« Zurück zum Magazine

Suchintention verstehen und verwenden – ein umfassender Guide

Nur wenn Du die Suchintention Deiner Zielgruppe kennst, kannst Du optimale Inhalte erstellen und damit Top Rankings erzielen. Wir erklären, worauf es beim Thema Search Intent ankommt und wie Du zum Search Intent passende Inhalte erstellst.

Was suchst Du hier? Verzeihung. Nein, das soll keine unhöfliche Frage sein, um Dich abzuschrecken. Vielmehr soll dieser etwas abrupte Einstieg verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Suchintention von Internet Usern zu verstehen. Wenn es Deine Absicht war, mehr über das Thema Search Intent (auch: Suchintention, User Intention) zu erfahren, dann haben wir schon mal Vieles richtig gemacht.

Und Du natürlich auch. Denn wie Du weißt, erhältst Du im Ryte Magazine alle Antworten auf Deine Fragen rund um SEO, Content und digitales Marketing. In diesem Fall eben Antworten, Tipps und Maßnahmen, um Deine Website auf die Suchintention Deiner Zielgruppe zu optimieren und diese so noch besser abzuholen.

Wenn Du Deine Optimierungsprozesse ausschließlich auf technische Faktoren wie Crawlability, Structured Data oder Sitemap-Struktur beschränkst, verlierst Du Googles eigentliches Ziel aus dem Blick: Den Usern passende, zufriedenstellend Ergebnisse auf ihre Suchanfragen zu präsentieren.

Um die Suchmaschinen bei der Erreichung dieses Ziels zu unterstützen (und ganz „nebenbei“ noch Dein eigenes Ranking zu verbessern), ist es unabdingbar, dass Du die Suchintention kennst und sie wirksam in Deinen SEO-Maßnahmen einsetzt. Und genau hierfür haben wir diesen Guide über Search Intent zusammengestellt.

Suchintention verstehen: Was ist Search Intent?

Das Konzept der Suchintention ist zunächst einmal leicht zu verstehen: Kurz gesagt beschreibt es die Absicht, die ein User mit seiner Suchanfrage verfolgt. Ein bisschen schwieriger wird es, wenn es später darum geht, den Search Intent aus der Suchanfrage abzuleiten – aber dazu weiter unten mehr.

Zurück zum eigentlichen Thema: Suchintention verstehen. Vielleicht kann ein Beispiel helfen.

Sagen wir, ein Nutzer sucht in Google nach „kalorienarme Kekse selber backen“. Dann weiß Googles Algorithmus nicht nur, dass der User

  1. nach einem Rezept sucht, sondern auch, dass er wahrscheinlich

  2. entweder auf Diät ist oder sich zumindest einmal kalorienbewusst ernährt.

Suchergebnisse-kalorienarme-kekse

Abbildung 1: Google Suchergebnisse für den Suchterm “kalorienarme Kekse selber backen”

Aber nicht nur Google. Jeder Algorithmus jeder Suchmaschine ist sorgfältig darauf abgestimmt, die Suchintention so genau wie möglich zu interpretieren. Google hat diese Interpretationsfähigkeit seines Algorithmus mit dem 2021 eingeführten MUM Framework noch mal deutlich gemacht. Und so, wie der Algorithmus und dessen Fähigkeiten, wächst und entwickelt sich auch die Suchintention stetig weiter.

Search Intent bedeutet also, dass Du verstehst, welche Art von Informationen User suchen, wenn sie eine Suchanfrage eingeben. Die Suchintention zu verstehen ist wichtig. Denn damit Deine Website in den Suchergebnissen rankt, muss der Content, den Du bereitstellst dem Content entsprechen, nach dem der Nutzer sucht.

Und zwar sowohl in thematischer Hinsicht, als auch in dessen Aufbereitung (Content-Format). Andernfalls werden Deine Chancen zu ranken und Traffic von den passenden Usern zu generieren zunehmend niedriger. Im schlimmsten Fall kann ein Ignorieren der User Intention Rankingverluste bzw. das Ausbleiben von Rankings zur Folge haben. Also:

Ja! User Intention ist wichtig für SEO!

