Renderzeit


Rendering (deutsch: Bildberechnung) bezeichnet die visuelle Darstellung eines Modells, das zunächst als Datensammlung vorliegt und erst durch den Prozess des Renderns zu einem Bild, einer Grafik oder einer Videosequenz in hoher Auflösung wird.

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Ausgehend von einem Modell, das auf dem erzeugenden Computer noch in rudimentären Informationen dargestellt wird, erfordert das Rendering komplexe Berechnungen, um die Feinheiten dieses Modells adäquat darzustellen. Zu diesen Berechnungen gehören die Formen, Farben und Oberflächenstrukturen. Der erzeugende Computer übersetzt bestimmte Informationen wie die Perspektive des Betrachters, das Aussehen der Oberflächen und Licht- sowie Schattenverteilungen in ein 2D oder 3D-Modell, das dann am Ende des Prozesses des Renderings als realitätsnah wahrgenommen werden kann.

Funktionsarten[Bearbeiten]

Man unterscheidet Prerendering und Real-Time-Rendering: Ersteres nimmt relativ viel Rechenleistung in Anspruch, weil versucht wird, die erzeugten Bilder, Grafiken oder Videos sehr realitätsnah erscheinen zu lassen. Ein Anwendungsbereich ist die Filmproduktion. Real-Time-Rendering kommt dagegen dort zum Einsatz, wo die Aktivität des Betrachters oder Users eine wichtige Rolle spielt. Zum Beispiel bei Videospielen, aber auch bei Websiten.[1]

Die visuelle Wiedergabe von HTML wird auch als Rendering bezeichnet. Da HTML eine Beschreibung eines Textes ist, wird zunächst keine visuelle Darstellung darin festgelegt. HTML ist anzeigeunabhängig und kann in anderen Medien wie Beamern, LCD und anderen Anzeigengeräten dargestellt werden. Der Grund dafür ist, dass HTML als Auszeichnungssprache nur die inhaltliche Struktur des Textes bestimmt und nicht seine Art und Weise der Darstellung. Wie HTML letztlich dargestellt wird, wird in der Regel über CSS – Cascading Style Sheets – festgelegt. Die CSS-Elemente bestimmen für einzelne Strukturteile eines HTML-Dokumentes die Art und Weise der Darstellung, indem Formatierungen und Farben von Text-Elementen selektiert werden. Die Zeit, die ein Browser benötigt, um ein HTML-Dokument darzustellen, wird auch als Renderzeit bezeichnet, wobei Ladezeit der üblichere Begriff ist.

Bedeutung für die SEO[Bearbeiten]

Die Ladezeit, Latenzzeit oder Renderzeit einer Webseite ist ein wichtiges SEO-Kriterium, sagt sie doch aus, ob eine Webseite eine gute Performance besitzt oder nicht. Üblich sind 1 bis 3 Sekunden, bis alle Inhalte geladen sind. Ist diese Zeitspanne größer, ist es sehr wahrscheinlich, dass User die Website wieder schließen. Eine hohe Ladezeit hat also eine hohe Absprungrate und eine niedrige Verweildauer zur Folge - beides sind wichtige Kenndaten, die Google bei der Bewertung von Webseiten höchstwahrscheinlich verwendet. Um die Ladezeit gering zu halten, sind verschiedene Maßnahmen möglich. Zum Beispiel die Veränderung der Infrastruktur mittels CDN's oder das „Schlankmachen“ des Quellcodes mithilfe von validem HTML-Code und der Auslagerung von bestimmten Dateien wie CSS oder JavaScript.

Google empfiehlt darüber hinaus die Verwendung eines Rendering-Programms, um die Crawlbarkeit einer Website zu überprüfen. Das Rendern einer Webseite kann ein Crawler nicht immitieren. Deshalb solle zum Beispiel Lnyx, ein textbasierter Renderer, verwendet werden, um sicherzustellen, dass der Crawler eine Website auch auslesen oder parsen kann. Lynx rendert eine Website genau so, wie das ein Crawler tun würde, unterscheidet sich aber grundsätzlich von einem grafikbasierten Rendering-Programm, das im Browser benutzt wird.[2] Beim Mozilla Firefox ist dies beispielsweise Gecko, während Safari und Chrome Webkit und der Internet Explorer Trident bzw. Tasman verwenden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rendering. whatis.techtarget.com. Abgerufen am 22. Januar 2014.
  2. Webmaster Guidelines. support.google.com. Abgerufen am 22. Januar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]