Layer Ads

Layer Ads (deutsch: Schicht-Anzeigen) sind Anzeigen im Internet, die sich über den Content einer Website legen und diesen somit verdecken.

Funktionsprinzip

Layer Ads basieren gewöhnlich auf DHTML, Adobe Flash, CSS und/oder JavaScript.[1] Sobald die eigentliche Website geladen wird, wird auch das Layer Ad automatisch angezeigt. Es legt sich dann über einen im Regelfall wichtigen Teil der Website und präsentiert seine Werbebotschaft. Im Gegensatz zu herkömmlichen Pop-up-Fenstern werden Layer Ads nicht in einem extra Fenster geöffnet, sondern innerhalb der eigentlichen Website.

Häufig verschwinden die Anzeigen nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne von alleine. Ist dies nicht der Fall, muss der User aktiv werden und die Anzeige wegklicken. Hierfür gibt es dann Schaltflächen, die mit einem „X“ oder mit „Schließen“ beschriftet sind.

LayerAds.png

Arten von Layer Ads

Es gibt mehrere Sonderformen des Layer Ads:

  • Hybrid-Ad: Beim Wegklicken der Anzeige öffnet sich automatisch ein neues Fenster (Pop-up) mit den Inhalten des Werbetreibenden, häufig im Hintergrund.
  • Spotlight-Layer: Die Anzeige wird besonders gut hervorgehoben, indem der Rest der Website verdunkelt wird. Es wirkt, als hätte jemand einen Spot auf den Layer gesetzt.
  • Floating-Ad: Es handelt sich dabei um eine Anzeige, die der Benutzer mit seiner Maus frei bewegen kann. Möglich wird dies durch den Einsatz von Adobe Flash.
  • Sticky-Ad: Die Anzeige bleibt immer auf dem Bildschirm, selbst wenn der User nach unten scrollt.
  • Mouse-Over-Banner: Die Anzeige vergrößert sich, wenn der Benutzer mit dem Mauszeiger auf sie zeigt (nicht klickt).[2]

Kritik seitens der User

Layer Ads sind für die Besucher einer Website besonders lästig, da sie die Nutzung komplett unterbrechen. Der Zugriff auf den Content wird erst möglich, wenn die Anzeige weggeklickt wurde. Um zu vermeiden, dass die Anzeigen binnen Sekunden weggeklickt werden, werden die Werbetreibenden immer kreativer und wenden Tricks an, um den Nutzer dazu zu „zwingen“, die Werbung wahrzunehmen:

  • Die Anzeige kann nicht weggeklickt werden (entsprechende Schaltflächen sind nicht vorhanden), sondern verschwindet nach einiger Zeit selbst. Versucht der Nutzer aber vorher, auf die Anzeige zu klicken, um sie zu entfernen, öffnet er den Werbelink.
  • Man versteckt die Schaltfläche „Schließen“ so gut, dass man zunächst die gesamte Werbegrafik danach absuchen muss.
  • Der Nutzer findet zwar eine „Schließen“- oder „X“-Schaltfläche, doch wenn er diese benutzt, öffnet sich stattdessen ein Pop-up, ein PopUnder oder direkt die Website des Werbetreibenden in einem neuen Browsertab. Die eigentliche Schaltfläche zum Schließen verbirgt sich hinter einem anderen Symbol.

Umgang mit Pop-up-Blockern

Layer Ads sind eine Reaktion auf den zunehmenden Einsatz von Pop-up-Blockern, die die Anzeige von Pop-ups unterbinden. Lange Zeit war es nicht ohne weiteres möglich, Layer Ads zu blocken, weshalb die Anzeigen für die Werbetreibenden besonders attraktiv waren. Layer Ads auf der Basis von JavaScript können blockiert werden, indem man in den Browser-Einstellungen die Ausführung von JavaScript-Code verhindert.