Google nimmt die Suchintention seiner User wichtig. Genau genommen ist es sogar eines von Googles Hauptzielen, wenn sie einem Nutzer Sucherergebnisse vorschlagen.

Sucht ein Nutzer nach einem Begriff oder einem Keyword und findet irrelevante Informationen, erhält Google eine Benachrichtigung darüber, dass die Ergebnisseite nicht mit der Suchintention übereingestimmt hat. Beispielsweise, wenn der Nutzer nach erfolgloser Suche seine Suchanfrage nochmal anpasst oder dedizierter eingibt.

Diese Information berücksichtigt Googles Algorithmus und könnte eine Website bei der nächsten Suche nach dem gleichen Keyword oder Suchbegriff nicht mehr oder weiter hinten ausgeben.

Nicht zuletzt können Seiten nur dann ihre Rankings wirklich spürbar verbessern, wenn die Suchmaschinen sie als relevant für die Suchanfragen von Usern einstufen. Und da eben der Search Intent eine maßgebliche Rolle bei der Beurteilung dieser Relevanz spielt, solltest Du die Suchintention jederzeit an vorderster Front Deiner SEO-Maßnahmen verorten.

Eine Optimierung auf den User Intent kann die SEO Deiner Website nämlich auch noch auf ganz andere Weise verbessern:

  • Keyword Research: Ein besseres Verständnis der Suchintentionen bedeutet, Du kannst Keywords, die die besten Ergebnisse versprechen, leichter in Deinen Content einfließen lassen.

  • Mehr Autorität: Mit Content, der genau mit der Suchintention eines Users übereinstimmt, stellst Du exakt die Informationen bereit, die er sucht. Entsprechend wird ein User Deine Website als eine zuverlässige und seriöse Quelle betrachten.

  • Niedrigere Bounce Rate: Wenn Du Deinen Besuchern genau das gibst, was sie wollen, haben sie keinen Grund, von Deiner Website abzuspringen und auf eine andere zu surfen.

  • Brand Awareness: User sind bereit, mehr Zeit auf einer Seite zu verbringen, die sie mit genau den (oder sogar mehr) Informationen und Antworten versorgt, die sie suchen. Du bist ja nun schließlich auch noch hier… Und je mehr Zeit sie auf Deiner Website verbringen, desto vertrauter werden sie mit Deiner Marke.

Zusammenfassend kann man also sagen: Indem Du Deine Website auf die Suchintentionen Deiner Zielgrupope, Besucher, Leads, Kunden optimierst, sorgst Du für eine optimierte User Experience. Und die wiederum zahlt auf Deine Rankings und Dein Renommee gleichermaßen ein.

Aber wie genau funktioniert die SEO-Optimierung auf Search Intent?

Tipps zur Suchintention-Optimierung

Um Deinen Content auf die Nutzerabsicht(en) optimieren zu können, musst Du zunächst einmal verstehen, welche Intention ein User überhaupt mit seiner Suche verfolgt und wie Du ihm mit Hilfe von Search Intent Targeting von Deinem Angebot (Content, Produktsortiment, Service etc.) überzeugen kannst.

Wie also kann man eine Absicht im Suchverhalten von Usern erkennen?

Nun, tatsächlich musst Du den Search Intent von den getätigten Suchen ableiten. Das kann bei Doppeldeutigkeiten zwar vereinzelt eine Herausforderung sein. Alles in allem aber klingt es komplizierter, als es ist. Einerseits stehen Dir dabei die 3 definierten Arten von User Intent für die Einordnung zur Verfügung. Andererseits gibt es bestimmte Trigger-Wörter, die User in der Regel verwenden, um eine bestimmte Absicht zum Ausdruck zu bringen.

Arten von User Intent

Drei, vier oder noch mehr? Wie Du am Beispiel oben gesehen hast, sind Suchintentionen nicht immer eindeutig. Mehr noch, manchmal sind sie auch nicht eindimensional, sondern können mehrere Absichten gleichzeitig haben.

Um aber die Absicht Deiner Website-Besucher verstehen und aufgreifen zu können, muss ein gewisses Framework definiert werden. Du kannst kaum für jeden User einzeln Content verfassen.

Hierfür wurden bestimmte Arten von User Intent definiert. In der Vergangenheit wurde häufig von vier verschiedenen Suchintentionen gesprochen – informational (auch: educational), navigational, transactional und commercial.

