Ausgehender Link


Als ausgehende Links werden all diejenigen Links einer Webseite bezeichnet, die auf ein Linkziel verweisen, das auf einer anderen Webseite liegt. Ein Synonym für „ausgehender Link“ ist auch „externer Link“ oder „outbound link“. Er ist somit das Gegenstück zum internen Link, der auf Unterseiten der gleichen Webseite verweist. Die Zahl der ausgehenden Links kann maßgeblich für die Bewertung einer Webseite durch Suchmaschinen wie Google sein. Aus der Perspektive der Webseite, welche den ausgehenden Link erhält, spricht man auch von Backlink, eingehendem Link oder Rückverweis.

Ausgehender Interner Link[Bearbeiten]

Bei ausgehenden internen Links unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten der Verlinkung:

AusgehenderLink.png

Vertikale Verlinkung[Bearbeiten]

Die Navigation muss sicher stellen, dass möglichst jede Unterseite mit drei oder vier Klicks von der Startseite erreichbar ist. Eine klassische vertikale Verlinkung verweist von einer höheren hierarchischen Seitenebene auf eine niedrigere Ebene der Seitenstruktur. Auf einem Blog spricht man etwa von einer vertikalen Verlinkung, wenn auf der Startseite die einzelnen Artikel verlinkt sind. In einem Online-Shop ist damit die Erreichbarkeit einzelner Kategorie- und Produktseiten über die Startseite gemeint.

Als Synonym für die vertikale Verlinkung hat sich sowohl bei internen, als auch bei externen Verlinkungen mittlerweile der Begriff Deep Link durchgesetzt.

Horizontale Verlinkung[Bearbeiten]

Mit Related Content Links, wie horizontale Verlinkungen auch genannt werden, und anderen themenspezifischen Verweisen auf der Seite wird sicher gestellt, dass ähnliche Inhalte miteinander verlinkt werden. Es handelt sich hierbei um nicht hierarchische Linkbeziehungen, sondern um die Verlinkung zweier Unterseiten, die sich auf der gleichen hierarchischen Ebene befinden. Das können in einem Online-Shop Links zwischen Produktseiten sein, auf einem Blog zwei Artikelseiten, deren URLs der gleichen Pfad-Struktur folgen, zum Beispiel: https://www.beispiel.de/blog/datum/artikelpfad.

In diesem Zusammenhang spricht man deshalb von sogenannten Related Content Links, weil sie untereinander relevante Inhalte der gleichen Seitengliederungsebene miteinander verlinken.

Google hat in der Vergangenheit empfohlen, man solle maximal 100 ausgehende Links pro Seite einbinden. Mittlerweile (Stand: März 2019) ist die Seite des Webmaster-Blogs von Google, auf der diese Empfehlung ausgesprochen und begründet wurde, ersatzlos vom Netz genommen worden. Stattdessen hat Googles John Mueller 2017 bestätigt, dass es keine offizielle Maximalanzahl für interne Links pro Seite gibt.[1]

Ausgehender externer Link[Bearbeiten]

Verlinkungen sind so etwas wie die Blutgefäße des Internets. Webmaster und Redakteure empfehlen mit einem externen Link eine andere Webseite. Dies haben sich die Google-Gründer zunutze gemacht, und Verlinkungen zu einem grundlegenden Teil ihres Algorithmus gemacht. Entsprechend wichtig sollte jeder ausgehende externe Link genommen werden: Er empfiehlt dem User und dem Google Crawler eine andere Seite und gibt dieser sein Vertrauen, wodurch er deren TrustRank bzw. Domain Authority positiv beeinflussen kann.

Da ausgehende Links für Google die wichtigste Währung sind, kann man davon ausgehen, dass der Einsatz von externen Links nicht bestraft wird. Allerdings sollte man auf folgende Punkte bei der externen Verlinkung achten:

  • Zu viele externe Links schwächen das Ranking der Domain, also der indexierten Website, von der die Links ausgehen. Ein, zwei oder drei externe Links pro Unterseite sind aber kein Problem.
  • Es darf nur auf vertrauenswürdige Seiten verlinkt werden. Man spricht in diesem Zusammenhang von Trustlinks. Das sind ausgehende Links zu Webseiten mit guten Domain-Authority-Werten und hohem TrustRank. Links auf unseriöse Seiten können den Verdacht auf Bad Neighbourhood schüren. Soll trotzdem auf eine zweifelhafte Seite verlinkt werden, sollte man den externe Link mit dem Nofollow-Attribut rel="nofollow" versehen.[2]
  • Auch bezahlte (Werbe-) Links sollten mit dem Nofollow-Attribut entwertet werden, besonders dann, wenn der Content erkennbar werblich verfasst ist, um Abstrafungen vorzubeugen.[3]

Ausgehende externe Links vs. ausgehende interne Links[Bearbeiten]

Manchmal werden ausgehende Links in SEO-Kreisen auf eine andere Weise spezifiziert und es wird grundsätzlich jeder Link der von einer Webseite auf eine andere Webseite verweist, als ausgehender Link bezeichnet. Dabei wird jedoch differenziert, zwischen einem ausgehendem externen Link (er verweist auf ein Linkziel außerhalb der gleichen Domain) und einem ausgehenden internen Link (er verweist auf ein Linkziel innerhalb der gleichen Domain). Allgemein haben sich jedoch die Begriffe „ausgehende Link“ und „interne Link“ bewährt.