Dies führt allerdings dazu, dass auch andere Websites, die auf JavaScript basieren, nicht mehr korrekt angezeigt werden können. Deshalb gibt es inzwischen mehrere Ad Blocker, die mit sogenannten Filtern arbeiten. Sie blockieren nur den JavaScript-Code bestimmter in einem Filter festgehaltenen Werbefirmen. Möglich ist dies beispielsweise bei der Nutzung des Mozilla Firefox-Browsers in Kombination mit dem Addon „Adblock Plus“.[3] Basiert ein Layer Ad aber beispielsweise auf DHTML, ist es für den Laien kaum möglich, die Einblendung zu unterbinden.

Vorteile von Layer Ads

Layer Ads bringen folgende Vorteile mit sich:

  • Sie bieten viel Raum, in dem die Werbung untergebracht werden kann.
  • Während der Platz für andere, direkt in die Website eingebettete Werbebanner extra im Layout berücksichtigt werden muss, passen Layer Ads immer. Sie beeinträchtigen das Design der Website nicht.
  • Layer Ads weisen sehr hohe Click Through Rates (CTR) auf.
  • Durch Layer Ads lässt sich der Traffic auf der Website des Werbetreibenden steigern.
  • Die Anzeigen können im Regelfall sehr einfach integriert werden. Es handelt sich meist lediglich um eine einzige Codezeile, die in den Quellcode der eigenen Website integriert werden muss.
  • Die Vergütung für die Publisher erfolgt bei Layer Ads in der Regel auf der Basis von Sichtkontakten. Gewöhnlich gilt ein View bereits als zustande gekommen, wenn das Layer mindestens 3 Sekunden lang angezeigt und anschließend geschlossen wird.
  • Mithilfe sogenannter Reload-Sperren können Advertiser und Publisher sicherstellen, dass der User nicht durch ständige Layer-Einblendungen vergrault wird. Reload-Sperren sorgen dafür, dass ein und derselbe Nutzer ein Layer nur in Abständen von zum Beispiel einer oder zwei Stunden angezeigt bekommt.
  • Layer Ads können von vielen Ad Blockern und Browsern nicht geblockt werden. Für Publisher bedeutet dies höhere Vergütungen durch mehr Views.

Nachteile von Layer Ads

In der Praxis erweisen sich folgende Aspekte als negativ:

  • Die hohen CTRs basieren zum Teil auf unfreiwilligen Klicks der User, die durch Tricks dazu gebracht werden, die Anzeige anzuklicken. Eine Conversion ist in diesen Fällen äußerst unwahrscheinlich, weshalb die CTRs nur eine geringe Aussagekraft besitzen.
  • Viele Nutzer fühlen sich durch Layer Ads belästigt. Dieser Effekt verstärkt sich, wenn sie bei dem Versuch, das Layer zu schließen, durch Tricks dazu gebracht werden, die Anzeige aufzurufen. Teilweise entscheiden sich die Nutzer danach sogar dazu, entsprechende Seiten zu meiden.
  • Schließt der Besucher das Layer nicht über die entsprechende Schaltfläche, kommt kein View zustande, da dies im Regelfall Bedingung ist.

Bedeutung für das Online Marketing

Aufgrund ihrer vielfältigen Vorteile sind Layer Ads relativ verbreitet. Allerdings fühlen sich viele Besucher davon gestört, weshalb Publisher genau überlegen sollten, in welchem Umfang sie diese nutzen und welche Strategie sie dabei verfolgen wollen. Andernfalls besteht das Risiko, dass Nutzer unwiederbringlich verloren gehen.

Dennoch scheinen Layer Ads auch in Zukunft eine wichtige Bedeutung zu haben, da sie für unentgeltlich zu nutzende Websites ein wichtiger Bestandteil der Vergütung sein können. Da sie nicht so einfach ignoriert bzw. geblockt werden können wie normale Werbebanner, könnten sie auch für die Werbetreibenden deutlich interessanter als klassische Internetwerbung werden.

Einzelnachweise

  1. Was sind Layer-Ads? Layer-ads.ws. Abgerufen am 27.08.2014
  2. Werbewirkung von Layer-Ads TU Braunschweig. Abgerufen am 27.08.2014
  3. Layer Ads blockieren Eurogrube.de. Abgerufen am 27.08.2014

Weblinks

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