Mittlerweile unterscheidet man jedoch nur noch 3 Hauptarten von Suchintentionen. Google untergliedert diese dann noch mal in weitere Unterarten, in die Suchanfragen dann einkategorisiert werden können, wenn sie besonders präzise gestellt sind und somit eine nicht mehr interpretierbare, sondern eine ganz klare Nutzerabsicht erkennen lassen.

Doch schon indem Du die drei wesentlichen Arten von Search Intent kennst, kannst Du die Menge Deines Contents verdreifachen. Etwa, indem Du vorhandenen Content, der zu einem spezifischen Short-Tail-Keyword rankt, um ein Content Piece ergänzt, das eine andere User Intention mit einem entsprechenden Long-Tail-Pendant in den Fokus nimmt.

Bevor wir aber in diese konkreten Maßnahmen einsteigen, erst einmal der Blick auf die drei Absichten, die ein Nutzer bei seiner Internetsuche haben kann:

„KNOW“ „GO“ „DO“
Vormals informational & educational navigational transactional & commercial
Typische Keywords was ist / sind …, (die) beste(n) …, wie (funktioniert, macht, geht, kann) …Produkt- / Markenname, (Stand-) Orte in meiner Nähe, Wegbeschreibungkaufen, bestellen, downloaden, runtergesetzt

Tabelle 1: Übersicht über die drei wesentlichen Arten des Search Intents

Informationeller User Intent – „Know“

Darunter kannst Du generische, also allgemeine, Suchanfragen verstehen. Solche Suchen zielen darauf ab, mehr über ein bestimmtes Thema zu erfahren. Vielleicht hast Du danach gegoogelt: „Was ist Suchintention?“ und bist so auf dieser Seite gelandet.

Beispiel-Suchen für Know-Intent sind:

  • Was ist Search Intent?

  • Die besten Tipps zu Suchintention SEO

  • Wie User Intent für SEO ableiten?

Navigational Search Intent – „Go“

Solche Suchen führen User durch, wenn sie dabei schon ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Marke im Hinterkopf haben, aber Hilfe brauchen, eine konkrete Website zu finden.

So könnte ein Nutzer etwa nach „Ryte Plattform SEO“ googeln. In dem Fall möchte er oder sie mehr über das SEO Tool der Ryte Plattform wissen, geht also auf Google, um diese Produkt-Website zu finden: https://de.ryte.com/platform/seo/

Beispiel-Keywords in Go-Suchanfragen sind:

  • der Marken- oder Produktname,

  • Orte in meiner Nähe,

  • Wegbeschreibung nach…

Transaktionelle Suchintention – „Do“

Wenn eine Suchanfrage auf eine bestimmte Aktion abzielt – etwa die Absicht ein Produkt zu kaufen, etwas zu downloaden oder sich für einen Newsletter anzumelden -, dann spricht man von einer Do-Intention (ehemals „transactional“).

Beispiel-Suchen mit solch einem User Intent können etwa sein: „Marketing Software Demo“ oder „kostenloser Marketingkurs“.

Häufig in diesem Zusammenhang verwendete Suchphrasen sind Stichwörter, die die Absicht bereits beinhalten: „kostenlos“ weist etwa darauf hin, dass ein User zwar Interesse hat, einen Marketingkurs zu belegen, aber möglichst kein Geld dafür ausgeben möchte. „Demo“ zeugt vom Interesse am Kauf einer Software, der User möchte sie jedoch erst einmal unverbindlich testen. Weitere Stichwörter, auf die Du in solchen User Intentions-Suchen achten solltest, sind die, die eine gezielte Aktion beschreiben:

  • Kaufen

  • herunterladen

  • bestellen

  • finanzieren

  • usw. usf.

Um nun einen Vorteil gegenüber Deinen Wettbewerbern zu erreichen, musst Du diesen Suchintention Arten den richtigen Raum auf Deiner Website geben. Wie bereits angesprochen, bietet die Optimierung Deines Contents auf Search Intent die Möglichkeit, Deinen Content zu verdreifachen. Einfach, indem Du Themen mit unterschiedlichen Schwerpunkten aus den 3 verschiedenen User Intent Perspektiven behandelst.

