendes: "Within search results, information tied to verified online profiles will be ranked higher than content without such verification, which will result in most users naturally clicking on the top (verified) results. The true cost of remaining anonymous, then, might be irrelevance."[1]

Google wollte mit der Funktion die Relevanz von Webinhalten mithilfe einer Verlinkung zum Urheber messen. Der Ansatz geht zurück auf ein Patent, das als Agent Rank bezeichnet wird: Agent Rank ist ein System, das verschiedene Teile von Inhalten mit einer digitalen Signatur versieht und mithilfe der Zugriffsdaten für diese Inhalte bewertet. Diese Bewertung fließt dann als Trust- und Authority-Signal in die komplexen Algorithmen ein, die die Hierarchie in den Suchergebnissen bestimmen.[2]

Das Patent wurde 2007 eingereicht. Die Umsetzung erfolgte jedoch erst im Jahr 2011, als die schema.org-Standards für strukturierte Daten adaptiert wurden. Mit diesen semantischen Auszeichnungen konnten unterschiedliche Kontextinformationen über einzelne Inhalte miteinander verknüpft werden. Die Inhalte mussten mit entsprechenden rel=”author” und rel=”me” Tags ausgezeichnet werden. Als digitale Signatur diente ein persönliches oder gewerbliches Google Plus Profil, das den Agenten identifizierte. Eine Zeit lang wurden die Profilbilder des Autors in den SERPs angezeigt. Dies sollte die Klickraten gegenüber herkömmlichen, nicht ausgezeichneten Inhalten erhöhen.

Google veränderte häufig die Features des Authorship Markups und testete verschiedene Varianten wie die Anzeige von Autorenbildern aus dem Google Plus Profil.[3] Wie bei vielen anderen Google-Produkten wurde die Autorenstatistik als temporäres Experiment begriffen, das jederzeit wieder eingestellt werden könnte. Als Google feststellte, dass die Autorenschaft von Beiträgen und insbesondere die damit verbundene, relativ komplexe Umsetzung der Auszeichnung nicht von den Nutzern angenommen wurde, stand das Projekt womöglich zur Diskussion.

Anschließend wurde eine Auto-Attribution von Beiträgen getestet, sodass der Aufwand für die Auszeichnungen entfiel. Aber Nutzer ohne Google Plus Profile adaptierten diese Funktion ebenfalls nicht. Darüber hinaus stellte Google fest, dass sich die CTR-Werte für Inhalte mit digitaler Signatur nicht wesentlich von solchen ohne Signatur unterschied. John Mueller vom Google Team in der Schweiz veröffentlichte Ende August des Jahres 2014 dann auf Google Plus einen Post, der die Einstellung der Autorenstatistik und den damit verbundenen Auszeichnungen verkündete.[4]

Kennzahlen in der Autorenstatistik

In der Autorenstatistik der Google Webmaster Tools wurden folgende Kennzahlen angezeigt:

  • die mit dem Author-Tag gekennzeichneten Webseiten
  • die Anzahl an Impressionen, welche diese Seiten erzielt haben
  • die Anzahl der Klicks, welche diese Webseiten erzielt haben
  • die Click-Through-Rate
  • die durchschnittliche Position des Artikels

Nicht einsehbar waren Angaben zur Verweildauer und zur Absprungrate. Da Google diese KPI auch als Rankingkriterien angibt, war davon auszugehen, dass diese Daten auch erfasst wurden.

Vorteile und Nachteile

Das Einsehen der Autorenstatistik über die Google Webmastertools hatte für Autoren im Web den Vorteil, dass sich die Entwicklung einzelner Posts, die über den Author-Tag registriert werden konnten, beobachten ließ. Zugleich bot dieser Verlauf dem Suchmaschinenkonzern die Möglichkeit, den Einfluss eines Autors zu messen. Wer zum Beispiel einen Account bei Google Plus nutzte und seine Postings, Blogbeiträge und Webartikel mit seinem Author-Tag markierte, konnte Google über die Auswertung seiner Autorenstatistik „zeigen“, dass er oder sie ein Experte/eine Expertin für ein bestimmtes Fachgebiet ist. Folglich mussten ausgehende Links aus seinen/ihren Artikeln höher bewertet werden.

