Google Mobile-Friendly Update

Das Google Mobile-friendly Update wurde am 21.04.2015 nach und nach von Google ausgerollt, nachdem es im Februar 2015 angekündigt wurde.[1] Das Update ist eine grundlegende Änderung der Algorithmen, die die SERPs auf mobilen Endgeräten ausgeben. Der Hauptpunkt: Websites und Apps, die zur Anzeige auf mobilen Geräten optimiert wurden, werden bevorzugt von Google behandelt und entsprechend in den Rankings höher positioniert. In der SEO-Branche hat sich der Begriff Mobilegeddon für dieses Update etabliert, da die Auswirkungen als enorm eingeschätzt werden durften.

Allgemeine Informationen zum Thema

Mit dem Google Mobile-friendly Update wollte das Unternehmen die User Experience auf mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablets oder Phablets verbessern. Der Hintergrund besteht darin, dass Suchanfragen immer häufiger in der mobilen Suche getätigt werden. Laut aktuellen Umfragen verwenden Internetnutzer zu fast 70% ihre mobilen Endgeräte, um im Internet zu surfen, sich zu informieren, Produkte einzukaufen oder navigationale Suchanfragen zu stellen.[2] Hinzu kommen die steigenden Verkaufszahlen für mobile Endgeräte. Insbesondere jüngere Nutzer verwenden diese Geräte, um das Internet zu erreichen.

Gleichzeitig sind viele Webangebote, Websites und Anwendungen nicht für kleinere Displays und deren Eigenheiten konzipiert. Mit kleineren Displays, einer anderen Steuerung und weniger Hardware-Ressourcen gehen unterschiedliche Bedingungen einher, die das Update in den Vordergrund rückt. User Cases (deutsch: Anwendungsfälle) auf mobilen Endgeräten zeichnen sich durch andere Merkmale aus, als dies bei der Internetnutzung mit dem Desktop-PC oder dem Laptop der Fall ist. Für Google ist es deshalb klar, dass bei der mobilen Suche auch andere Suchergebnisse angezeigt werden sollten. Genau das setzt das Google Mobile-friendly Update um: Mobil optimierte Websites und Apps werden höher in den Suchergebissen positioniert.

Funktionsweise

Das Update hat Auswirkungen auf folgende Bereiche:

  • Es wirkt sich nur auf die mobile Suche aus. Die herkömmliche Google-Suche auf Desktop-PCs ist davon nicht betroffen.
  • Es wirkt sich auf die SERPs in allen Ländern aus, in denen Google Produkte verfügbar sind.
  • Es betrifft nicht unbedingt ganze Websites, sondern vielmehr einzelne Seiten, die passend zu einer Suchanfrage dargestellt werden.

Google betont, dass das Update nicht bedeutet, dass nicht optimierte Seiten überhaupt nicht mehr angezeigt werden. Wenn eine bestimmte Seite qualitativ hochwertigen Content für eine bestimmte Suchanfrage bietet, kann sie durchaus hoch ranken.[3]

Praxisbezug

Google empfiehlt das Testen der Website mithilfe des Mobile-Friendly Tests.[4] Dort wird die Website gecrawlt und anhand eines Renderings bewertet. Der Crawler zeigt die Seite so an, wie sie Nutzer auf mobilen Endgeräten sehen würden. Bei einem bestandenen Test wird zudem ein Screenshot dieser Anzeige mitgeliefert.

In der Google Search Console gibt es zusätzliche Möglichkeiten, eine Website zu testen. Unter dem Punkt Mobile Usability Report oder mobile Benutzerfreundlichkeit können Webmaster einsehen, an welchen Punkten noch Optimierungspotenzial besteht. Dort können Crawlingfehler, falsche Weiterleitungen oder interne Verlinkungen überprüft werden, sodass das Nutzererlebnis anhand der Daten rekonstruiert werden kann. Auch ein Page Speed Test ist sinnvoll für die mobile Optimierung, da hierdurch zu hohe Ladezeiten identifiziert werden können. Mit der Funktion „Abrufen wie durch Google“ können ebenfalls Crawlingfehler aufgespürt werden.