Nichtsdestotrotz gibt es auch bei der Optimierung von Websites auf die Suchintentionen von Usern Herausforderungen:

Search Intent kann mehrdeutig und multidimensional sein

Der User Intent ist nicht statisch. Das bedeutet: Die Absicht eines Nutzers kann sich im Laufe der Zeit ändern. Wenn sich nämlich seine Ziele ändern. Nehmen wir mal das Keyword „Wuhan“.

Vor der Pandemie war die implizierte Intention der Wunsch nach Informationen über eine Stadt in China. Seit CoVid19 war die Absicht nach der Suche eine andere. Anstatt mehr über eine chinesische Stadt zu erfahren, wollten die Suchenden vielmehr Informationen über den Virusausbruch erhalten. Google hat darauf reagiert. Anstelle von Topstorys und Ergebnissen über Wuhan als Reiseziel, gab die Suchmaschine vor allem Weblinks zu Seiten, die den Virus thematisieren, aus.

Suchintention-verstehen-keyword-wuhan

Abbildung 2: Die Suchergebnisse für das Keyword “Wuhan” werden seit Corona zu einem großen Teil von Meldungen rund um die Pandemie bestimmt.

Diese natürliche Veränderung der Bedeutung bzw. Absicht von Suchanfragen stellt Google in seinen Richtlinien zur Qualität der Sucherergebnisse deutlich heraus.

Ein Beispiel für Mehrdeutigkeit in einer Suchabsicht ist das Keyword „Halloween“. Das kann die traditionelle Begehung des 31. Oktobers in der Nacht zu Allerheiligen am 01. November sein. Man kann damit aber auch den Filmklassiker von 1981 bzw. die gesamte Filmreihe meinen. Jedes Jahr um den 31. Oktober herum justiert Googles Algorithmus die Suchergebnisse, um mehr Ergebnisse anzuzeigen, die im Zusammenhang mit dem „Feiertag“ stehen, als mit dem Film.

Suchintention-verstehen-keyword-halloween

Abbildung 3: Google zeigt unter dem Jahr für das Keyword “Halloween” Ergebnisse mit Bezug auf den Feiertag und die Filmreihe.

Der Unterschied ist, dass das Wuhan-Beispiel eine konstante Absicht hatte, die an einem bestimmten Zeitpunkt eine Änderung erfahren hat. Das Halloween-Beispiel ändert seinen User Intent saisonal regelmäßig. Um den Erfolg von SEO-Maßnahmen richtig messen und interpretieren zu können ist es unerlässlich, dass man bei der Optimierung auf Suchintention den Unterschied in der Dynamik von mehrdeutigen Suchanfragen versteht.

Aber was, wenn eine Suchanfrage mehrdimensional ist? Wenn sie also beispielsweise mehrere Absichten haben kann?

Es gibt User, die suchen auf Google nicht explizit. Das ist besonders oft dann der Fall, wenn sie nur nach einem Begriff suchen. So kann ein Nutzer etwa mit dem Begriff „Kekse“ sowohl nach einem Rezept zum selber backen suchen, als auch nach einer Möglichkeit, Kekse zu kaufen – entweder in einem stationären Geschäft in seiner Nähe oder in einem Online-Shop.

In so einem Fall kann eine Suche mehrere Intentionen bzw. Dimensionen haben. Noch deutlicher wird das, wenn man das englische Äquivalent zugrunde legt. Sind mit „Cookies“ Keksrezepte gemeint oder die Textdateien, die der Browser zwischenspeichert?

Du siehst: Eine Suchanfrage kann mehrere Absichten haben.

Die Suchmaschinen optimieren ihre Algorithmen ständig, um die vielen Dimensionen und Bedeutungen von Suchanfragen entschlüsseln zu können und die Trefferquote der ausgegebenen Inhalte zu verbessern. Zum Beispiel in Abhängigkeit des sonstigen Suchverhaltens – im Durchschnitt und von der Einzelperson. So können sie immer besser die Ergebnisse anzeigen, die die User meinen. Auch dann, wenn diese die Suchanfrage nicht eindeutig formuliert haben.