Wer Reputationsmanagement betreibt, erhielt mit den Autorenstatistiken interessanten Input zum messbaren Erfolg seiner Beiträge im Web. Durch die kontinuierliche Auswertung der Statistiken ließ sich der Impact von Artikeln evtl. besser skalieren und planen. Darüber hinaus konnten Autoren besser abschätzen, ob sie einen Beitrag mit ihrem Author-Tag markieren wollen oder nicht, um beispielsweise eine positive Gesamtbewertung der Statistik beizubehalten.

Ein deutlicher Nachteil lag darin, dass viele nicht technikaffine Nutzer die Autorenstatistiken nur schwer implementieren konnten. Nutzer mussten mitunter den HTML-Quellcode ihrer Website verändern, um entsprechende Tags einzubinden und Signale an Google zu senden. Dies war offenbar einer der Hauptgründe, warum das Verfahren wieder eingestellt wurde. Auch die späteren Analysen der Beratungsfirma Stone Temple Consulting legten den Schluss nahe, dass die Autorenschaft einige wesentliche Nachteile hatte. Viel wichtiger waren allerdings die ausbleibenden Vorteile für Nutzer der Suchmaschine: Hier wurden keine nennenswerten Veränderungen im Such- und Klickverhalten festgestellt – unabhängig davon, ob Beiträge korrekt ausgezeichnet wurden oder nicht.[5]

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung

Die Autorenstatistik war für einen begrenzten Zeitraum wichtig für Online-Publisher. Die Tatsache, dass Google dieses Features in seine Webmastertools integrierte, konnte darauf verweisen, dass der Suchmaschinenkonzern zukünftig auch sozialen Profilen höhere Wichtigkeit beim Ranking einräumte. In einem weiteren Schritt ließe sich mutmaßen, dass Google über die Autorenstatistiken eine Metrik hat, die es erlaubt, Social Signals zu bewerten und diese sozialen Signale waren ohnehin ein breit diskutiertes Thema in der Suchmaschinenoptimierung. Wer folglich eine positive Autorenstatistik im Sinne von hohen Zugriffszahlen und hohen CTR-Raten hatte, lieferte hochwertige Social Signals, die wahrscheinlich auch in den Ranking-Algorithmus einflossen.

Zwar war das Feature „Autorenstatistik“ teilweise ein Bestandteil von Google Labs und somit eine Betaversion. Aber durch die Autorenstatistik war es möglich, einen kleinen Einblick in zukünftige Rankingkriterien zu gewinnen. Zumindest ließe sich sinnvoll vermuten, dass das Authorship Markup eine zukünftige Entwicklung in Richtung Social Signals andeuten könnte. So lange dies der Fall war, blieben Mutmaßungen über den Einfluss von Autoren bzw. deren Social Signals bestehen. Sicherheiten für deren Einfluss auf das Ranking gab es jedoch nicht.

Seit der Einstellung der Autorenstatistik in den GWT wurde auch gemutmaßt, dass Google dies nur als eine Möglichkeit ansieht, die Relevanz von Inhalten zu bewerten. Dass Google andere Wege in Form von strukturierten Daten, semantischen Auszeichnungen oder weiteren Signalen geht, wird von vielen Experten als wahrscheinlich eingestuft. Die Einstellung der Autorenschaft bedeutet also nicht, dass Themen wie Urheberschaft, Relevanz, Autorität, Expertise oder Social Signals für Google ganz in den Hintergrund gerückt wären.[6]

Einzelnachweise

  1. It’s Over: The Rise & Fall Of Google Authorship For Search Results searchengineland.com. Abgerufen am 25.01.2016
  2. Agent Rank appft1.uspto.gov. Abgerufen am 25.01.2016
  3. Google Authorship Search Snippet: Evolution + Changes de.slideshare.net. Abgerufen am 25.01.2016
  4. Post von John Mueller plus.google.com. Abgerufen am 25.01.2016
  5. Authorship Adoption Fail – Detailed Stats stonetemple.com. Abgerufen am 25.01.2016
  6. Google Authorship May Be Dead, But Author Rank Is Not searchengineland.com. Abgerufen am 25.01.2016

Weblinks

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