Ausgehende Links und PageRank[Bearbeiten]

Es wird davon ausgegangen, dass die Zahl der ausgehenden Links einer Webseite den sogenannten Link Juice bzw. die Linkpower und somit die Weitergabe von PageRank beeinflusst.[4] Das bedeutet, dass die Linkpower einer Webseite umgekehrt proportional zu der Anzahl der externen Links auf der Seite steht. Also, je mehr ausgehende Links eine Webseite, oder spezifischer eine Unterseite, hat, desto geringer ist die Linkpower, die sie weitergeben kann. Wer von einem hohen PageRank profitieren möchte, den eine Seite weitergibt, sollte demnach darauf achten, dass nicht zu viele ausgehende Links auf der Link gebenden Seite platziert sind.

Ausgehende Links externer Natur dürfen als mittelbarer Rankingfaktor verstanden werden. Google gibt an, dass Links von der eigenen Website auf eine externe Zielseite per se keine Rolle für die Position in den SERPs spielt. Andererseits heißt es von Seiten Googles ebenfalls, dass externe Verlinkungen den Mehrwert des eigenen Contents auf der Website verbessern kann, was wiederum für das Ranking relevant ist. Auch, ob die ausgehenden Links mit dem Nofollow-Attribut versehen sind oder nicht, hat laut Google keinen Einfluss auf das Ranking.[5]

Je besser die Qualität der Zielseite - also ihr PageRank, TrustRank und die Relevanz des verlinkten Contents zur verlinkenden Seite -, desto wirksamer sind ausgehende Links für die Linkausgangsseite. Allerdings sind ausgehende externe Links weniger gewichtig für das eigene Ranking, als eingehende Links von hochwertigen Seiten Dritter.

Größer ist die Bedeutung der Verteilung und Gewichtung interner Links auf einer Webseite. So empfiehlt es sich, bei der internen Verlinkung, umso mehr auf Seiten zu verlinken, je höher deren Priorität ist. Seiten von geringerer Priorität hingegen verschwenden Link Juice, wenn sie zu intensiv intern verlinkt werden.

Folgen für SEO[Bearbeiten]

Unabhängig vom PageRank und anderen Metriken ist es in SEO-Kreise umstritten, wie hoch die Anzahl der ausgehenden Links sein darf, damit die betreffende Website nicht von einer Penalty betroffen ist oder sie von Suchmaschinen als Linknetzwerk interpretiert wird. Fest steht jedoch, dass wahllos, unstrukturiert und massenhaft gesetzte ausgehende Links eher schädlich für den Trust einer Website sind. Wichtig wäre für das setzen von ausgehenden Links:

  • dass sie thematisch zur linkgebenden Seite passen oder dem User durch Zusatzinformationen einen Mehrwert vermitteln
  • dass sie auf keine Spamseite oder nicht-vertrauenswürdige Seite verweisen, da sonst die linkgebende Website von Bad Neighbourhood bedroht ist
  • dass die Anzahl der ausgehenden Links immer beschränkt bleibt, es sei denn es handelt sich um einen echten Linkhub mit einem faktischen Nutzen für den User


Wer sicher gehen möchte, dass seine ausgehenden Links von Google und anderen Suchmaschinen überhaupt nicht bewertet werden, sollte die Links mit dem nofollow-Attribut kennzeichnen. Dies gilt in gleichem Maße für Werbelinks.

Grundsätzlich sollte gesunder Menschenverstand ausreichen, um die Anzahl an ausgehenden Links zu begrenzen. Als Beispiel: warum sollte eine Seite über Hundefutter auf PC-Magazine, zu Kreditinformationsseiten oder Autowerkstätten verweisen? Oder warum sollten in einem Beitrag mehr als zwei oder drei ausgehende Links zu finden sein, der weniger als 50 Wörter aufweist?

Ein Link ist immer eine Empfehlung einer Website für eine andere Website. Als SEO oder Webmaster sollte ich mich demnach immer fragen, ob ich es vertreten kann, genau diese Website zu empfehlen. Wenn daran Zweifel bestehen, sollte der ausgehende Link nicht gesetzt werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tweet von John Mueller twitter.com. Abgerufen am 20.03.2019.
  2. rel="nofollow" für bestimmte Links verwenden support.google.com. Abgerufen am 20.03.2019.
  3. Was wir von gekauften und verkauften Links halten webmaster-de.googleblog.com. Abgerufen am 20.03.2019.
  4. Der Effekt ausgehender Links pr.efactory.de. Abgerufen am 20.03.2019.
  5. English Google Webmaster Central office-hours hangout youtube.com. Abgerufen am 20.03.2019.

Weblinks[Bearbeiten]