Potentielle Schwierigkeiten mit der Suchintention

Seine Dynamik ist nur eine der Herausforderungen, mit denen der Search Intent Dich möglicherweise konfrontieren kann, wenn Du Deine SEO-Maßnahmen auf die Nutzerabsicht optimieren möchtest. Weitere Schwierigkeiten können sein:

  • Die Suchintention in großem Umfang zu identifizieren

  • Die unterschiedlichen Endgeräte, die User nutzen

  • Der Standort kann eine Rolle spielen

  • Dass Google verschiedene Ergebnisse ausgeben möchte

  • Keywords bzw. Suchphrasen können ambig, also mehrdeutig sein

Lösungen und Tipps

Wie weiter oben schon beschrieben gibt es verschiedene Absichten, die ein Nutzer haben und mit seiner Suchanfrage zum Ausdruck bringen kann. Und wie ebenfalls bereits erwähnt, ist die gängige Annahme, dass der User Intent in eine von 3 Kategorien (informationell, navigational, transaktionell) passen muss, längst überholt.

Denn tatsächlich haben Nutzer oft sehr genaue Ziele vor Augen, wenn sie eine Suchmaschine befragen:

  • Ich will lernen, was ein Wort bedeutet (Definition),

  • ich will Preise vergleichen,

  • ich möchte Bildmaterial für meine Präsentation finden,

  • ich möchte einen Urlaub buchen.

Customer Journeys können mitunter ganz schön asynchron verlaufen. Genau deshalb musst Du Dir eine feingliedrigere Segmentierung der User Intentionen einfallen lassen.

Werfen wir mal einen Blick auf eine eigentlich einfache Nutzerabsicht, die aber gut abbildet, wie kompliziert das Nutzerverhalten dahinter ist: Jemand möchte eine Reise buchen.

Allzu oft lassen wir uns von der Vorstellung fehlleiten, dass ein Funnel die User in einer geradlinigen, direkten Art und Weise von der Awareness-Phase zur Entscheidungsfindung führt. Wie Google auf seiner Plattform „Think With Google“ aber schon 2016 veröffentlicht hat, haben User eine Vielzahl von digitalen Touchpoints, wenn sie eine kompliziertere Customer Journey durchlaufen. Mit Hilfe von Daten mehrerer Personen (getätigte Suchen, Klicks, Seitenbesuche und Video-Ansichten), die jeweils eine Reise gebucht hatten.

In einer der Think With Google Case Studys wurde die Userin „Gina“ vorgestellt, die innerhalb von 3 Monaten auf 850 digitale Touchpoints im Zuge ihrer Reiseplanung kam. Insgesamt hat sie 166 Suchen getätigt, von denen sie je rund ein Viertel (24%) über ein mobiles Endgerät und auf Google Maps durchgeführt hat – 19% ihrer Interaktionen fanden in der eigentlichen Suchmaschine statt.

Die Intention einer Suche kann sich also im Rahmen eines übergeordneten Ziels mehrmals ändern. Es kann darum klug sein, wenn Du Dir eigene Definitionen und Kategorien für den Search Intent Deiner User zurechtlegst.

Du kannst Dich dabei von der Frage „Was möchten die Leute wirklich wissen, wenn sie nach einem Keyword suchen?“ leiten lassen und Deine eigene Kategorisierung festlegen.

Die Absicht einer Suchanfrage kann auch vom Standort des Users abhängen. So kann jemand, der vom Sofa aus nach „Tulpe“ sucht, wahlweise eine Garten- oder Wikipedia-Website angezeigt bekommen, unterwegs übers Handy aber beispielsweise den nächst gelegenen Blumenladen oder ein Restaurant desselben Namens an erster Stelle in den SERPs ausgegeben bekommen. Search Intent ist also standortabhängig.

Mehrdeutige Suchanfragen

Immer wenn eine Suchphrase oder ein Keyword mehr als eine Bedeutung haben kann, kann man von mehrdeutigen Suchanfragen oder einem Grad der Mehrdeutigkeit sprechen. Sucht ein Nutzer nach dem Stichwort „Hunde“, ist das nicht so bezeichnend, wie die Suche nach „Trockenfutter für sensible Hunde“.