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SEO für Mobilgeräte

Häufige Fehler bei der mobilen Optimierung sind:[5]

  • Blockierte Inhalte: Zum Rendern und Indexieren benötigt der Crawler Zugriff auf alle verwendeten JavaScript-, CSS- und Bilddateien. Deshalb sollten Webmaster die Robots.txt überprüfen.
  • Nicht abrufbare Inhalte: Videos und Animationen benötigen mitunter einen bestimmten lizenzierten Player zur Wiedergabe. Zum Beispiel den Flash-Player. Solche Medien- und Inhaltstypen sollten laut Google mit HTML5-Standards erstellt und eingebunden werden, um deren Darstellung zu gewährleisten.
  • Hohe Ladezeiten: Lange Wartezeiten können zu hohen Absprungraten führen. Nutzer verlassen die Website, wenn sie zu lange warten müssen. Mit dem Page Speed Insight Test von Google können solche Probleme identifiziert und behoben werden.
  • Weiterleitungs-Fehler: Bei der mobilen Optimierung sollten bestimmte Seiten stets auf die richtigen mobilen Seiten weiterleiten. Wenn sie dies nicht tun, sollten gar keine Weiterleitungen stattfinden. Google bevorzugt ohnehin ein Responsive Design, das derartige Fehler von vorneherein vermeidet.
  • Unnütze interne Verlinkungen: Gibt es eine Desktopvariante und eine mobile Variante, sollten Webmaster genau überlegen, welche internen Verlinkungen sinnvoll sind – ausgehend vom jeweiligen Nutzungsszenario.
  • Spezifische 404-Fehler: Bekommt ein Nutzer einer Desktopversion Content angezeigt – bei der mobilen Version jedoch nicht -, dann ist dies ein spezifischer 404-Fehler, der nur auf mobilen Geräten sichtbar ist. Bei Weiterleitungen sollten 404-Fehler auf mobilen Endgeräten immer vermieden werden.
  • App-Downlaod Interstitials: Einige mobile Websites werben für Apps mithilfe von Interstitials. Werden diese nicht korrekt eingebunden, können sie die Nutzererfahrung beinträchtigen. Google empfiehlt hier Inline-Banner zu verwenden.

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung

Die Auswirkungen des Google Mobile Friendly Updates waren enorm. Knapp 40% der Websites aus der Top 500 Liste von Fortune waren betroffen und mussten teils starke Trafficeinbußen hinnehmen.[6] Google kündigte das Update zwar frühzeitig an und ließ Webmastern zwei Monate Zeit für die mobile Optimierung. Dennoch versäumten einige große Unternehmen die Umstellungen. Mit dem Trend zu Mobile gehen auch wichtige Änderungen einher. Diese teils technischen Aspekte sind der SEO-Branche zwar bekannt, aber gerade Websites, die auf Drittanbieter und Dienstleister angewiesen sind, setzen diese Umstellungen nicht unbedingt sofort um.

Nichtsdestotrotz ist das Google Mobile-friendly Update als Chance anzusehen. Denn sobald eine Website mobil optimiert wurde, wird dies von Google automatisch erkannt. Daraufhin wird sie indexiert und in den mobilen SERPs wahrscheinlich wieder prominent angezeigt – auch wenn dies von sehr vielen verschiedenen Rankingfaktoren abhängig ist. Zudem hilft Google bei der mobilen Optimierung mit zahlreichen Guides, Hilfestellungen und Tipps, sodass Webmaster genügend Ressourcen an der Hand haben.

Einzelnachweise

  1. Finding more mobile-friendly search results googlewebmastercentral.blogspot.de. Abgerufen am 18.05.2015
  2. Anteil der Nutzer des mobilen Internets in Deutschland in den Jahren 2012 bis 2014 de.statista.com. Abgerufen am 18.05.2015
  3. Rolling out the mobile-friendly update googlewebmastercentral.blogspot.de. Abgerufen am 18.05.2015
  4. Test auf Optimierung für Mobilgeräte google.de. Abgerufen am 18.05.2015
  5. SEO für Mobilgeräte developers.google.com. Abgerufen am 18.05.2015
  6. SGoogle’s “Mobile-Friendly” Update Could Impact Over 40% Of Fortune 500 Websites techcrunch.com. Abgerufen am 18.05.2015

Weblinks

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