Vertikale Netzwerke

Bei einem vertikalen Netzwerk (engl. vertical content network) handelt es sich um einen Zusammenschluss unterschiedlicher Websites, die sich auf ein bestimmtes Thema konzentrieren. Der auf diesen Websites veröffentliche Content stammt aus einem Contentpool. Vertikale Netzwerke vermarkten ihre Inhalte somit gemeinsam. Typische Themengebiete für vertikale Netzwerke sind Mode, Heim & Garten oder Reisen, können sich aber auch auf Special Interests und Nischen wie „Angeln“ oder „Schneeschuhwandern“ konzentrieren.

Hintergrund[Bearbeiten]

Bei der Vermarktung von Content erzielen einzelne Websites gerade bei Nischenthemen oder Themensilos meist nur eine geringe Reichweite. Die Vermarktungsmöglichkeiten sind demnach begrenzt. Schließen sich jedoch mehrere Websites zu einem vertikalen Netzwerk zusammen, können sie Reichweite und Werbeeinnahmen für den gemeinsam entwickelten Content erhöhen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, im Vertical Network eine große Bandbreite an Unterthemen zu einem großen Themengebiet erfolgreich abzudecken und so in der Websuche sehr präsent zu sein.

Die Idee der vertikalen Netzwerke wird allgemein dem US-Amerikaner Aric Austin zugeordnet.[1] Er soll seine Idee der vertikalen Netzwerke 2007 aus den USA nach Deutschland gebracht haben. Mit seiner Firma „Fantastic Zero“ hatte er zuvor ein eigenes vertikales Netzwerk gegründet, das primär Männer als Zielgruppe hatte und Entertainment-Themen bediente.

In einem Interview im Online-Magazin „Adzine“ hat Austin das Prinzip so auf den Punkt gebracht: „Betreiber vertikaler Netzwerke sind keine klassischen Vermarkter. Vielmehr sind es Vermarktungsgemeinschaften von Mitgliedern aus dem Long-Tail des Internets, die eine gemeinsame Zielgruppe ansprechen und im Zusammenschluss eine interessante Werbeplattform mit hoher Reichweite bilden. Sie machen das Long-Tail des Internets vermarktungsfähig!“ [2]


Eigenschaften[Bearbeiten]

Vertikale Netzwerke zeichnen sich dadurch aus, dass sich mehrere Websites und Webportale zu einem bestimmten Thema Content aus einem gemeinsamen Pool teilen und diesen gemeinsam vermarkten. Auf diese Weise können viele Websites gemeinsam große Reichweite erzielen und sind für Werbekunden gerade bei Nischenthemen attraktiv. Denn auf diese Weise lässt sich das Targeting sehr genau auf die gewünschte Zielgruppe ausrichten.


Vorteile und Nachteile vertikaler Netzwerke[Bearbeiten]

Vorteile[Bearbeiten]

  • hohe Reichweite: Durch den Zusammenschluss vieler kleiner Websites zu einem vertikalen Netzwerk können die Werbekunden trotz eines Nischenthemas sehr große Reichweite erzielen.
  • geringe Streuverluste: Da vertikale Netzwerke eine bestimmte Zielgruppe sehr genau ansprechen können, sind die Streuverluste von ausgespielter Werbung, z.B. Display-Werbung sehr gering.
  • viraler Effekt: Indem sich viele verschiedene Seiten einem Thema widmen und diese Portale selbst Content- oder Social-Media-Marketing betreiben können, steigt die Chance, die Reichweite viral zu erhöhen.
  • hohe Qualität: Wenn sich kleinere Portale ihrem eigenen Spezialthema widmen, kann Content stärker in die Tiefe gehen und fundierter erstellt werden. Die hohe Qualität der Inhalte kann sich wiederum positiv auf Nutzersignale und das Ranking auswirken.

Nachteile[Bearbeiten]

  • hohe Konkurrenz in den SERPs: In den organischen Suchergebnissen (SERP) konkurrieren vertikale Netzwerke mit reichweitenstarken großen Special-Interest-Portalen. Diese können aufgrund ihrer starken Domainpopularität meist mit weniger Aufwand bessere Rankings erzielen. Dadurch sinkt wiederum die Reichweite für die vertikalen Netzwerke.
  • komplexe Verwaltung: Durch den hohen Verwaltungsaufwand ist es für einzelne Vermarkter meist schwer, kosteneffizient zu arbeiten.
  • Qualitätsrückgang: Um den USP der hohen Contentqualität aufrecht zu erhalten, müssen die Partnerseiten der vertikalen Netzwerke kontinuierliche Qualitätskontrollen betreiben. Durch die dezentrale Struktur kann es zu einem Qualitätsrückgang und in der Folge zu geringeren Werbeeinnahmen und sinkender Reichweite kommen.
  • große Konkurrenz durch Vermarkter: Ob Google AdSense, große Verlage oder Affiliate-Programme, die Vermarktungsmöglichkeiten für Websites sind vielfältig und selbst Nischenseiten sind nicht auf Vertikale Netzwerke zum Erzielen höherer Reichweite angewiesen.


Nutzen für Online-Marketing[Bearbeiten]

Für Werbekunden haben vertikale Netzwerke den großen Vorteil, dass sie über die Netzwerke gezielt eine bestimmte Zielgruppe ansprechen können. Durch die Partnerschaft mehrerer, thematisch ähnlicher Websites lässt sich außerdem selbst bei Nischenthemen eine vergleichsweise hohe Reichweite erzielen. Gleichzeitig können sich Werbekunden darauf verlassen, dass die Inhalte fundiert sind und Mehrwert für die Nutzer bieten.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vertikale Netzwerke machen den Long-Tail vermarktbar adzinde.de Abgerufen am 25.07.2019
  2. Vertikale Netzwerke machen den Long-Tail vermarktbar adzinde.de Abgerufen am 25.07.2019


Weblinks[Bearbeiten]