Man kann also festhalten: Je kürzer eine Suchphrase, desto höher der Grad der Mehrdeutigkeit des Search Intent. (Und das Suchvolumen. Aber das steht auf einem anderen Blatt.)

Google unterscheidet zwischen drei Interpretationsarten solcher mehrdeutigen Suchen:

  1. Die ’’dominante Interpretation’’ ist das, was die meisten User mit der gleichen Suchphrase meinen. Nicht alle Suchanfragen haben eine solche Interpretation, was Dir mit ein bisschen Recherche sicher selbst auffallen wird.

  2. Die ’’gängige Interpretation’’ ist, was ein Großteil oder zumindest viele User mit ihrer Suchanfrage meinen. Eine Suchanfrage kann mehrere gängige Interpretationen haben.

  3. Die ’’untergeordnete Interpretation’’ beschreibt, woran die wenigsten User denken, wenn sie eine Suche starten.

Mehr über Googles Interpretationen findest Du in deren Quality Rater Guidelines.

Um einzelnen Nutzerabsichten gerecht zu werden und die Interpretationsfaktoren zu verfeinern, gibt Google bei mehrdeutigen Suchanfragen in aller Regel einen Mix unterschiedlich interpretierte Ergebnisse aus. So versucht die Suchmaschine möglichst alle potentiellen User Intents abzudecken.

Was bedeutet das alles für Deine SEO? Nun. Das heißt vor allen Dingen, dass Dir klar sein muss, welche Ergebnisse für ein bestimmtes Keyword in den Top 10 SERPs auftauchen können.

So kann es sein, dass Google drei Plätze in den ersten 10 Ergebnissen für eine bestimmte Art von Website reserviert. Das kann dann, je nach Suchbegriff, so aussehen, dass Google in seinen Top 10 drei Review-Seiten, zwei Markenseiten und vier News- oder Blogseiten ausgibt. Im Zusammenhang mit der Content-Optimierung auf User Intent ist darum wichtig zu verstehen, dass Google die Anzahl an Ergebnissen einer bestimmten Art von Website einschränken kann.

Wie Du siehst, kann die Suchintention die Google-Ergebnisse mächtig beeinflussen.

Die Lösung heißt: Long-Tail Keywords! Wir haben ja weiter oben schon festgestellt, dass bei kurzen (sogenannten Short-Tail) Keywords die Ambiguität der Suchintention sehr hoch sein kann. Je länger das Keyword, desto geringer dieser Grad an Mehrdeutigkeit. Ich erinnere an das Trockenfutter-Beispiel für Hunde mit sensiblem Magen.

Content auf Suchintention optimieren

Um Deinen Content bzw. Deine Website auf Nutzerintention zu optimieren, musst zwei Dinge ganz konkret tun:

  1. Den User Intent identifizieren und

  2. verstehen, was die Nutzer erwarten.

Und so geht’s:

User Intent ableiten

Die Suchintention abzuleiten ist im Grunde recht einfach, wenn es sich um ein einzelnes, ein Short-Tail Keyword handelt: Google das entsprechende Keyword und analysiere die Seiten und Content-Arten, die Google hierfür in den Top-Positionen rankt.

Aus den best rankenden Ergebnissen kannst Du den allgemeinen Search Intent ableiten. Wenn Du ganz oben viele Artikel (Blogs, Newsseiten) siehst, solltest Du einen Artikel schreiben, um gut zu ranken. Wenn Du dort Videos siehst, kann ein Video Dir das erhoffte Ranking ermöglichen. Zeigt Google Produkte an, entwickle ein Produkt usw. usf. Der best rankende Content gibt die Richtung vor.

Auch der Titel der Ergebnisse kann Dir hilfreiche Hinweise auf den User Intent geben: Reviews, Definitionen, Abkürzungen, Shop- oder Produktseiten usw. Das verrät Dir schon viel darüber, welche Art Content Du bereitstellen solltest.

Je nachdem für wie viele Keywords Du aber den User Intent ableiten oder herleiten musst, kann das eine Sisyphos-Aufgabe werden. Du kannst nicht regelmäßig die Suchergebnisse für Tausende von Keywords überprüfen. Aber auch hierfür gibt es eine Lösung:

Google möchte den Nutzern die bestmögliche oder passendste Antwort auf ihre Anfragen anbieten. Dazu erweitert es die Suchergebnisse um die sogenannten SERP-Features. Das sind Module wie Map Packs, Shopping Ads, Bilderkarusselle, Videos usw.

Es gibt etwa Rank Tracking Tools, die Dir eine Liste der SERP-Features bereitstellen, die Google zu Deinen Keywords ausgibt. Damit kannst Du den Prozess der Herleitung automatisieren und aus den Suchergebnissen lernen. Das kann etwa so aussehen:

SERP-Feature Search Intent
Featured Snippet kurze Antwort
Knowledge Graph kurze Antwort
FAQs tiefergehende Antwort
Videos tiefergehende Antwort
Rezepte kochen
ReviewsEntscheidungshilfe
AdWords Handlung
Google News Updates
Typische Keywords Typische Keywords
Typische Keywords Typische Keywords

Tabelle 2: Beispielhafte Liste der SERP-Features und zugehörigem Search Intent

Hinweis: Diese Liste ist lediglich ein Beispiel. Je nach Angebot, kann sie länger oder kürzer, mehr oder weniger granular sein. Du sollest sie genau an Deine Bedarfe anpassen und auch die Search Intentions individuell benennen.

Danach ziehst Du Dir die für Deine zuvor definierten Keywords jeweils relevanten SERP-Features aus dem o.g. Tool und exportierst sie nach Suchvolumen. Am besten ohne Brand- oder Markensuchen. Die sind für Dein Ranking irrelevant.

Diese Liste importierst Du dann in ein Tabellendokument Deiner Wahl und ergänzt sie um eine COUNTA-Spalte. Mittels Pivot-Funktion kannst Du so die Daten nach der Anzahl der SERP-Ergebnisse pro Feature sortieren.

Mit Hilfe des Mittelwerts jeder Spalte, kannst Du den häufigsten User Intent für Deine Keywords auswerten. Das erlaubt Dir Rückschlüsse auf die Absicht und die Erwartungshaltung der Nutzer und somit darauf, welches Content-Angebot Du ihnen bereitstellen solltest, um sie auf Deine Seite zu holen und so langfristig Dein Ranking zu verbessern.

An dieser Stelle möchte ich Dich nochmal darauf hinweisen, dass die Suchintentionen sich im Laufe der Zeit ändern können. Du solltest diesen Check also immer wieder mal machen und Anpassungen vornehmen.

Leider können wir keine Zahlen zurate ziehen, die uns die Korrelation Deines Contents mit der Nutzerzufriedenheit beziffert. Google sagt Dir nicht „Dein Artikel deckt sich mit 80 Prozent der Suchintentionen“. Du brauchst also ein gewisses Maß an gesundem Menschenverstand, wie man so schön sagt, und den Rest musst Du mit Daten auffüllen.

Pro Tipp: Vor kurzem haben wir im Ryte Magazine einen ausführlichen Guide über die Keyword Analyse mit Googles Programmatic Search Engine veröffentlicht. Diese Methode erfordert zwar etwas Können und Geduld, bietet aber die Möglichkeit zur Analyse der Suchintention in großem Stil.

Nutzererwartungen verstehen

User Intent ableiten ist nur der erste Teil. Um Deinen Content auf Suchintention zu optimieren, musst Du auch verstehen, was Deine User von Dir und Deinen Inhalten erwarten. Und das kann ein bisschen kniffliger sein. Google stuft Content danach ein, wie hilfreich Suchergerbnisse für die User tatsächlich sind. Dafür haben sie in ihren Quality Rater Guidelines 5 „Needs Met“ Kategorien angelegt:

  1. Fully Meets (FullyM)

  2. Highly Meets (HM)

  3. Moderately Meets (MM)

  4. Slightly Meets (SM)

  5. Fails to Meet (FailsM)

An dieser Stelle sei noch mal festgehalten, dass mehrdeutige Suchanfragen aufgrund ambigen Interpretationsmöglichkeiten keine FullyM-Bewertung haben können.

Ergebnisse, die die gängige Interpretation von Suchanfragen abbilden und eine hohe Autorität, Genauigkeit und Glaubwürdigkeit besitzen fallen in die HM-Kategorie. So müssen etwa medizinische oder wissenschaftliche Inhalte dem allgemeinen Konsens entsprechend und sehr akkurat verfasst sein.

Um es mal mit einfachen Worten zu sagen: Du musst Dich fragen, welche Erwartungen User mit einer bestimmten Suchintention verbinden und diese Erwartungen dann mindestens erfüllen. Im besten Fall übertreffen.

Leider gibt es dafür keine Messlatte. Deine Content Marketer müssen die Erwartungshaltung der User einschätzen, bevor sie Content-Formate und -Inhalte erstellen. Eine Methode, mit der sie oder Du das machen können ist, die Inhalte nach bestem – Daten getriebenen – Wissen und Gewissen zu erstellen; dann zu monitoren, welche Suchanfragen Google mit Deinen Content Pieces zu matchen versucht und sie im Laufe der Zeit darauf anzupassen. Durch Erweiterungen, Updates, Änderungen.

Google hat in den SERPs eine Art Testphase für jeden neuen Content. Da kann die beschriebene Herangehensweise sich als effektive Möglichkeit erweisen, um Google zu signalisieren, dass Dein Content der beste ist.

Tipp: Welche Deiner Seiten von Google in den Top10 getestet werden und dementsprechend vielleicht  eine extra Optimierung wert sind, kannst Du mit dem “Google Top 10 Tests-Report” herausfinden. Du kannst ein kostenloses Ryte Trial starten um dieses und andere Ryte Features auszuprobieren.

Ryte-google-top-10-test-benachrichtigungen

Abb. 4: Ryte zeigt Dir in der Organic Performance-Übersicht unter Search Engine Optimization Keywords an, für die Deine Seiten aktuell in den Top10 getestet werden.

Hast Du einen Shop oder betreibst einen Marktplatz, dann musst Du die Nutzererwartung auf Produktebene messen. Das heißt, hier sollte Dein Augenmerk auf der Produkt- oder Kategorieseite liegen und ob deren Inhalt die Erwartung der Nutzer zufriedenstellt. Wenn nicht, ist es an der Zeit, die Feature entsprechend zu integrieren oder zu optimieren.

Wie die Suchintention Dein Ranking verbessern kann

Damit aus Deinem Traffic qualifizierte Leads werden können, muss Dein Content in den obersten SERP-Positionen ranken. Mit einer auf dem Search Intent basierten SEO-Strategie kann Dir das gelingen.

Recherchiere zunächst also folgende Dinge:

  • Welche Art Content ist in Deiner Branche oder Nische beliebt? Wie das geht, haben wir ja weiter oben schon ausbaldowert.

  • Wie ist der best rankende Content strukturiert? Auch darauf sind wir zuvor eingegangen: Handelt es sich um lange Blog-Artikel, Anleitungen oder nur Produktseiten?

  • In welche Kategorie der Suchintentionen fallen Deine Targeted Keywords? Du erinnerst Dich an die beschriebene Excel-Liste? Genau.

Wenn Du Deine Content Redaktionsplanung angehst, solltest Du also am besten über den üblichen Tellerrand aus reiner Keyword-Auswahl, Keyword-Volumen und Content-Art hinausblicken. Durch das Mitdenken von Nutzerabsicht und -erwartung generierst Du eine zusätzliche Ebene der Content-Planung, die Dich dabei unterstützt, relevanten und qualifizierten Traffic auf Deine Website zu ziehen.

Wenn Du diese Dinge beachtest, kannst Du Deinen Content auf die Suchintentionen der von Dir getargeteten Zielgruppen optimieren. Keywords, Suchphrasen, Suchbegriffe, sogar die Suchhistorie und der Standort können alles Faktoren einer User Intention sein. Eine SEO-Strategie auf Basis der Suchintention kann Deine Rankings, Deinen Traffic, die qualifizierten Leads und Sales merklich verbessern.

In diesem Sinne hoffe ich, ich konnte Deinen Search Intent FullyM-zufriedenstellen.

Analysiere und optimiere Deinen Content mit Ryte

Kostenlose Demo buchen

Ryte-Nutzer erzielen +93% Klicks nach 1 Jahr. Erfahre wie!

Veröffentlicht am Jul 1, 2022 von Julia Fähndrich